Ist Kinder-Ferienarbeit eine Beitragszeit

von
HKDD

Ich habe in der Ferien (August 1959 und August 1960) jeweils ein paar Wochen gearbeitet, um mein Taschengeld als Schüler der damaligen 10-klassgen Mittelschule (bis August 1960) aufzubessern. Ich war damals 15 bzw. 16 Jahre alt. Für diese Arbeit mußten damals SV-Beiträge und Lohnsteuer gezahlt werden. Deshalb gibt es entsprechende Einträge in meinem DDR-Sozialversicherungsausweis. Von der DRV werden diese drei Monate als "vollwertige" Pflichtbeitragszeiten behandelt (bis 2004 waren es noch bezuschlagte Ausbildungszeiten) und führen zur Minderung des Rentenfaktors wegen dem sehr geringen Verdienst. § 248 legt fest, daß Zeiten der Schulausbildung keine Beitragszeiten sind. Trotz mehrfacher Reklamation beharrt die DRV auf der Einordnung als vollwertige Beitragsmonate. Eigentlich sind Monate, in denen man eine neue Arbeit beginnt, als "beitragsgemindert" einzuordnen, auch das macht die DRV nicht.

von
Und nun?

ja und?

von
HKDD

Wenn diese drei Monate als "beitragsgemindert" oder gar nicht (es sind Zeiten vor dem 17. geburtstag) berücksichtigt würden, wäre die gesamtbewertung usw. gümstiger, da diese geringen Einkommen diese Faktoren nach unten ziehen. Das müsste entsprechend SGB6 auch so sein.

von
Amadé

Die Arbeit wird in der Regel von vorn herein auf 50 Tage im Jahr begrenzt sein und ist damit versicherungsfrei.

von
HKDD

Amadé, das mag heute so sein, auch in der DDR war in späteren Jahren die Ferienarbeit von Schülern und Studenten versicherungsfrei und steuerfrei. Aber in den von mir genannten Jahren 1959 und 1960 war es in der damaligen DDR eben nicht so. Wie es damals in der BRD diesbezüglich war, ist mir nicht bekannt.

von
Walter Riester

Den Kindern entgeht aber die unendlich wertvolle Riester-Förderung!

von
Happy

Hallo HKDD,

ich weiß nicht, ob ich Sie richtig verstanden habe...

Wurden diese "Ferienarbeitszeiten" nun in der Rentenberechnung berücksichtigt oder nicht?

Wenn ja, super! Denn wenn nicht, gibt es auch keine beitragsgeminerte Zeit. Warum auch?
Es war wie Sie selber anführen ein Ferienjob. Also keine "berufliche Ausbildung" im Sinne des §263 SGB VI

Wenn diese Zeit nun keine Beitragszeit wäre, dann gebe es gar nichts, da vor dem 17.Lj.

Freuen Sie sich doch über die "Pünktchen"...

LG
Happy

von
HKDD

Ja, sie wurden einberechnet. Aber über diese "Pünktchen" kann ich mich nach der Neuregelung nach 2004 nicht freuen, weil sie als vollwertige Beitragsmonate ohne Zusatzpunkte (Ausbildungszeit) den Faktor der Vergleichsbewertung erniedrigen, das führt zur niedrigeren Bewertung der Fachschulzeiten und somit zu weniger Punkten.

von
Rosanna

Es waren aber halt mal keine Berufsausbildungszeiten und können deshalb nicht als solche berücksichtigt werden.

Arbeiter, die in jungen Jahren (mit 14 oder 15) noch nicht soviel verdient haben wie andere (Ältere), bekommen doch diese Zeiten auch nicht als Ausbildungszeiten anerkannt!

Ich verstehe echt das Problem nicht.

Wie @Happy" sagt: besser diese Pünktchen als gar keine.

MfG Rosanna

von
HKDD

Rosanna, ich reklamiere ja nicht, daß diese Zeiten nicht als Ausbildungszeiten anerkannt werden. Ich reklamiere nur, daß sie entgegen § 248 überhaupt berücksichtigt werden
Und wenn schon, dann als vollwertige Monate bei 10 Tagen Ferienarbeit eines Schülers vor dem 17. Geburtstag. Natürlich gab es damals sehr viele junge Leute, die nach der 8. Klasse mit 14 Jahren die Schulke beendeten. Das ist etwas ganz anderes.

von
Irst

Sie schreiben:

"Eigentlich sind Monate, in denen man eine neue Arbeit beginnt, als "beitragsgemindert" einzuordnen."

Aus welchem Paragraph geht das hervor?

von
HKDD

Wenn Schule, Fachschule, Hochschule und Aufnahme eine versicherungspflichtigen Tätigkeit im gleichen Monat stattfinden, dann ist dieser Monat ein beitragsgeminderter. Das hat die DRV auch beim ersten Studienmonat (Ende der Arbeit - Beginn des Studiums nicht am ersten des Monates) so gemacht.

von
Rosanna

Wenn in den alten Bundesländern für 1, 2 oder 5 Tage rentenversicherungspflichtiges Entgelt bezogen wurde, gilt dieser Monat als VOLL belegt.

Das gleiche gilt in den neuen Bundesländern; also ist bei 10 Tagen Ferienarbeit, die aber nach Ihren Aussagen seinerzeit rentenversicherungspflichtig war, ebenfalls 1 Monat belegt. Und zwar, wie in den alten BL, gilt dieser Monat als vollwertiger Monat, zumindest dann, wenn im gleichen Monat nicht ein anderer Tatbestand vorlag (Anrechnungszeit).

MfG Rosanna

von
HKDD

Ja, das bedeutet: ein junger Mensch arbeitet (aus Faulheit ?) nur 5 Tage im Monat - dann ist das ein voller Erwerbsmonat.
Wenn derjenige aber Schüler einer Schule ist und diesen Erwerb in den Ferien nebenbei macht (Schulzeit = Anrechnungszeit) dann ist ds ein beitragsgeminderter Monat oder gar keiner.

von
TCK

Hallo HKDD,
korrekt ist, dass die Zeiten als vollwerige Beitragszeiten anzurechnen und damit bei der Vergleichsbewertung nicht als beitragsgeminderte Zeiten abzusetzen sind. A B ER dies spielt wohl auch keine Rolle, da diese Zeiten bei der Gesamtleistungsbewertung, dennoch als Zeiten der beruflichen Ausbildung gelten (vgl. § 71 (3) S.2 SGB VI). Das bedeutet.,es werden hier 0,0833 Entgeltpunkte (also Durchschnittsverdienst) pro Monat berücksichtigt. Nachdem Zeiten des Besuchs einer Fachschule max. mit 0,0625 Entgeltpunkte bewertet werden, können diese vollwertigen Beitragszeiten nicht zu einer Minderung der Bewertung der Fachschulzeiten sonder höchstens zur einer Höherbewertung führen.

von
Irst

Aha, das ist das Problem:

Sie sagten, dass Sie zur Zeit der Beschäftigung 15 bzw. 16 Jahre alt waren. Anrechnungszeiten wegen Schule können jedoch erst ab dem 17. Lebensjahr entstehen. Es lagen somit nicht Beitragszeit und Anrechnungszeit im selben Monat vor, wie es für eine beitragsgeminderte Zeit erforderlich ist.

Bei der Studienzeit waren Sie ja über 17.

von
Happy

ok, das ist jetzt nicht so einfach ;-)))

auch ein "Fachschüler" erhält in der "Grundbewertung" für die ersten drei Berufsjahre (egal ob Lehrzeit oder nicht) bis zum 25.Lj. 0,0833 Ep pro Monat.
HKDD meint aber sicher die Bewertung der einzelnen Zeiten, nach der Ermittlung des Gesamtleistungswertes.

Da steht nach derzeitgem recht die Fachschule an 1. Stelle mit max. 36 KM!
Dann wird noch für alle Renten die bis zum 31.12.2008 beginnen, zusätzlich geprüft, ob noch weitere "beitragsgeminderte Zeiten (§263 SGBVI) vorliegen. In der Regel gibt´s hier nix mehr, da der Wert soweit abgeschmolzen ist, das mit den "echten" Beitragszeiten schon der Wert erreicht ist.

Also gibt es auch im Vergleich zum gesetz 2004 tatsächlich schon die eine oder andere "Schlechterbewertung", da bis 2004 auch mehr als 36 KM mit 75 % des Gesamtleistungswertes berücksichtigt /bezuschlagt wurden. Genau das war auch der Hintergrund des RV-Nachhaltigkeitsgesetzes.

Also HKDD nicht ärgern, dass ein paar "Pünktchen" abgeschmolzen wurden, sondern freuen Sie sich über die "echten Punkte"!
Alles was fiktiv höher bewertet wird, kann auch schnell wieder entfallen. So ist es nun mal.

Gruß von happy

von
Rosanna

Nein, das hat nichts mit Faulheit zu tun!

Beispiel: Beschäftigung (egal in welchem Alter!) vom 01.01.1979 bis 05.02.1980, danach KEINE Anrechnungs- oder Beitragszeit > FEBR. 1980 wird als VOLLWERTIGER Monat gerechnet, obwohl nur 5 Tage in diesem Monat Entgelt bezogen wurde.

SO war das gemeint.

von
HKDD

Bedeutet das, die Schulpflicht ab 6 bis 16 oder 18 interessiert die DRV nicht, nur der Teil ab 17 ? Bis 17 ist man i.d.R. generell Schüler und bedarf dafür keinen gesonderten (rentenrechtlichen) Nachweis. Trotzdem ist ein 15 jähriger Schüler ein SCHÜLER. Er bekommt ja auch Kindergeld u.a.m.

von
HKDD

So war es bis 2004. Danach werden insgesamt nur noch 36 Monate, vorrangig die Fachschule, als Ausbildungszeit höherbewertet. Die "normale" Erstausbildungszeit (also die ersten 36 Monate) bekommen keine Höherbewertung mehr sondern werden mit dem niedrigen Beiträgen als vollwertige Monate behandelt. Ein Lehrling in der DDR bekam z.B. 40 Mark Lehrlingsgeld, dafür hat er 10% = 4 Mark SV-Beitrag bezahlt. Jetzt werden diese drei Ausbildungsjahr mit den 40 Mark als vollwertige Beitragsmonate berechnet.
Wer natürlich nur eine Lehre und danach keine weitere Ausbildung (Ingenieur u.ä.) gemacht hat, der bekommt diese 36 Monate auch weiterhin angerechnet.