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Ist das Sinn und Zweck einer Reha?

von
Heinrich

Hallo,

ich wurde von der Krankenkasse aufgefordert innerhalb 10 Wochen einen reha Antrag zu stellen sonst gibt´s kein Krankengeld mehr und die Mitgliedschaft ist beendet.
Laut KK bin ich schwer erwerbs gemindert durch meine psychische Erkrankung - festgestellt nach Rücksprache mit dem MdK.
Mein Arzt und ich sind der Meinung das eine ambulante Therapie, welche ich auch bereits angefangen habe und welche mir bereits nach wenigen Sitzungen hilft, ausreicht.
Gegen die Aufforderung habe ich schriftlich Einspruch erhoben, auch nach 6 Wochen noch keine Antwort der KK. Nach erneuter Anfrage hat man mir gesagt, dass ich den Rehaantrag fristgerecht an die Krankenkasse schicken soll. Dieser würde nicht an die Rentenversicherung weitergeleitet bis der MdK meinen Widerspruch geprüft hat. Eine Begutachtung hat noch nicht stattgefunden. Soll ich nun den Antrag stellen nur um sicher zu stellen, nicht ohne Krankengeld dazustehen? Das kann doch nicht der Sinn einer Reha sein oder?
Danke und Grüße
Heinrich

von
Chris

Den Antrag sollten Sie auf jeden Fall stellen. Erwähnen Sie doch im Antrag ihre Zweifel an der stat. Maßnahme. Diese wird die Rentenversicherung dann entsprechend prüfen.

von
Heinrich

mit dem Risiko, dass ich dann eine Reha machen muss, wenn sie denn genehmigt wird, sowie die erfolgversprechende Therapie dann abbrechen muss.
Und nachdem ich ja den Antrag bei der KK abgeben soll / muss zwecks Nachweis, dass der Antrag rechtzeitig erfolgt ist, hat die KK dann auch Einblick was ich beantrage und wogegen ich Einwände und Zweifel habe.
Das kommt sicher gut wenn ich von der KK wieder Krankengeld haben will, wenn der Antrag abgelehnt wurde.

Kann die KK denn mein Krankengeld einfach einstellen ohne meinen Widerspruch vorher zu widersprechen? Immerhin hatten sie ja bereits 6 Wochen um das zu prüfen.

von
Chris

Sie müssen den Antrag nicht zwingend bei der Krankenkasse abgeben. Schicken Sie den Antrag einfach an die Rentenversicherung und informieren die Krankenkasse darüber.

Grundsätzlich kann die Krankenkasse das schon machen, auch wenn es nicht rechtmäßig sein wird.

von
egal

Hallo Heinrich,

was ist denn "ihr" Ziel?? Falls es Richtung Erwerbsminderungsrente gehen sollte, dann gilt der Grundsatz "Reha vor Rente".

Unabhängig davon wäre natürlich zu prüfen, ob berechtigte Einwände gegen eine stat. Maßnahme bestehen.

von
batrix

Sie können den Antrag auch in einer Beratungsstelle der RV abgeben. Dort erhalten Sie dann eine Bestätigung, dass der Antrag gestellt wurde und Sie können damit gegenüber der KK die fristgerechte Antragstellung nachweisen.

von
DN

Wenn ich den Sachverhalt richtig verstanden habe, möchte Heinrich keine Reha, muss diese aber beantragen und möchte seine Zweifel über den Sinn der Reha nicht der Krankenkasse offenbaren.

Ich denke, Heinrich sollte formlos einen Reha-Antrag bei der Krankenkasse stellen. Beispiel: Hiermit stelle ich formlos einen Antrag auf eine med. Reha. Den formellen Antrag werde ich ggfls. nach Abschluss des Widerspruchsverfahren direkt bei der Rentenversicherung stellen).

Sollte die Reha aus Sicht der Krankenkasse nach Abschluss des Widerspruchsverfahrens notwendig sein, so kann er diesen Antrag doch direkt bei der Rentenversicherung mit einem entsprechenden Hinweis über die seiner Meinung nach nicht notwendige Reha stellen.

Ich vermute, die Krankenkasse wird zwar zähneknirschend den formlosen Antrag auf med. Reha entgegennehmen, aber auch ein formloser Antrag ist ein Antrag.

von
Heinrich

@DN
Ihre Sicht des Sachverhalts trifft exakt den Punkt.
Was mache ich wenn die KK den formlosen Antrag nicht akzeptiert?

Kann die KK so ohne weiteres die Krankengeldzahlung einstellen?
Danke für die Tips, auch den bzgl. der Beratungsstelle. Wusste gar nicht, dass es die so flächendeckend gibt.

von
Schade

nur so am Rande gefragt: geht es Ihnen eigentlich darum, die beste Therapie zu bekommen und baldigst arbeitsfähig zu werden
oder
werden Spielchen gespielt um die unausweichliche Berentung wegen des höheren Krankengeldes möglichst weit nach hinten zu schieben? (denn wahrscheinlich hofft die Krankenkasse ja darauf, dass die RV aus dem Reha- einen Rentenantrag macht.

von
Heinrich

eine Berentung kommt für mich definitiv nicht in Frage, ich bin Ende 30.
Mir geht es darum eine ambulante Therapie zu Ende zu bringen, welche ich begonnen habe und welche mir bereits nach wenigen Sitzungen hilft.
Ausserdem hatte ich im Rahmen einer Reha Abklärung zu welcher mich die KK gezwungen hat (... sonst gibt´s kein Krankengeld mehr..) die Möglichkeit mir ein Bild zu machen, wie die Therapie in einer Rehaklinik abläuft. Und das war pures Spassprogramm. Schwimmen, Sauna, Kegelbahn aber gaaaanz wenig Psychotherapie. Ausser dass ich aufgrund des guten Essens zugenommen habe, was ich gar nicht brauchen kann, haben die 14 Tage die ich dafür aufgebracht habe nichts gebracht. Ich liebe meinen Job und freue mich darauf ihn wieder auszuführen.
Rente absolut NO!

von
Dodo

Hallo Heinrich,

so wie du dies schreibst, war es die falsche Reha Klinik.
Ich war schon öfters in einer psychosomatischen Klinik und dort ging kein Spassprogramm ab, sondern richtige Psychotherapie. Allerdings war ich in Kliniken, wo viel Therapie über die therapeutische Gemeinschaft bearbeitet wird.Und über Gruppentherapie. Du hast nicht geschrieben, was du hast. Such dir eine gute Reha Klinik aus und frag, ob die bezahlt wird.
Da gebe ich dir recht, lieber keine Reha wie eine schlechte.
Eine gute Reha bringt dich auch ambulant weiter.

von
DN

Meiner Meinung kann die Krankenkasse - zumindest zunächst - nicht auf einen formellen Antrag bestehen.

Die Rechtsgrundlage auf die die Krankenkasse die Aufforderung zur Stellung eines Reha-Antrag stützt dürfte § 51 Abs. 1 Satz 1 SGB V sein. In dieser Vorschrift wird nur von einem Antrag gesprochen. Auch formlose Anträge sind Anträge. Sie können der Krankenkasse ja mitteilen, dass Sie den formellen Antrag ggfls. nachträglich stellen werden, wenn die Krankenkasse über Ihren Widerspruch entschieden hat. Besteht die Krankenkasse auf einen Antrag auf eine med. Rehabilitation, stellen Sie den formellen Antrag. Wenn nicht, ziehen Sie Ihren formlosen Antrag wieder zurück.

Das Krankengeld dürfte nicht entzogen werden, wenn Sie einen formlosen Antrag innerhalb der Frist stellen - denn Sie haben ja einen Antrag gestellt. Im übrigen ist Krankengeld kein Leistung die die Krankenkasse aus &#34;Gnade oder Gutmütigkeit&#34; zahlt. Besteht Ihre Arbeitsunfähigkeit zu Recht, muss die Krankenkasse meiner Meinung nach zahlen - ob es ihr passt oder nicht.

von
Heinrich

Hallo Dodo,
meine Kliniksuche erstreckt sich jetzt bereits Monate. Ich suchte eine psychotherapeutische Klinik in der die Sozialphobie behandelt wird. Hatte auch einige Vorgespräche. Die (individuelle) Therapie der Angststörung wurde aber nicht angeboten.
Stattdessen überall eine tiefenpsychologische Gruppentherapie, in der Depressionen, Zwangsstörungen, alle möglichen Phobien in einen Topf geworfen werden? Nachdem ich nicht weiter kam, bat ich die Krankenkasse mich zu unterstützen, diese nannte mir dann insgesamt 5 Rehakliniken. Mit denen ich auch Kontakt aufgenommen hatte. Jedesmal die Aussage die Sozialphobie wird bei uns mitbehandelt. Aber nicht konkret angepackt. In der Klinik in der ich dann quasi testweise eine Rehaabklärung gemacht habe, hatte ich dann in 14 Tagen 1 Gruppentherapie (60min) mit 12 Leuten, Einzeltherapie keine einzige. Sicherlich ist Gruppentherapie on top hilfreich, aber alleine nicht ausreichend.
Nun denn ich habe ja einen ambulanten Therapieplatz gefunden, befinde mich in der diagnostischen Phase. Und schon die ersten Gespräche bringen mich bereits weiter.
Ich hab noch nie so viel über mich nachgedacht!
Von der Qualität der Therapeutin bin ich überzeugt, die Chemie stimmt. Das ganze ist wissenschaftlich fundiert und kontrolliert da die Therapie im Rahmen einer bundesweiten Studie erfolgt (www.sopho-net.de) die Sitzungen werden zwecks Supervision der Therapeuten aufgezeichnet, von der Studienleitung kontrolliert...

Was will/braucht man mehr? Einen Rehaaufenthalt der kostenmäßig wohl deutlich über dem der ambulanten Therapie liegt - sicher nicht.
Aber das interessiert die KK natürlich nicht. Die wollen einfach nur die Kosten abdrücken.