Honorar für ärztliche Gutachten

von
Machts Sinn

Nach welchen Regelungen werden von der DRV in Auftrag gegebene ärztliche Gutachten honoriert und wo sind diese Regelungen zu finden?

von
JustMe

Dies müsste der letzte Stand sein:

http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=30368

von
JustMe

http://www.ihre-vorsorge.de/forum.html?tx_mmforum_pi1[action]=list_post&tx_mmforum_pi1[tid]=5819

von
Machts Sinn

In jenem Forumslink geht´s ja richtig emotional zur Sache. Außerdem weicht der Experte aus, indem er nicht das Honorar für ein von der DRV in Auftrag gegebenes ärztliches Gutachten, sondern für einen beim behandelnden Arzt eingeholten Befundbericht angibt.

Und das andere: sollte sich auf die damalige Diskussion im Jahr 2002 tatsächlich seitdem nichts getan haben?

von
Ja

Zitiert von: Machts Sinn

... Außerdem weicht der Experte aus, indem er nicht das Honorar für ein von der DRV in Auftrag gegebenes ärztliches Gutachten, sondern für einen beim behandelnden Arzt eingeholten Befundbericht angibt.

Das mit dem Ausweichen des Experten war mir nach Lesen des Links auch aufgefallen, aber ist es nicht oft so, dass der Experte ausweicht? Denn wenn der Experte hier konkrete Aussagen treffen würde, die nicht zu 100 % im Gesetz belegt werden können, könnte man damit ja zur DRV und die entsprechend darauf festlegen. Somit alles ein wenig "wischi-wachi". :-(

von
Machts Sinn

Also sind wir mal gespannt, ob der Experte heute besser ist als der vor vier Jahren.

Im Zeitalter der Homepage-Informationen und des Informationsfreiheitsgesetzes könnte er einfach den Link zu den entsprechenden Regelungen hier anbringen und wir lesen dann selbst – objektiver und ohne jedes wischi-waschi ginge es kaum.

von
Anita

O, so wild ist das nach dem Link gar nicht, was die Fachärzte für Gutachten kriegen. Hatte mir etwas mehr vorgestellt, nachdem der Neurologe mich bei der Terminvergabe gebeten hatte, 3 Stunden Zeit einzuplanen (obwohl es dann am Ende etwas kürzer war).

von
Grashüpfer

Die Vergütung der Gutachter der DRV scheint sich eher verschlechtert zu haben.
Vor der Reform wurde bei akuter Rückenleiden noch als Einschränkung "ohne Arbeit bei Kälte und Zugluft, kein Arbeiten über Kopf" empfohlen.
Bei fortschreitender Erkrankung und nach Bandscheiben-OP entfällt dieses neuerdings.

von
Elisabeth

Hallo Grashüpfer!
Gibt es eine neue Richtlinie für die Gutachter? Was hat die Richtlinie mit der Vergütung der Gutachter zu tun?

von
Machts Sinn

Die Frage ist offenbar nicht einfach oder gerne präzise zu beantworten, vielleicht doch eher ein DRV-Geheimnis?

von
Knut Rassmussen

Wie legt denn der Gutachter seine Kosten fest????

Nach GOÄ und JVEG!

Also nix Geheimes, auch wenn das für Sie eine Entäuschung sein muss.

Nur für Befundberichte gibte es feste Sätze.

Experten-Antwort

Die Vergütung ärztlicher Begutachtungen bzw. ärztlicher Befundberichte durch die Rentenversicherungsträger erfolgt zurzeit auf Grundlage der „Empfehlung zur Vergütung ärztlicher Leistungen (Gutachten und Befundberichte) für die gesetzliche Rentenversicherung vom 29.11.2001“.
Die vorliegende Vergütungsempfehlung gilt seit dem 1. Januar 2002 und basiert auf der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) i.d.F. vom 09.02.1996 (BGBl I S. 210). Eine Anpassung der Vergütung, auch nur in Höhe des Inflationsausgleichs, ist seit dem Jahr 2002 nicht erfolgt. Dies wird zur Zeit aber überarbeitet.
Der Experte, der im Jahr 2007 online war, hatte aber auch nicht ganz Unrecht. Der damals genannte Betrag in Höhe von 25,20 EUR gilt für Befundberichte aus dem Bereich der Rehabilitation.

von
Machts Sinn

Danke!

Das bedeutet: Formulargutachten werden mit 40 bis 75 € vergütet, formfreie ärztliche gutachten mit 58 bis 168 €, je nach Facharztgebieten und Schwierigkeitsgraden. Dieses Grundhonorar vergütet das Aktenstudium, die Erhebung der Anamnese und des klinischen Untersuchungsbefundes sowie für die sozialmedizinische Leistungsbeurteilung. Radiologische Leistungen und Laborleistungen, Portokosten und Schreibgebühren werden extra vergütet.

Und es bewirkt, dass Gutachten von Fachärzten quasi wie am Fließband gefertigt werden (müssen). Kein Wunder also, wenn der Arzt-Patientenkontakt selbst bei psychiatrischen Gutachten auf wenige Minuten begrenzt ist und die Begutachtungsmethoden „mehr als ruppig“ sind. Klar auch, dass nach dem Grundsatz „Masse statt Klasse“ die Gutachten darunter leiden und das natürlich regelmäßig zu Lasten des Antragstellers geht. Bevor die DRV auf der Basis eines solchen Gutachtens eine Rente bewilligt, veranlasst sie das nächste und übernächste Gutachten, die kosten ja nicht viel. Aber für sie gilt ja das gleiche … - und so werden berechtigte Ansprüche kaum nachweisbar – im Gegenteil!

Das System funktioniert und die Rentenversicherung spart.

Gruß!
Machts Sinn

von
Knut Rassmussen

Beschweren Sie sich doch beim Abgeordenten Ihres Wahlkreises! Die Rentenversicherung erlässt bekanntlicherweise keine Gesetze. Was bitte kann die GRV für diese Problematik??? Wir haben die Sätze nicht festgelegt.

Haben wir eigene Ärzte, treut denen keiner. Haben wir externe Ärzte beauftragt, stehen die in "unserem Sold". Auch nicht richtig. Der Sold ist zudem gering -auch falsch. Zahlen wir mehr - verschwenden wir Versichertengelder ...

Wie positionieren Sie sich eigentlich zu den REALISTISCHEN Brotpreisen? Ich meine richtiges gebackenes Brot. Beschweren Sie sich bei der Innung über die zu geringen Preise?

von
...

Zitiert von: Machts Sinn

Danke!

Das bedeutet: Formulargutachten werden mit 40 bis 75 € vergütet, formfreie ärztliche gutachten mit 58 bis 168 €, je nach Facharztgebieten und Schwierigkeitsgraden. Dieses Grundhonorar vergütet das Aktenstudium, die Erhebung der Anamnese und des klinischen Untersuchungsbefundes sowie für die sozialmedizinische Leistungsbeurteilung. Radiologische Leistungen und Laborleistungen, Portokosten und Schreibgebühren werden extra vergütet.

Und es bewirkt, dass Gutachten von Fachärzten quasi wie am Fließband gefertigt werden (müssen). Kein Wunder also, wenn der Arzt-Patientenkontakt selbst bei psychiatrischen Gutachten auf wenige Minuten begrenzt ist und die Begutachtungsmethoden „mehr als ruppig“ sind. Klar auch, dass nach dem Grundsatz „Masse statt Klasse“ die Gutachten darunter leiden und das natürlich regelmäßig zu Lasten des Antragstellers geht. Bevor die DRV auf der Basis eines solchen Gutachtens eine Rente bewilligt, veranlasst sie das nächste und übernächste Gutachten, die kosten ja nicht viel. Aber für sie gilt ja das gleiche … - und so werden berechtigte Ansprüche kaum nachweisbar – im Gegenteil!

Das System funktioniert und die Rentenversicherung spart.

Gruß!
Machts Sinn

Lassen Sie sich doch ruhig für 500€ begutachten und zahlen Sie das ganze selbst.
Sie sind doch sowieso der Meinung, dass die Gutachter der DRV bzw. die von der DRV beauftragten Gutachter einen schlechten Job machen.

Solch dummes Gewätz kotzt mich an.

von
Erich Gande

Zitiert von: Machts Sinn

Danke!

Das bedeutet: Formulargutachten werden mit 40 bis 75 € vergütet, formfreie ärztliche gutachten mit 58 bis 168 €, je nach Facharztgebieten und Schwierigkeitsgraden. Dieses Grundhonorar vergütet das Aktenstudium, die Erhebung der Anamnese und des klinischen Untersuchungsbefundes sowie für die sozialmedizinische Leistungsbeurteilung. Radiologische Leistungen und Laborleistungen, Portokosten und Schreibgebühren werden extra vergütet.

Und es bewirkt, dass Gutachten von Fachärzten quasi wie am Fließband gefertigt werden (müssen). Kein Wunder also, wenn der Arzt-Patientenkontakt selbst bei psychiatrischen Gutachten auf wenige Minuten begrenzt ist und die Begutachtungsmethoden „mehr als ruppig“ sind. Klar auch, dass nach dem Grundsatz „Masse statt Klasse“ die Gutachten darunter leiden und das natürlich regelmäßig zu Lasten des Antragstellers geht. Bevor die DRV auf der Basis eines solchen Gutachtens eine Rente bewilligt, veranlasst sie das nächste und übernächste Gutachten, die kosten ja nicht viel. Aber für sie gilt ja das gleiche … - und so werden berechtigte Ansprüche kaum nachweisbar – im Gegenteil!

Das System funktioniert und die Rentenversicherung spart.

Gruß!
Machts Sinn

Soviel Blödsinn in einem Beitrag habe ich hier lange nicht mehr gelesen.

Sie haben echt ein Problem - aber nicht mit der RV sondern mit sich selbst.

Gute Besserung.

von
Machts Sinn

Hallo,

diese doch mehr emotionalen als sachlichen Reaktionen zeigen, dass der Tacheles-Beitrag den Nagel offenbar auf den Kopf trifft!

Machts Sinn

von
Schreibkraft

Wie die DRV ihre Gutachter bezahlt, kann ich nicht sagen, doch was Gutachten für das Versorgungsamt betrifft, habe ich relativ aktuelle Informationen:

Alles in allem (Aktenstudium, Anamnese, körperliche Untersuchung, Gutachtenerstellung per Diktat 8 bis 20 Seiten) bekommt der Facharzt 200,- Euro pro Gutachten.

Die aufzuwendende Arbeitszeit pro Gutachten sind dabei für den Gutachter zwei bis fünf Stunden.