Infopflicht gegenüber Arbeitgeber

von
Urban

Hallo mich interessiert folgendens:

Mit 65 erhalte ich die Regelaltersrente. Die DRV teilt mir jedoch mit, dass die Bedingungen "Altersrente für Frauen" insofern erfüllt sind, dass ich bereits ca. 8 Monate früher ohne Abschlag - also abzugsfrei, in Rente gehen kann.

Nun meine Fragen:

1. Bin ich dazu verpflichtet, meinem Arbeitsgeber diese Möglichkeit mitzuteilen? Ist sowas irgendwo offiziell geregelt?

2. Kann mein Arbeitgeber dann unter Umständen verlangen, dass ich gehe, wenn ich denn abzugsfrei gehen kann?

Hintergrund: Ich möchte, um meine Rente noch erhöhen zu können, auf keinen Fall früher ohne Abzug gehen, sondern erst mit Erreichen des 65. Lebensjahres.

Ich habe einen unbefristeten Arbeitsvertrag, in dem ein Passus, wie z. B. "Das Arbeitsverhältnis endet, ohne dass es einer Kündigung bedarf, spätestens mit Erreichen des 65. Lebensjahres", fehlt. Sowas steht bei mir nicht drin.

Ich bin nun ziemlich ratlos, wie ich mich am besten meinem Arbeitgeber gegenüber verhalte.

Vielen Dank - ich würde mich riesig über Hilfe freuen.

von
Schade

wahrscheinlich wird ein einfaches Gespräch mit Ihrem AG ergeben, dass Sie ein Problem sehen, wo gar keines besteht.

Fragen Sie doch in der Personalabteilung wieviele Monate vorher der AG wissen will, wann seine Mitarbeiter in Rente gehen wollen.

von
bekiss

Obwohl es sich dabei um eine Frage des Arbeitsrechts handelt, kann ich mir eine derartige Vorab-Mitteilungspflicht oder eine Verpflichtung zum Rentenbezug nicht vorstellen. Wenn Sie allerdings dann eine Altersrente beziehen sollten, muss das der Arbeitgeber schon wissen.

Er darf nämlich bei Altersrenten ab Rentenbeginn keinen Arbeitnehmeranteil zur Rentenversicherung mehr abführen.

von
Brille

Hallo Urban!

Ihrer Aussage nach sind Sie weiblich und im April 1944 geboren (ein ca. 8 Monate vor 65 gibt es nicht!). Wenn Sie mit Ihrem Arbeitgeber keine vertragliche Regelung über das Ende der Beschäftigung getroffen haben und dies auch nicht durch Tarifvertrag geregelt ist, so sind Sie und Ihr AG in der Wahl des Beendigungszeitpunktes grds. frei - die gesetzliche Normierung besagt lediglich, dass es beim Eintritt in die Altersrente keiner extra Kündigung oder eines Auflösungsvertrages bedarf.

Ob sich das Hinausschieben der Rente zur Steigerung derselben lohnt müssen Sie selbst entscheiden / ausrechnen: (angenommen Sie verdienen an der Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 5.300 EUR/Monat, so steigt die Rente durch 8 weitere Monate bestenfalls um 37,02 EUR (brutto!). Im selben Zeitraum haben Sie und Ihr AG jeweils weitere 4.218,80 EUR in die Rentenkasse eingezahlt! - Evtl. Verluste durch die anderweitige Abschmelzung von Werten noch gar nicht in Betracht gezogen!).

Und: Sie gehen Monat für Monat für die Differenz zur Arbeit zwischen dem, was Sie netto aus der RV bekommen könnten (zzgl. evtl. Betriebsrente o.ä.) und dem, was netto auf dem Lohnzettel steht!

Grundsätzlich wird Ihr AG Sie aber nicht in Rente zwingen können.

von
Happy

Hallo Urban,

Ich nehme an, denn geschrieben haben Sie das ja nicht, dass Sie tatsächlich im April 1944 geboren sind.

Wenn das also stimmt, dann dürfen Sie (wenn die anderen Voraussetzungen für die AR für Frauen erfüllt sind) sher wohl mit 64 +4 Monaten die "abschlagfreie Altersrente für Frauen" beantragen. Es gab für bis 04/1994 eine Anhebung der Altersgrenze auf das 64 Lj. plus 4 Monate.
Also 8 Monate vor dem 65.Lj.

Den anderen Ausführungen zum "Muss"-Renteneintritt aus Sicht des Arbeitgebers stimme ich auch zu. Ich glaube nicht, dass Sie gezwungen werden können die Rente zu beantragen.

In der Regel wissen die meißten AG sowieso nicht, wann wer (ohne Minderung)in Rente gehen kann.

Also liebe Grüßevon Happy und ein schönes WE

von
Happy (nochmal)

verflixt und zugenäht...

natürlich muss es heißen:
Es gab für bis 04/1944 geborene Frauen eine Anhebung der Altersgrenze auf das 64 Lj. plus 4 Monate.
Also 8 Monate vor dem 65.Lj.

so, das war's

Experten-Antwort

Hallo Urban,

es handelt sich tatsächlich um ein arbeitsrechtliches Problem, das in diesem Forum eventuell nicht abschließend beantwortet werden kann. Auch ich bin der Meinung ,dass Sie ihr Arbeitgeber nicht in eine frühere Altersrente zwingen kann.