Ich benötige Vorabinformationen zur Reha

von
medizinische und berufliche Reha während Arbeitsverhältnis?

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hoffe, dass ich auf diesem Weg einige Erfahrungen sammeln kann. Folgender Sachverhalt:

Mein Mann, 34 Jahre als, Lagerist hatte vor 10 Jahren einen schweren Autounfall. (Schädelhirntrauma mit Schädelverletzung, Sprunggelenk gebrochen, Hüfte gebrochen, Oberschenkelbruch). Auch heute noch Schmerzen vorhanden. Seit 5 jahren leidet er unter Schmerzen an der HWS. Er bekommt jedoch nur manuelle Therapien, wird kaum behandelt. Nunmehr ist er sweit 5 Wochen krankgeschrieben, der orthopäde fühlt sich nicht für weitere 'Untersuchungen zuständig.
Meine Frage:

1. kann er halbe EM-Rente beantragen, da er noch von dem Unfall Folgeschäden hat? Er arbeitet momentan Vollzeit und hat aber einen Teilzeitarbeitsvertrag von 30 Stunden. Dort wird akkord gearbeitet. Überstunden werden gutgeschrieben. Er muss aber immer voll arbeiten.
2. Kann er jetzt schon eine med. Reha beantragen?
3. Wann kann man eine berufliche Reha machen? Muss da ARV dafür beendet sein? Er ist ja jetzt unbefr. angestellt, quält sich auch immer wieder zur Arbeit, aus Angst vor Arbeitslosigkeit. Auf Dauer kann er diese Tätigkeit aber sicher nicht machen, da er täglich 50-kg-Pakete heben muss und das im Akkord.

Ich würde mich über ein paar Tips freuen.

von
Wissender

Ihr Gatte möge der Gewerkschaft beitreten, denn die gewährt Kündigungsrechtsschutz etc. . Und dann sollte er einem Sozialverand beitreten, da die in diesen Fällen gut beraten und vor den Fallstricken, die mit überhasteten Anträgen bei der DRV verbunden sein können, schützen können.

Was den Arzt betrifft, so ist der 6. April ein guter Tag, um den zu wechseln.

von
Fisci

Persönlich halte ich die Möglichkeit Nr. 2 für die beste - also eine medizinische Rehamassnahme.

In einer Reha würde dann auch festgestellt werden, ob ihr Mann eventuell bereits erwerbsgemindert ist und
ob er z.b. dann eine Teil -, volle EM-Rente oder gar keine EM-Rente erhalten würde.

Einen Antrag auf berufliche Reha ( wie eine Umschulung etc. ) kann man dann ja - je nach Ergebnis der med. Reha - immer noch stellen.

Aber das med. Ergebnis einer Reha ist entscheidend ob und welche berufl. Massnahmen notwendig erscheinen und seitens der RV auch finanziert werden.

Eine Umschulung z.b. erfolgt
- aus Kostengründen - nur dann , wenn auch eine reale Chance besteht diese auch durchzustehen und später einen geeigneten Job zu finden.

von
Skatrentner

Gute Hinweise haben Ihnen ja schon Wissender und Fisci zu Ihrer Frage gegeben.

Aber noch ein Hinweis: Hat Ihr Mann schon einmal einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt ? Ich könnte mir vorstellen ( wenn ich die Diagnosen lese ) dass hier doch die Ausstellung eines Schwerbehindertenausweises gerechtfertigt ist. Dann hat er doch auch in der Fa. einen besseren Kündigungsschutz. Falls er aber nur 30 % bekommen sollte, kann er beim Arbeitsamt einen Antrag auf Gleichstellung stellen, der ebenfalls einen besseren Kündigungsschutz beinhaltet.

Also falls noch nicht geschehen, sofort stellen.

von
Fisci

Der Status eines Schwerbehinderten schützt aber letzlich und final nicht vor einer Kündigung !

Außerdem sind die Anforderungen zur Anerkennung als Schwerbehinderter
( also mind. 50% GdB ) sehr hoch , werden nicht mehr
" so einfach " - wie es früher mal war - mal eben so zuerkannt und so ein Schwerbehindertenantragsver-
fahren kann durchaus auch mal Monate bis zu 1 Jahr dauern.

Hinsichtlich einer Kündigung, muß der Arbeitgeber lediglich nur v o r der Kündigung die Genehmigung zur Kündigung beim zuständigen Integrationsamt einholen - diese wird aber in 99% aller Fälle erteilt.

Das ist eine reine Formalie und eigentlich nur grostesk was da abläuft ( habe das Verfahren selbst mitgemacht .. ) , da wie gesagt , die Kündigung in den aller meisten Fällen seitens des Amtes einfach nur abgesegnet wird.

Letzlich wird man sich - wenn der Arbeitgeber jemanden wirklich " los " werden will - also nicht vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses schützen können.

Allenfalls wäre eine zeitliche Verzögerung der Kündigung
( im vielleicht 2-3 Wochen ) durch die Dauer des Schriftverkehres und durch eine - sagen wir mal gewisse Verzögerungstaktik - denkbar, mehr - aber auch nicht.

Das muss leider so klar und deutlich gesagt werden, um nicht unnötige und falsche Hoffnungen hinischtlich einer Schwerbehinderungsanerkennung und dem damit verbundenem -angeblichem-
und in der Praxis eben nicht vorhandem Kündigungsschutz zu wecken....

von
Wissender

Ihnen ist zuzustimmen. Deshalb rate ich ja auch sich an die zu wenden, die die meiste Erfahrung haben und nicht gleich zur Behörde zu laufen. Die Folge kann die Einleitung von unerwünschen nachteiligen bürokratischen Prozessen sein, die sich nich mehr stoppen lassen.

von
Auskenner

Der Status eines Schwerbehinderten schützt aber letzlich und final nicht vor einer Kündigung !

Außerdem sind die Anforderungen zur Anerkennung als Schwerbehinderter
( also mind. 50% GdB ) sehr hoch , werden nicht mehr
" so einfach " - wie es früher mal war - mal eben so zuerkannt und so ein Schwerbehindertenantragsver-
fahren kann durchaus auch mal Monate bis zu 1 Jahr dauern.

Hinsichtlich einer Kündigung, muß der Arbeitgeber lediglich nur v o r der Kündigung die Genehmigung zur Kündigung beim zuständigen Integrationsamt einholen - diese wird aber in 99% aller Fälle erteilt.

Das ist eine reine Formalie und eigentlich nur grostesk was da abläuft ( habe das Verfahren selbst mitgemacht .. ) , da wie gesagt , die Kündigung in den aller meisten Fällen seitens des Amtes einfach nur abgesegnet wird.

Letzlich wird man sich - wenn der Arbeitgeber jemanden wirklich " los " werden will - also nicht vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses schützen können.

Allenfalls wäre eine zeitliche Verzögerung der Kündigung
( im vielleicht 2-3 Wochen ) durch die Dauer des Schriftverkehres und durch eine - sagen wir mal gewisse Verzögerungstaktik - denkbar, mehr - aber auch nicht.

Das muss leider so klar und deutlich gesagt werden, um nicht unnötige und falsche Hoffnungen hinischtlich einer Schwerbehinderungsanerkennung und dem damit verbundenem -angeblichem-
und in der Praxis eben nicht vorhandem Kündigungsschutz zu wecken....

von
Auskenner

Persönlich halte ich die Möglichkeit Nr. 2 für die beste - also eine medizinische Rehamassnahme.

In einer Reha würde dann auch festgestellt werden, ob ihr Mann eventuell bereits erwerbsgemindert ist und
ob er z.b. dann eine Teil -, volle EM-Rente oder gar keine EM-Rente erhalten würde.

Einen Antrag auf berufliche Reha ( wie eine Umschulung etc. ) kann man dann ja - je nach Ergebnis der med. Reha - immer noch stellen.

Aber das med. Ergebnis einer Reha ist entscheidend ob und welche berufl. Massnahmen notwendig erscheinen und seitens der RV auch finanziert werden.

Eine Umschulung z.b. erfolgt
- aus Kostengründen - nur dann , wenn auch eine reale Chance besteht diese auch durchzustehen und später einen geeigneten Job zu finden.

von
Nix

Hallo!
Sie haben hier schon einige Tipps erhalten, die sehr hilfreich waren.
Ihr Ehemann sollte sich zur Krankenkasse begeben und dort einen Antrag auf medizinische Leistungen zur Rehabilitation stellen.
Dieser wird an den RV-Träger weitergeleitet.

Stellt der RV-Träger fest, dass eine Erwerbsminderung bereits vorliegt, dann gilt der Antrag auf Medizinische Leistungen als Antrag auf Rente und es wird eine Erwerbsminderungsrente gewährt.
Diese ist heutzutage zeitlich befristet bzw. kann bis zu 6 Jahren befristet werden und wird anschliessend auf Dauer gewährt, falls Erwerbsminderung immer noch vorliegt.

Sollte zuerst doch eine Rehabilitationsleistung bewilligt werden, dann sollte Ihr Ehemann diese Rehabilitationsleistung auch durchführen. Im Anschluss wird dann auch festgestellt werden, ob aufgrund des Entlassungsberichts - der dort enthaltenen Informationen über die Gesundheit - Erwerbsminderung vorliegt und der Antrag auf medizinische Leistungen gilt dann als Antrag auf Erwerbsminderungsrente und die Rente wird nachträglich auch für die Zeit ab dem Antrag auf medizinische Leistungen gezahlt.
Stellt man im Rahmen der medizinischen Reha fest, dass auch eine Umschulung sinnvoll ist, dann wird der RV-Träger die Einleitung einer solchen ebenfalls prüfen....aber erstmal der Reihe nach...ihr Mann soll ja erstmal wieder "auf die Beine" kommen.

Ich wünsche Ihrem Ehemann alles Gute.

Viele Grüsse
Nix

Experten-Antwort

Den Beiträgen von "Fisci" und "Nix" ist nichts hinzuzufügen.