Insolvenz und vollständige Geschäftsaufgabe für Rente mit 63

von
Konrad

Ich habe mit 61 Jahren eine Bedriebsbedingte Kündigung erhalten, da meine Abteilung kpl aufgelöst und verlagert wird. Da ich einem großen Konzern angehöre, wird nie eine vollständige Geschäftsaufgabe erreicht. Mir fehlen noch 22 Monate Beitragszeit für die Rente mit 63. Wird hier das Arbeitslosengeld I angerechnet, wenn eine kpl. Abteileung geschlossen wird ?

von
Jonas

Hallo,

die Frage ist noch nicht abschließend geklärt. Zurzeit wird in den Gremien der DRV über solche Sachverhalte beraten.

MfG

Jonas

von
DarkKnightRV

Hallo Konrad,

nach dem Wortlaut des Gesetzestextes fallen Sie hier leider durchs Raster.

Wie Jonas schon geschrieben hat, wird es zu diesem Thema noch eine Auslegung durch die RV-Träger geben. Ich befürchte aber, das sie nicht zu Ihren Gunsten ausfallen wird.

Falls dies der Fall sein sollte, würde ich an Ihrer Stelle erst einmal die Altersrente für langjährig Versicherte (mit Abschlag) nach dem Ende des Alo-Geld Bezuges nehmen und gegen die Ablehnung der Altersrente für besonders langjährig Versicherte Widerspruch einlegen (bzw. klagen).

8-)

von Experte/in Experten-Antwort

Eine verbindliche Auskunft über die Berücksichtigung der Zeiten der bevorstehenden Arbeitslosigkeit vor Rentenbeginn für Mitarbeiter, die im Zuge der Standortschließung (Abteilungsschliessung) ihren Arbeitsplatz verlieren, ist derzeit nicht möglich.
Nach dem Gesetz-entwurf werden auf die Wartezeit von 45 Jahren Zeiten des Bezugs von Entgeltersatzleistungen der Arbeitsförderung in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn nicht angerechnet, es sei denn, der Bezug von Entgeltersatzleistungen der Arbeitsförderung ist durch eine Insolvenz oder vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers bedingt.
Nähere Angaben, was unter Insolvenz bw. vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers zu verstehen ist, finden sich weder im Gesetz-entwurf noch in der Gesetzesbegründung. In der bevorstehenden Sitzung der Rentenversicherungsträger werden mehrere Auslegungsfragen unter anderem zum Umgang mit Standortschließungen eines Unternehmens vorgelegt. Das Beratungsergebnis muss daher zunächst abgewartet werden, bis eine verbindliche Auskunft erteilt werden kann.

von
xim

Sie sollten - wenn irgend möglich - eine geringfügige Beschäftigung aufnehmen und sich natürlich nicht von der Versicherungspflicht befreien lassen.
Falls Sie dann den Minijob noch 22 Monate ausüben, hätten Sie die 45 Jahre auf jeden Fall erreicht.

von
GroKo

Zitiert von: xim

Sie sollten - wenn irgend möglich - eine geringfügige Beschäftigung aufnehmen und sich natürlich nicht von der Versicherungspflicht befreien lassen.
Falls Sie dann den Minijob noch 22 Monate ausüben, hätten Sie die 45 Jahre auf jeden Fall erreicht.

Na klar dann ist der Konrad 65!

von
Konrad

bei Arbeitslosengeld I darf man 165 € dazuverdienen. Sind diese 165 € als geringfügige beitragspfliche Beschäftigung ausreichend um als Pflichtbeiträge anerkannt zu werden. Auch für die 2 Jahre Arbeitslosigkeit vor der Rente mit 63, die ja nicht als Beitragsjahre anerkannt werden.

von
Betroffener

Zitiert von: xim

Eine verbindliche Auskunft über die Berücksichtigung der Zeiten der bevorstehenden Arbeitslosigkeit vor Rentenbeginn für Mitarbeiter, die im Zuge der Standortschließung (Abteilungsschliessung) ihren Arbeitsplatz verlieren, ist derzeit nicht möglich.
Nach dem Gesetz-entwurf werden auf die Wartezeit von 45 Jahren Zeiten des Bezugs von Entgeltersatzleistungen der Arbeitsförderung in den letzten zwei Jahren vor Rentenbeginn nicht angerechnet, es sei denn, der Bezug von Entgeltersatzleistungen der Arbeitsförderung ist durch eine Insolvenz oder vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers bedingt.
Nähere Angaben, was unter Insolvenz bw. vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers zu verstehen ist, finden sich weder im Gesetz-entwurf noch in der Gesetzesbegründung. In der bevorstehenden Sitzung der Rentenversicherungsträger werden mehrere Auslegungsfragen unter anderem zum Umgang mit Standortschließungen eines Unternehmens vorgelegt. Das Beratungsergebnis muss daher zunächst abgewartet werden, bis eine verbindliche Auskunft erteilt werden kann.

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Was haben die RV-Träger nun beschlossen?