Insolvenz

von
Kai F.

Hallo, eine Frage zu meiner Situation. Okt. 54 geb., schwerbeh. immer gearbeitet am Bau, 45 J. voll. Firma jetzt Insolvenz, bekomme noch 3 Monate mein Geld, dann warscheinlich arbeitslos. Wie überbrücke ich diese Zeit bis zur Rente 63 J. u 4 Monate? Kann man mich irgendwann in die Schwerbeh.-Rente drängen mit Abschlag? Ich war in 45 J. noch nie in so einer Lage. Freue mich für jeden Tip wie ich mich jetzt verhalten soll. Danke

von
KSC

Wenn das Arbeitsverhältnis endet, werden Sie - sofern Sie keine andere Arbeit finden - arbeitslos.
Der Anspruch auf ALG 1 besteht für 2 Jahre und die Agentur für Arbeit hat keine Handhabe Sie in "Altersrente zu zwingen". Zumindest nicht solange Sie gesundheitlich in der Lage sind zu arbeiten.

Nach Ablauf der 2 Jahre könnten Sie bei Bedürftigkeit ALG II vom Jobcenter (JC) erhalten. Das JC hätte nach derzeitiger Rechtslage durchaus die Möglichkeit (ich glaube ab 63) die ALG II Zahlung zu verweigern, wenn ein Altersrentenanspruch besteht. Das gilt auch dann, wenn die Altersrente Abschläge hat. Ob "Ihr JC" das dann umsetzt oder Sie noch bis 63 +4 in Frieden lässt, ist Spekulation - darauf haben DRV und die Rentenexperten des Forums keinen Einfluß.

von
W*lfgang

Zitiert von: KSC
Das JC hätte nach derzeitiger Rechtslage durchaus die Möglichkeit (ich glaube ab 63) die ALG II Zahlung zu verweigern, wenn ein Altersrentenanspruch besteht.
...dazu:

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__12a.html

und mehr hier:

http://dejure.org/gesetze/SGB_II/13.html

Gruß
w.

von
michel

also 2 jahre alg1, wenn sie in dieser zeit sagen wir mal kurz vor ablauf dieser 2 jahre au werden, dann haben sie noch 78 wochen anspruch auf krankengeld.

also die zeit zu überbrücken ist eher kein problem.

bei krankengeld wird aber die kk sie auffordern innerhalb v. 10 wochen einen rehaantrag zu stellen also wieder 2,5 monate.

diesen können sie dann ruhig stellen wenn sie gleichzeitig bei der rv den altersrentenantrag stellen.

Experten-Antwort

Solange Sie Arbeitslosengeld I beziehen, kann die Agentur für Arbeit Sie nicht zu einer Altersrente mit Abschlag auffordern. Bei Bezug von Arbeitslosengeld II (falls Sie bedürftig wären) ist dies eher wahrscheinlich, wird aber vom zuständigen Jobcenter geprüft und entschieden. Das Arbeitslosengeld I würde für maximal zwei Jahre zustehen, z.B. für die Zeit 1.7.15 bis 30.6.17. Wenn Sie dann sofort in die Altersrente für schwerbehinderte Menschen gehen müssten, weil Sie keine Arbeit gefunden haben und kein Krankengeld oder Arbeitslosengeld II beziehen, so hätte die Altersrente bei einem Rentenbeginn 01.07.2017 einen Abschlag in Höhe von 3,6 Prozent. Konkrete Berechnungen können Sie in jeder Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung im persönlichen Beratungsgespräch machen lassen.

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