Jahresendprämie-Lohnunterlagen

von
Wittenberg

Wo sind die Unterlagen vom VEB Hochvakuum, Kombinat Robotron und VEB Bauinvest Dresden gelagert?

von
Ossi

Hallo,
bevor Sie sich auf die mühevolle Suche nach Anschriften machen,lassen Sie sich in einer Auskunfts,-und Beratungsstelle der DRV Bund beraten. Ob Sie zu dem Personenkreis gehören welcher durch das Urteil des BSG gegünstigt wird kann Ihnen im Vorfeld ein Berater sagen.
Vor wenigen Tagen hat schon einmal ein User in diesem Forum die Anschrift der Rhenus GmbH benannt.Diese Stelle gibt aber nur Auskunft gegen eine Gebühr von 39.-EUR.
mfG

von
Wittenberg

Besten Dank an Ossi, ich besorge mir einen Termin.

von
Diplomingenieur DDR

Ich war in der DDR Diplomingenieur für Automatisierungstechnik. Für normale Ingenieure gab es Jahresendprämie, so wie für alle anderen Angestellten und Arbeiter auch. Normal wurden dafür auch keine Rentenbeiträge abgeführt. Evtl. Zusatzrentenbeiträge in Ausnahmefällen. Also zählt das im Normalfall auch nicht zur Rente mit, denke ich mal.

Zusatzversorgung, Intelligenzrente:
Da kann ich nur lachen. Das hat kein normaler Ingenieur bekommen. Das haben regimefeste Neulehrer bekommen, führende Mitarbeiter mit dem entsprechenden Hintergrund (SED-Genossen, Stasi, Kampfgruppen der Arbeiterklasse). Jetzt würde man sagen: Spitzenmanager.

Diese Leute bekommen jetzt offenbar mehr Rente.

Entschuldigung, das ist Tatsache. Bitte löschen, wenn euch das zu politisch ist. Aber man kann das bei diesem Thema nicht ganz trennen.

von
Diplomingenieur DDR

Es sind nur etwa 3 bis 5 Prozent der Ingenieure betroffen.

Wen es interessiert, ich habe folgenden ausführlicheren Arikel gefunden.

http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=620345

Zitat aus diesem Artikel:

"In der DDR gab es 27 verschiedene Zusatzversorgungssysteme - für Mitarbeiter von Parteien, Organisationen und Staatsapparat, für Lehrer, Künstler oder Mediziner. Auch für die technische Intelligenz. Dieses System ist 1950 eingeführt worden, um Ingenieure und Techniker mit der Aussicht auf eine höhere Rente im Land zu halten. Nach dem Bau der Mauer hatte es seinen eigentlichen Zweck verloren, blieb aber weiter bestehen. Zur Wende hatten drei bis fünf Prozent der Ingenieure eine entsprechende Versorgungszusage."

von
Wittenberg

Ich war in keiner Partei, kein Wehrdienst, deshalb keine Delegierung zum Direktstudium. Habe 2 Jahre Volkshochschule, 6 Jahre Abendstudium, 5 Jahre Fernstudium absolviert, keine leitende Stellung. Als mein Bruder Ausreiseantrag stellte, wurde ich zwangsweise in das Gesundheitswesen "übergeleitet". Meine nachgewiesene Ingenieurtätigkeit wurde nachträglich auf Antrag anerkannt, eben weil es für einfache Ingenieure keine Zusatzverträge gab. Wenn das BSG entscheidet, dass JEP in die Berechnung einbezogen wird, dann haben alle ein Recht auf diese Zahlung.

von
Diplomingenieur DDR

Du wirst mit der Jahresendprämie als normaler Ingenieur rententechnisch nichts erreichen. Bei mir ist das ja ebenso.

Da wird ja nicht einmal das volle Gehalt anerkannt. Wenn du keine FZR hattest, dann wird dein rentenpflichtiger Verdienst auch als Ingenieur auf 600 Mark (60 Mark SV-Beitrag) gekürzt. Ich hatte damals zeitweise fast 1400 Mark und keine Zusatzrente. Also habe ich für die Rentenversicherung nur 600 Mark pro Monat verdient. Die FZR war freiwillig und wurde im Interesse des sozialistischen Staates beworben, um die laufenden Rentenausgaben zu decken. Zum Glück hatte ich mich dann später überzeugen lassen und war dann bis zu 1200 Mark versichert.

Die FZR nicht abzuschließen das war damals ein kleiner Protest gegen den diktatorischen Staat. Wer die DDR und den Sozialismus nicht stützen wollte und deshalb die FZR nicht abgeschlossen hat, der wird jetzt von der Bundesrepublik mit Rentenabzügen bestraft. So ist das nun mal.

Wenn du für die Jahresendprämie FZR bezahlt hättest, dann würde sie evtl. auch anerkannt.

Aber darum geht es der Rechtssprechung inden vorliegenden Gesetzen hier überhaupt nicht. Es geht um die Zusatzversorgungssysteme (also die sogenannte Intelligenzrente für Ingenieuere und Ingenierökonomen). Warum da auch plötzlich die Jahresendprämie mit einbezogen wird, übersteigt auch mein Vorstellungsvermögen. Diese Rente hat von den Ingenieuren nur eine privilegierte Schicht bekommen, das sind ganz wenige. Wer das war, möchte ich nicht weiter ausführen, dann wirds wieder politisch. Allgemein war eine derartige Rente auch nur wenig bekannt.

Jedenfalls gehöre ich nicht zu den priviligierten und du bestimmt auch nicht.

Wir können uns hier Nerven und Geld sparen. Da bin ich mir ganz sicher. Zum Glück hatte ich nach der Wende im Westen ein ordentliches Einkommen. Sonst wäre es mit der Rente mau gewesen.

So long und einen schönen Sonntag noch.

von
Cottbus

Hallo Diplomingenieur, Du hast es offensichtlich versäumt bei der Bundesversicherungsanstalt den Antrag auf Überführung von Zusatzversorgungsanwartschaften zustellen. Dann würdest Du als wissenschaftlich-technisches Personal auch mit Deinem vollen Gehalt berücksichtigt werden! Auch ich habe als Diplomingenieur für Automatisierungstechnik in diesem Beruf gearbeitet und es wurde anerkannt und bei der Rente entsprechend berücksichtigt.

von
wittenberg

Wer Antrag auf Zusatzversorgung gestellt und die Voraussetzungen erfüllt hat, bekommt diese s. RE Cottbus. Das BSG hat mit Urteil vom 23.Aug. entschieden, dass die JEP in die Berechnung einbezogen wird. Es muss aber die Höhe der JEP nachgewiesen werden. Ohne Antrag läuft nix.

Experten-Antwort

Die Unterlagen können bei:
Rhenus-Office Systems GmbH, Märkische Allee 1 - 11, 14979 Großbeeren angefordert werden. Wie "Ossi" schon erwähnt hat, können diese Anforderungen kostenpflichtig sein.

Experten-Antwort

Wenden Sie sich bitte an Ihren damaligen Zusatzversorgungsträger

von
Wittenberg

Besten Dank für die Info.

von
Mia

Sehr geehrter Experte,

ich denke, die meisten hier Betroffenen waren gar nicht wirklich in der ZV, sondern sind über die BSG-Rechtsprechung fiktiv einbezogen worden. Der Hinweis auf den "damaligen" ZV-Träger könnte daher etwas irreführend sein, da dieser Personenkreis keinen hat. Wichtiger fände ich hier einen Hinweis auf "heutige" Ansprechpartner (Beratungsstellen der RV-Träger, ZV-Bereich der DRV Bund ...)

von
Knut Rassmussen

Leider bekommt so gut wie jeder Ingenieur seine nachträgliche Einbeziehung. Arme Schlucker sind die, die nicht ingenieur waren und -aus welchen Gründen auch immer - nicht in der FZR. Und wie immer macht der 4. Senat gequirlte Elchsch...! Der Ing bekommmts, der Schlosser nicht? Entgelt für die ZV solls sein, aber nicht für das normale SV-pflichtige Gehalt. Mensch Meier ... da fällt mir nix ein.

von
Holliboy

Da haben wir es ja wieder:
soweit mir bekannt ist, ha-
ben bestimmte Gruppen in
der DDR eine betriebliche Einzahlungfür die sog.Intelligenzrente
bekommen, also ohne eigenen
Anteil! Ich habe auch über 18
Jahre, als Meister, eine Jahresendprämie erhalten, davon wurden keine Sozialleis-
tungen abgezogen, also kein
Recht auf Rentenanrechnung.

Oder liege ich da falsch?

von
Inscheniör

dem Inschenör isch nix zu schwör.Waren wir in der ehemaligen DDR nicht alle Inschenöre?

von
Diplomingenieur DDR

Vielen Dank für Deinen Hinweis. Ich hatte tatsächlich vor Jahren einen Kontenabgleich machen lassen. Von einem Antrag auf Überführung von Zusatzversorgungsanwartschaften war mir bis heute nichts bekannt.
Ich werde das natürlich umgehend nachholen.

Dieses Forum ist ja wirklich Gold wert. Danke !!!!

von
maffs

Wo sind die Unterlagen von VEB Brauerei Braugold Erfurt gelagert

von
Schütze

Irrtum, die Auskunft bei Rhenus koste nur dann 39 Euro, wenn dort auch Unterlagen vorhanden sind. Gibt es keine, kostet es nichts.

von
Zwickauer

Hallo Sachse,

Du hast recht. Wer die Ansprüche erfüllt, z. B. bis 30.06.1990 als Ing. in einem VEB beschäftigt war, der hat Anspruch. Also DIng. DDR nicht meckern, sondern informieren.