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Experten-Antwort

In Brasilien schon 30 Jahre gearbeitet, wird das angerechnet, wenn ich noch 15 Jahre in Deutschlang arbeite?

von Angela Klemt29.06.2016 | 02:53
2161 Ansichten
12 Antworten

Fragen beantworten Expertinnen und Experten der Deutschen Rentenversicherung.

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Ich bin als Deutsche 1963 in Kiel geboren, mein Vater wurde aber dann nach Wilhelmshaven versetzt und in der Umgebung haben meine Eltern bis 1979 gelebt (habe bis zur 10 Klasse das Mariengymnasium Jever besucht). Da mein Vater sich noch kräftig fühlte und was Neues machen wollte sind wir dann nach Rio de Janeiro gezogen, wo ich bis jetzt lebe. Nach dem Abitur an der Deutschen Schule habe ich Informatik und danach Medizin studiert. Anschliessend machte ich meinen Master und Doktor in Ingenieurswissenschaften (biomedizinischen). Seit 1995 habe ich eine eigene Praxis. Ich zahlte seit Januar 1986 in das brasilianische Rentensystem ein. Zu der damaligen Zeit galt die Regel, dass man 25 Jahre einzahlen musste, danach wurde diese geändert 30 Jahre. Leider sieht es wegen der überall gegenwärtigen Korruption sehr schlecht in Brasilien aus (so findet die Regierung keine Minister, weil alle Kandidaten deswegen Prozesse am Halse haben inklusive alle Präsidenten...). Deshalb ist die Rentenkasse zum ¨schwarzen Loch¨ geworden und die Regierung will dazu neue Gesetze erlassen, dass alle bis mindestens zum 65 Lebensjahr arbeiten sollen. Im Prinzip ist das ok, nur gibt es grosse Ungerechtigkeiten. Die Rente wird NICHT wie die Inflation erhört (vor einem Jahr hat die abgesetzte Präsidentin ein Veto eingelegt). So kommt es, dass man den Höchstsatz jahrelang einzahlt (Entsprechend der Steuererklärung), dann aber nach 8-10 Jahren Rente nur noch das Mindestgehalt bekommt, also nicht mal die Krankenversicherung bezahlen kann. (Auf der anderen Seite kann einer 10% vom Mindestsatz einzahlen, bekommt aber auch ein ganzes Mindestgehalt übrigens Politiker brauchen nur 8 Jahre zu ¨arbeiten¨, dann bekommen sie das 10-fache des höchsten Wertes angeglichen der Inflation!!!). Meine Tochter wird im Januar 16 Jahre alt und besucht die internationale Schule. Sie möchte dann Astrophysik studieren (in Brasilien gibt es dieses nicht), wird also als Deutsche irgendwo auf der Welt studieren. Ich selber bin geschieden und frage mich, was ich dann noch in Rio de Janeiro zu suchen habe, denn überall lauern Verbrecher und man kann jeden Tag froh sein, wenn man heil nach Haus gekommen ist. Deshalb interessiere ich mich eventuell in Deutschland eine Stelle zu finden (nicht unbedingt als Ärztin, da braucht man ja die Approbation), aber da ich ja doch so einiges studiert habe, könnte es ja sein, dass mein Profil angenommen wird. Nun lass ich die Broschüre Download der Publikation "Arbeiten in Deutschland und in Brasilien" [barrierefrei, PDF, 697 KB] So, nach der langen Einführung, die ich für wichtig halte, meine Frage: 1. 1) Falls ich in Deutschland anfange zu arbeiten, sagen wir 15 Jahre lang und dann in Rente gehen will, werden dann meine 30 Jahre, die ich in Brasilien eingezahlt habe, anerkannt, also 30+15 = 45 Jahre Versicherungszeit. Würde ich Rente aus Deutschland beziehen, als wenn ich 45 Jahre in Deutschland gearbeitet hätte? 2. 2) Was passiert, wenn ich versuche jetzt in Brasilien in Rente zu gehen (da ich schon 30 Jahre eingezahlt habe) die meisten Kollegen versuchen das jetzt (der Vorteil ist, dass man dann den teuren Beitrag nicht mehr bezahlen muss)? Wird dann nach 15 Jahren Beitrag in die deutsche Rentenversicherung die Versicherungszeit 45 Jahre angerechnet? Entschuldigen Sie bitte, aber das konnte ich nicht einwandfrei aus der Broschüre entnehmen und all das sind wichtige Fragen um mich zu entscheiden, was ich in der Zukunft mache! Mit freundlichen Grüssen

Antworten vom Expertenteam

Persönlich beantwortet im Expertenforum

1
Expertenantwort · 1Deutsche Rentenversicherung

Die Bundesrepublik Deutschland hat mit der Republik Brasilien ein Sozialversicherungsabkommen vereinbart, das zum 01.05.2013 in Kraft getreten ist.

Das Abkommen mit Brasilien enthält keine Regelungen, welche die Entstehung eines Rentenanspruchs durch Zusammenrechnung deutscher und brasilianischer rentenversicherungsrelevanter Zeiten verhindern.

Für den Erwerb eines Leistungsanspruchs aus der deutschen Rentenversicherung werden auch die in

Brasilien anrechenbaren Versicherungszeiten berücksichtigt, soweit sie nicht auf dieselbe Zeit entfallen.

Weiter bestimmt das Abkommen mit Brasilien für die deutsche Rentenberechnung ausdrücklich, dass Entgeltpunkte (die Grundlage für die Berechnung der deutschen Rentenhöhe sind) nur aus Zeiten zu ermitteln sind, die nach den deutschen Rechtsvorschriften zu berücksichtigen sind. Das Abkommen sieht somit die rein innerstaatliche Berechnung der deutschen Rente in zwischenstaatlichen Fällen vor. Die in Brasilien zurückgelegten Zeiten beeinflussen die Höhe der deutschen Rente daher grundsätzlich nicht.

Für Fragen in Zusammenhang mit dem deutsch-brasilianischen Sozialversicherungsabkommen wurde die Deutsche Rentenversicherung Nordbayern in 97064 Würzburg als zuständige Verbindungsstelle bestimmt. Wir empfehlen Ihnen deshalb auf jeden Fall, sich mit Ihren (ggfs. weiteren) Frage direkt dorthin zu wenden.

Deutsche RentenversicherungSie möchten persönlich beraten werden?Beratungsangebote der Deutschen Rentenversicherung

11 Antworten

****am 29.06.2016 | 08:42
Hallo Angela, zu Frage 1: Die Zeiten aus Brasilien und Deutschland werden zusammengerechnet, aber die Deutsche Rente berechnet sich natürlich nur aus den Deutschen Zeiten. Sie erhalten dann eine Rente aus Brasilien und eine aus D. zu 2: Der Bezug der Brasilianischen Altersrente kann in Deutschland zur Versicherungsfreiheit führen gem. § 5 Abs. 4 SGB 6. das heißt wenn sie nach Beginn der bras. AR nach D kommen und nehmen eine Beschäftigung auf, zahlen sie keine Beiträge mehr an die deutsche RV und erwerben somit keine Rentenansprüche in D, außer sie verzichten auf die Versicherungsfreiheit. Welche Auswirkungen die Beschäftigungsaufnahme in D auf die Zahlung der Brasilianischen AR hat, erfragen sie bitte bei der INSS.
Constanze Sch.am 29.06.2016 | 09:24
Wenn Sie in Deutschland als Ärztin (ob im Krankenhaus oder selbständig) arbeiten könnten, wären sie allseits willkommen. Denn in Deutschland herrscht akuter Ärztemangel. Manche Ärzte nehmen schon gar keine neuen Patienten mehr an oder haben Wartezeiten von mehreren Monaten bis zu 1 Jahr oder gar länger. Vielleicht schaffen Sie es hier eine Zulassung zu bekommen. Versuchen Sie es auf alle Fälle! Finanziell wird es sch auf jeden Fall lohnen.
Otto F.am 29.06.2016 | 09:30
In Brasilien kann man es gut sehen. Braucht die Regierung Geld geht sie an die Rentenkasse. Dort ist am leichtesten Geld zu holen, zumal sich die meisten Rentner nicht dagegen wehren oder wehren können. Und die Bedingungen für den Rentenzugang lassen sich nach Belieben regeln. Das gilt auch - in abgeschwächter Form - auch für Deutschland. Schade, daß unsere DRV nicht autonom ist und sich gegen den Einfluß der Regierung nicht wehren kann.
vbcvbam 29.06.2016 | 09:50
Das ist in Deutschland aber auch nicht anders. Die Rentenanpassungsformel ist nicht am Inflationsindex gekoppelt. Zum Beispiel liegt die Inflation dieses Jahr bei unter einem Prozent. Die Renten steigen aber um 4,25% bis 5,95%
Herz1952am 29.06.2016 | 10:14
Hallo Angela, ich kann Ihre Fragen leider nicht beantworten. In diesem Bereich kene ich mich nicht aus.
Maier A.am 29.06.2016 | 10:45
Die Rente wird NICHT wie die Inflation erhört
Das ist in Deutschland aber auch nicht anders. Die Rentenanpassungsformel ist nicht am Inflationsindex gekoppelt. Zum Beispiel liegt die Inflation dieses Jahr bei unter einem Prozent. Die Renten steigen aber um 4,25% bis 5,95%
Die Renten steigen aber nur um diesen Jahr um 4,25 % bis 5,95 %. In früheren Jahren waren es deutlich weniger oder sind sogar überhaupt nicht erhöht worden. In zukünftigen Jahren werden es wieder deutlich weniger sein!
Herz1952am 29.06.2016 | 10:51
Zitat von Maier A. anzeigenausblenden
Das ist in Deutschland aber auch nicht anders. Die Rentenanpassungsformel ist nicht am Inflationsindex gekoppelt. Zum Beispiel liegt die Inflation dieses Jahr bei unter einem Prozent. Die Renten steigen aber um 4,25% bis 5,95%
Die Renten steigen aber nur um diesen Jahr um 4,25 % bis 5,95 %. In früheren Jahren waren es deutlich weniger oder sind sogar überhaupt nicht erhöht worden. In zukünftigen Jahren werden es wieder deutlich weniger sein!
Das halte ich für durchaus möglich
W*lfgangam 29.06.2016 | 21:28
...wenn Sie schon länger hier mitlesen, werden Sie bemerkt haben, dass der Name 'Herz1952' von - ich nenne Sie neutral mal 'Namenlose' ohne eigene Identität / oder eingeschränkten Persönlichkeiten / halt eben nur Grunzinstinkte möglich ;-) - verwendet wird. Gruß w.
Herz1952am 30.06.2016 | 07:26
(...)
...wenn Sie schon länger hier mitlesen, werden Sie bemerkt haben, dass der Name 'Herz1952' von - ich nenne Sie neutral mal 'Namenlose' ohne eigene Identität / oder eingeschränkten Persönlichkeiten / halt eben nur Grunzinstinkte möglich ;-) - verwendet wird. Gruß w.
Es ist allerliebst wie Du mich verteidigst, mein Süßer.
Herz1952 (das richtige)am 30.06.2016 | 12:47
(...)
...wenn Sie schon länger hier mitlesen, werden Sie bemerkt haben, dass der Name 'Herz1952' von - ich nenne Sie neutral mal 'Namenlose' ohne eigene Identität / oder eingeschränkten Persönlichkeiten / halt eben nur Grunzinstinkte möglich ;-) - verwendet wird. Gruß w.
Nicht jedes Herz verfügt nur über Grunzinstinkte, das betrifft nur die Doppelherzen. Von mir gibt es ausschließlich fundierte und immer hilfreiche Ratschläge (smile)
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