Hunzuverdienst bei Hinterbliebenenrente

von
Ulrike Heusner

Hallo an das Forum,
ich beziehe inzwischen die vorgezogene Altersrente zusätzlich zur Hinterbliebenenrente.
Mir bleiben etwa 50,- € monatlich an erlaubtem Hinzuverdienst ohne Abzüge durch den gesetzlichen Rententräger.
Frage: MÜSSEN diese jährlich etwa 600,- € so gestückelt sein, dass Monat für Monat die Grenze nicht überschritten wird? Oder muss nur die Jahressumme passen, d.h. dürfen in einzelnen Monaten die etwa 50,- € überschritten werden, solange die Jahressumme nicht mehr als etwa 600,- € beträgt?
Vielen lieben Dank für Antworten!

Experten-Antwort

Hallo Frau Heusner,

bei der Einkommensanrechnung ist das monatliche Einkommen maßgebend. Beziehen Sie in einem Monat mehrere Einkommen, werden diese zusammengerechnet.

Bei Erwerbseinkommen (beispielsweise Arbeitsentgelt) gilt als monatliches Einkommen grundsätzlich das durchschnittliche Vorjahreseinkommen einschließlich etwaiger Sonderzahlungen (zum Beispiel Urlaubs- und Weihnachtsgeld) – bei Selbständigen grundsätzlich ein Zwölftel des steuerpflichtigen Gewinns des Vorjahres.

Hatten Sie im Vorjahr keine oder nur kurzfristige Einkünfte, dann gilt als monatliches Einkommen das laufende Einkommen – bei Selbständigen ein Zwölftel des voraussichtlichen Jahreseinkommens.

Ausnahmsweise kann auch das laufende Einkommen berücksichtigt werden, wenn es um wenigstens zehn Prozent niedriger ist.

Bei den dauerhaften Erwerbsersatzeinkommen (beispielsweise Altersrenten) wird stets vom laufenden Einkommen ausgegangen.

von
Ulrike Heusner

Vielen Dank für die schnelle Antwort! Darf ich nachhaken, ob ich Sie richtig verstanden habe?
In 2016 hatte ich eine kurzfristige Beschäftigung, mit der ich in keinem der drei oder vier betroffenen Monate über die Einkommensgrenze gekommen bin. Die entsprechenden Bescheide mit der Berechnung durch die Dt. Rentenversicherung habe ich nie ganz kapiert.
Wenn ich Sie jetzt richtig verstanden habe, gilt dann 2017 für mich das laufende Einkommen - Monat für Monat - für die Einkomensanrechnung. D.h. bei einer erneuten kurzftistigen Beschäftigung würde Monat für Monat betrachtet.
Damit kommt eine kurzfristige Beschäftigung für mich leider nicht in Frage.
Nochmals herzlichen Dank - ich finde es toll, so schnell fundierte Antworten zu bekommen!

von
W*lfgang

Hallo Ulrike Heusner,

Sie dürfen aber auch nicht vergessen, dass der über den 50 EUR liegende Hinzuverdienst nicht in voller Höhe von der Witwenrente abgezogen wird, sondern nur zu 40 %.

Nehmen wir den klassischen Minijob mit glatt 450 EUR in allen 12 Monaten. Aufgrund der Versicherungspflicht im Minijob werden bei der Anrechnung auf die Witwenrente vorab 40 % runtergerechnet, so dass hier nur 270 EUR als fiktives Nettoeinkommen gelten. 50 EUR haben Sie im Rahmen der Freibetragsgrenze noch Luft, verbleiben 220 EUR Einkommen. Davon 40 % = 88 EUR Kürzungsbetrag für die Witwenrente. Im Ergebnis bleiben Ihnen von den 450 noch 345 EUR übrig (450 - rd. 17 eigener Rentenbeitrag - 88 Kürzungsbetrag Witwenrente).

Zudem erhöht sich mit Erreichen der Regelaltersrente die Altersrente ebenfalls noch um einen kleinen Schluck durch den Minijob, was allerdings auch (nur) zu 40 % Anrechnung auf die Witwenrente führen könnte.

Ach übrigens, von welcher Hinzuverdienst-/Freibetragsgrenze gehen Sie aus? Von der für die Altersrente und/oder der bei der Witwenrente?

Aus Sicht Altersrente gibt es ab 01.07.2017 deutliche Veränderungen/Flexirente (6300 EUR in 2017 möglich, ohne Kürzung der Altersrente) und bis 30.06.2017 können Sie noch 2x 900 EUR abräumen ...man muss dabei aber auch immer die Auswirkungen auf die Witwenrente (Freibetrag 804 EUR West) im Auge behalten.

Hört sicher sehr kompliziert an, ggf. lassen Sie sich das vorausschauend in der nächsten Beratungsstelle erläutern.

Gruß
w.

von
Ulrike Heusner

Hallo Wolfgang,
vielen Dank für die Erläuterungen.
Bei mir geht es um Witwenrente und kurzfristige Beschäftigung für einen Saisonjob.
Da ich jetzt auch Altersrente beziehe, werden vom Hinzuverdienst nicht mehr pauschal 40% abgezogen, sondern nur noch 14%. Und der Zahler einer Betriebsrente behält nochmal einen satten Teil davon ein, um was die Dt. Rentenversicherung kürzt. Damit lohnt es sich wirklich nicht.
Die Regeln zum Hinzuverdienst bei Altersrente kommen bei mir gar nicht zum Tragen.
Schöne Grüße