Höherbewertung der Ausbildungszeit

von
Trias

Ich habe 2007-2014 Biologie studiert und danach ab 2014 die Biologieausbildung mit einem Promotionsstudium fortgeführt. Noch als Promotionsstudent bin ich 2016 mit 28 Jahren erwerbsunfähig geworden aufgrund mehrer komplizierter neurologischer Erkrankungen.

Wird die Zeit als Promotionsstudent auch mit 75% des Durchschnittsverdienst angerechnet in Bezug auf die vorzeitige Wartezeiterfüllung?
Als Promotionsstudent hat man in der Regel nämlich nur ein Stipendium und daneben niedrige Pflichtbeiträge.

von
Trias

Ergänzung: Innerhalb der letzten 2 Jahren wurden 24 Pflichtbeiträge gezahlt in der Zeit als Promotionsstudent.

Experten-Antwort

Hallo Trias,

als Zeiten der Berufsausbildung sind alle Zeiten mit Pflichtbeiträgen anzuerkennen, die für Zeiten einer tatsächlichen ("echten") Berufsausbildung gezahlt sind.
Der Begriff "Berufsausbildung" nach § 54 Abs. 3 Satz 2 SGB VI bestimmt sich grundsätzlich nach § 7 Abs. 2 SGB IV.

Aus der Berufsausbildung müssen Pflichtbeitragszeiten resultieren.

Pflichtbeiträge für eine Berufsausbildung gelten somit als beitragsgeminderte Zeiten, wenn

- die Ausbildung im Rahmen rechtsverbindlicher Ausbildungsrichtlinien für einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf erfolgt ist;

- für die Ausbildung Ausbildungsverträge abgeschlossen und von der zuständigen Stelle oder aufgrund der Handwerksordnung in das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse eingetragen worden ist.

Bei einem Promotionsstudium handelt es sich somit nicht um Zeiten der Berufsausbildung.

von
W*lfgang

Zitiert von: Trias
Wird die Zeit als Promotionsstudent auch mit 75% des Durchschnittsverdienst angerechnet in Bezug auf die vorzeitige Wartezeiterfüllung?
Trias,

die vorzeitige Wartezeiterfüllung für EM-Rente und die pauschale Bewertung von anfänglichen Pflichtbeitragszeiten bei der Rentenberechnung, sowie für die Gesamtleistungsbewertung sind 2 Paar Schuh, und nur darum geht es Ihnen wohl.

Natürlich ist hier bei Ihnen - aufgrund der 'zeitlichen' Grenzen/Überschreitungen - bei der 'Bewertung'/75 %/bis Lbj. 25, für tatsächliche (anerkennungsfähige? - siehe Vorbeiträge) Berufsausbildung ein Unterschied zu machen, als dass allgemein bei Pflichtbeiträgen bis 25 immer eine Erhöhung auf 100 % als 'fiktive Berufsausbildung' für die Gesamtleistungsbewertung erfolgt. Kompliziert? ...etwas (Ihre Frage ist 'einfach', aber rentenrechtlich nicht bis zum Ende hinterfragt ;-)), deswegen lässt man sich das vor Ort erklären/vorlesen - sobald der Rentenbescheid vorliegt.

Gruß
w.

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