Jahresabschluss Unterstüzungskasse

von
Thorsten S

Hallo,
meine Frau zahlt seit Ende 2012 einen Beitrag in eine Unterstützungskasse ein (Entgeldumwandlung) und ihr Arbeitgeber (3 Mitarbeiter) den hälftigen Betrag. Von der Unterstützungskasse ist uns seitdem keine Jahresaufstellung oder sonstige Info über die eingezahlten Beträge mitgeteilt worden. Man kann nur aus der Gehaltsabrechnung ersehen, das ein Betrag abgezogen wird. Der Arbeitgeberanteil wird nirgendwo aufgeführt.
Wie mir die Unterstützungskasse mitteilt, ist eine Jahresaufstellung in diesem Bereich nicht üblich, außerdem kann ich mir Anhand der eingezahlten Beträge ja selber der Gesamtbetrag ausrechnen (inkl. der garantierten Verzinsung von 3,25%).
Meine Frage ist nun, ob eine Jahresaufstellung wirklich nicht verbindlich ist. So muß man darauf vertrauen, dass der Arbeitgeber die Zahlungen korrekt vornimmt und diese auch wirklich bei der Unterstützungskasse ankommen. D.h. in unserem Fall bekommen wir 25 Jahre bis zur avisierten Rentenzahlung keinerlei bestätigte Infos !

mfG
Thorsten S

von
S. Kaufmann

zunächst einmal falsches Forum.

Schreib doch ab und zu deine Unterstützungskasse an und frag ob die Kohle regelmäßig eingegangen ist.

Denk daran, auf diese Rente von der Unterstützungskasse zahlst du in der Rente volle Sozialversicherungsbeiträge (aktuell ca. 18 %).

Darüber hinaus, muß du diese Rente dann auch voll versteuern (Entgeltumwandlung).

Du kannst davon ausgehen, daß ca. 40 % von deiner Rente von der Unterstützungskasse schon einmal weg ist.

Das ist kein Scherz, sondern voller Ernst.

von
Thorsten S

Danke für die schnelle Antwort.

Sorry für das falsche Forum, ich bin hier durch eine Suchmaschine hingelangt da hier eine ähnliche Frage gestellt wurde.

Die Besteuerung der Rente hatte ich erwartet, das dann noch SV zu zahlen ist allerdings nicht.

Ich habe mich jetzt auch noch etwas mehr über die pauschaldotierten Unterstützungskasse informiert (den Vertrag hat meine Frau vorher selbstständig abgeschlossen) und einige Punkte machen mich da doch etwas skeptisch ob die UK die richtige Wahl ist.

- Die UK lohnt sich angeblich besonders für Arbeitnehmer mit hohem Verdienst. Meine Frau arbeitet in der Gleitzone (475€/Monat). Ihr Beitrag zur UK beträgt 71 €.
- Scheinbar ist es üblich das die UK die Beiträge als Steuersparmodell wieder als Darlehen an den Arbeitgeber investiert.
- Die UK hat keine Versorgungspflicht, sondern der Arbeitgeber.
- Der Arbeitgeber (nur 3 Mitarbeiter) ist mit diesen komplexen Sachen vermutlich völlig überfordert.

Zusatzfrage:
- Die Verzinsung ist mit 3,25% recht ordentlich. Ist diese auch garantiert durch den PSVaG bei Insolvenz des Arbeitgebers oder nur die eingezahlten Beiträge ?

Danke nochmal

von
Paul Grass

Falls der Arbeitgeber (vielleicht ist es eine gutgehende Arztpraxis) diese weiterhin hälftig mitbespart, dürfte der Vertrag mit der Unterstützungskasse rentabel sein.

Falls der Arbeitgeber aber einmal ausfallen sollte, würde ich den Vertrag ruhigstellen und nicht mehr alleine besparen. Denn auch wenn sie die Besparung aus bereits verbeitragtem Geld leisten (also nicht im Rahmen einer Entgeltumwandlung), müssen sie in der Rente volle Sozialversicherungsbeiträge als gesetzlich Krankenversicherter von dieser Rente der Unterstützungskasse bezahlen. (so ist die augenblickliche Rechtslage). Was bedeuten würde, daß sie doppelt Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Einmal bei der Ansparung (sie nehen das Geld voll aus bereits verbeitragtem Einkommen) und schließlich noch mal in der Rente.

Da der Garantiezins relativ hoch ist, sollte man schauen den Vertrag ggf. zu einem anderen Arbeitgeber mitzunehmen. Falls erforderlich.

Nur am Rande sei bemerkt:

Falls der Arbeitgeber zur Betriebsrente nicht mindestens 30 % dazugibt bzw. mitfinanziert, würde ich als gesetzlich Krankenversicherter besser riestern. Vorteil: Keine Sozialversicherungsbeiträge in der Rente.
Allerdings kann man natürlich auch beim Riestern mit schlechten Konditionen übers Ohr gehauen werden. (Das sei nur am Rande bemerkt)

von
W*lfgang

Zitiert von: Paul Grass
Was bedeuten würde, daß sie doppelt Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Einmal bei der Ansparung (sie nehen das Geld voll aus bereits verbeitragtem Einkommen) und schließlich noch mal in der Rente.
Paul Grass,

so nicht richtig. Im Rahmen der Entgeltumwandlung wird sowohl das steuer- wie auch das sozialversicherungspflichtige Einkommen 'gesenkt'. Damit spart der Entgeltumwandler jetzt deutlich/zahlt vielleicht effektiv nur die halbe Sparrate, muss es aber später in Form von Steuern und Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen lebenslang 'nachzahlen'.

Nebenbei senkt die Entgeltumwandlung auch den Rentenzuwachs in der DRV ...vielleicht Renditemäßig so um 0,5 % im normalen Verdienstbereich, was den so genannten 'Garantiezins' der privaten Kassen in der Summe etwas absinken lässt - sagen die natürlich nicht ;-)

Gruß
w.

von
Paul Grass

Zitiert von: W*lfgang

Zitiert von: Paul Grass
Was bedeuten würde, daß sie doppelt Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Einmal bei der Ansparung (sie nehen das Geld voll aus bereits verbeitragtem Einkommen) und schließlich noch mal in der Rente.
Paul Grass,

so nicht richtig. Im Rahmen der Entgeltumwandlung wird sowohl das steuer- wie auch das sozialversicherungspflichtige Einkommen 'gesenkt'. Damit spart der Entgeltumwandler jetzt deutlich/zahlt vielleicht effektiv nur die halbe Sparrate, muss es aber später in Form von Steuern und Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen lebenslang 'nachzahlen'.

Nebenbei senkt die Entgeltumwandlung auch den Rentenzuwachs in der DRV ...vielleicht Renditemäßig so um 0,5 % im normalen Verdienstbereich, was den so genannten 'Garantiezins' der privaten Kassen in der Summe etwas absinken lässt - sagen die natürlich nicht ;-)

Gruß
w.

Doch ist richtig.

Bitte genauer lesen, Herr Wolfgang.

Denn speziell diese Aussage (daß doppelt Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden) ist nur für den Fall gedacht, daß die Ansparung der Betriebsrente ausschließlich privat, also ohne Beteiligung bzw. Mitfinanzierung des Arbeitgebers erfolgt.

Nur dann werden doppelt Sozialversicherungsbeiträge gezahlt.

Richtig ist deine Angabe, daß im Falle der Ansparung durch Entgeltumwandlung man auch seine gesetzliche Altersrente (wenn auch relativ geringfügig) reduziert.

Richtig ist die Angabe, daß man als gesetzlich Krankenversicherter durchaus insgesamt Abzüge von ca. 40 % von seiner Betriebsrente hat. Wegen vollen Sozialversicherungsbeiträgen und voller Steuerpflicht.

von
Helga Speer

Auf einen interessanten Aufsatz von Dietrich Krauß in Kontext: Wochenzeitung vom 06.02.2013, (Beilage der Wochenendausgabe der taz) zum Thema Betriebsrente möchte ich verweisen, der umfassend und leicht verständlich auf die Vorteile und Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge hinweist: Es ist ein Auszug, der vollständige Artikel kann im Internet nachgelesen werden.

Die Sparsumme schmilzt wie Schnee in der Sonne

So wird es auch in der Werbebroschüre der Metallrente herausgestellt. Dieses Versorgungswerk von Gesamtmetall und Gewerkschaft bietet für die Unternehmen und Mitarbeiter der Metallbranche betriebliche Altersvorsorge an. Der ehemalige Tarifexperte Herbert Karch ist ihr Vorstand und glühender Verfechter dieses Modells. Auch Niedrigzinsen können der Rendite demnach nichts anhaben. "Viel stärker wirken die staatliche Förderung, die das Geld fast verdoppelt, vielfache Arbeitgeberzuschüsse und nicht zuletzt unsere Großkundenkonditionen für alle Beschäftigten ... All dies macht Betriebsrentenverträge lohnender als jede andere Sparform." So steht es auf der Homepage der Metallrente. Nur stimmt es leider nicht.

Das kann der Versicherungsmathematiker Peter Schramm sehr genau belegen. Offenbar ist er bisher der Einzige im Land, der nach zehn Jahren Entgeltumwandlung einmal genauer nachgerechnet hat, was eigentlich hinten rauskommt beim Brutto-Netto-Spiel. Und diese Rechnung hat es in sich. Denn die Vorteile in der Ansparphase lösen sich bei der Auszahlung oft in Luft auf.

Um Schramm über die Schulter zu schauen, muss man weit in die Provinz fahren. Im abgelegenen Diethardt im Hochtaunus sitzt der wohl gefürchtetste Versicherungsmathematiker des Landes. Er ist einer der wenigen unabhängigen Sachverständigen und hat lange selbst als Aktuar bei Versicherungen gearbeitet, kennt also die Innenperspektive. Die sogenannten Aktuare sind Produktdesigner der großen Konzerne. Sie jonglieren solange mit Lebenserwartungen und Risikoabschlägen, bis sich die Versicherung am Ende rechnet. Normalerweise finden sie ihr warmes Plätzchen bei Allianz und Co.

Doch Peter Schramm wollte da nicht mitspielen. Er sagt von sich, er sei allein der Wahrheit verpflichtet. Mit dieser Einstellung wird man eher zum Lonesome Cowboy. Und zum Quälgeist der Versicherungen. Die heulen regelmäßig auf, wenn Schramm im ausgebauten kleinen Dachstuhl seine Berechnungen anstellt und die großen Konzerne herausfordert. Widerlegt hat ihn noch keiner. Als er zeigte, wie die Versicherer Riester-Sparer ausnehmen, liefen die Lobbyisten Sturm. Vergeblich. Jetzt knöpft er sich die nächste Rentenblase der Ära Schröder vor. Auf Euro und Cent berechnet er, was von dem Ersparten übrig bleibt, wenn's an die Auszahlung der Eichel-Förderung geht.

Drei Faktoren lassen die Summe schmelzen wie Schnee in der Sonne. Zum Ersten die Steuern. 2005 wurde von der Regierung beschlossen, dass die Rente bei der Auszahlung ab 2040 komplett versteuert werden muss. Die Steuersätze für die Rente sind zunächst niedrig, haben aber kaum Freibeträge und steigen dann steil an. Die Betriebsrente kommt obendrauf und liegt für die allermeisten damit bei einem Steuersatz von 25 bis 30 Prozent. Im Gegensatz zu einer privaten Rentenversicherung, bei der nur der Ertragsanteil versteuert wird, muss man für die gesamte Betriebsrente Steuern abführen.

Rentenausfälle und horrende Abzüge sind vorprogrammiert

Auch der zweite Nachteil wird gerne übersehen. Die Entgeltumwandlung reduziert das Bruttoeinkommen und damit die Sozialabgaben. Wer weniger Rentenbeitrag zahlt, bekommt jedoch später weniger gesetzlicher Rente ausgezahlt. Auch Arbeitslosen- und Krankengeld sinkt, weil es sich an der Höhe des Bruttogehalts orientiert. Die Ausfälle sind umso höher, je mehr die Rente steigt, die wiederum orientiert sich am Durchschnittslohn. Bei 200 Euro monatlicher Entgeltumwandlung kann sich das zu Rentenverlusten von gut 90 Euro im Monat aufsummieren.

Der dritte Punkt schließlich macht der Rendite endgültig den Garaus. Der Arbeitnehmer muss auf seine Betriebsrente die vollen Krankenkassenbeiträge zahlen, also nicht nur den kompletten Arbeitnehmer-, sondern auch den vollen Arbeitgeberbeitrag. Das macht zusammen mit dem vollen Pflegebeitrag knapp 18 Prozent. Und diese 18 Prozent hat fast niemand der Kunden auf der Rechnung.

Bernd Schmidt kann sich nicht erinnern, darauf hingewiesen worden zu sein. Auch den Kollegen von Myonic waren die horrenden Abzüge unbekannt

von
Alfons Z.

Zitiert von: W*lfgang

Zitiert von: Paul Grass
Was bedeuten würde, daß sie doppelt Sozialversicherungsbeiträge bezahlen. Einmal bei der Ansparung (sie nehen das Geld voll aus bereits verbeitragtem Einkommen) und schließlich noch mal in der Rente.
Paul Grass,

so nicht richtig. Im Rahmen der Entgeltumwandlung wird sowohl das steuer- wie auch das sozialversicherungspflichtige Einkommen 'gesenkt'. Damit spart der Entgeltumwandler jetzt deutlich/zahlt vielleicht effektiv nur die halbe Sparrate, muss es aber später in Form von Steuern und Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen lebenslang 'nachzahlen'.

Nebenbei senkt die Entgeltumwandlung auch den Rentenzuwachs in der DRV ...vielleicht Renditemäßig so um 0,5 % im normalen Verdienstbereich, was den so genannten 'Garantiezins' der privaten Kassen in der Summe etwas absinken lässt - sagen die natürlich nicht ;-)

Gruß
w.

Damit spart der Entgeltumwandler jetzt deutlich/zahlt vielleicht effektiv nur die halbe Sparrate, muss es aber später in Form von Steuern und Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträgen lebenslang nachzahlen.

Das ist ungefähr so, als würde ich eine Schachtel Pralinen zum halben Preis kaufen können und stelle dann aber fest, wenn ich die Schachtel aufmache, daß dann die Schachtel Pralinen nur halb voll ist.

Also ich finde sowas schon von der Konzeption als eine Fehlkonstruktion.

von
W*lfgang

Zitiert von: Paul Grass
Denn speziell diese Aussage (daß doppelt Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden) ist nur für den Fall gedacht, daß die Ansparung der Betriebsrente ausschließlich privat, also ohne Beteiligung bzw. Mitfinanzierung des Arbeitgebers erfolgt.
Paul Grass,

ja, so reduziert ist es richtig. Allerdings, wenn meine rudimentären Steuerkenntnisse zutreffen, ist dann auch der steuerpflichtige Anteil aus einer selbst/allein besparten Betriebsrente kleiner, als wenn der Arbeitgeber sich daran (mit/allein) beteiligt hat.

Gruß
w.