Jahrespraktikum während LTA für Arbeitgeber versicherungspflichtig?

von
Sylvi

Hallo,
ich habe bewilligte LTA und werde im Rahmen dieser ein Langzeitpraktikum (25 Std/Wo. für 6-12 Monate) zur betrieblichen Qualifikation absolvieren. Einen interessierten Arbeitgeber, der ein kleines Geschäft führt, habe ich bereits gefunden.
Nun besteht das Problem darin, dass seine Steuerberaterin meint, er müsse bei einem Praktikum über 3 Monate hinaus irgendwelche Versicherungsbeiträge für mich zahlen, da das Praktikum wie ein Minijob gilt.
Ich bekomme aber Übergangsgeld inkl. Sozialversicherung von der RV. Demnach kann doch gar keine Leistung für den AG mehr fällig werden. Ich verstehe das nicht, denn ich habe bereits früher mal derartige Praktika absolviert und das war nie ein Thema. Die betreuende Dame von der Institution über welche die Massnahme läuft hat ebenfalls schon mit dem Betrieb gesprochen.
Ist die Steuerberaterin da im Irrtum und wenn ja in welchem Gesetzestext steht die betreffende Erklärung?
Oder welche Leistungen müsse der AG eventuell noch zahlen?
Ich möchte so gern in diesem Praktikumsbetrieb arbeiten, aber der Chef dort ist sehr jung und erst seit Kurzem selbständig, er hat einfach Angst vor finanziellen Belastungen.

Andere Frage dazu.... ich habe einen Schwerbehindertenausweis. Hätte der AG dadurch auch bei Praktikanten Vorteile.... wie die nicht zu leistende Ausgleichszahlung?
Vielen Dank für die Hilfe.
Herzliche Grüße
Sylvi

Experten-Antwort

Hallo Sylvi,

auch während des Praktikums verliert die/der Versicherte nicht ihren/seinen Rehabilitandenstatus und ist somit weiterhin Teilnehmer an einer Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben. Es ändert sich nichts hinsichtlich der Versicherungspflicht zur Renten-, Kranken-, Pflege-, Arbeitlosenversicherung sowie der Tragung der Beiträge. Das Übergangsgeld wird weiter erbracht und Arbeitsentgelt vom Arbeitgeber nicht gezahlt. Teilnehmer an Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sind auch bei der Verwaltungsberufsgenossenschaft unfallversichert bei Betriebspraktikum, wenn das Praktikum Bestandteil der Bildungsmaßnahme ist. Maßgebend zur Abgrenzung, ob das Betriebspraktikum Bestandteil der Bildungsmaßnahme ist oder nicht, ist, inwieweit das Praktikum sowohl formal als auch inhaltlich Bestandteil des Schulunterrichts oder der Bildungsmaßnahme ist und ob die/der Praktikant/Praktikantin während der praktischen Tätigkeit weiterhin dem organisatorischen Verantwortungsbereich der Bildungseinrichtung unterliegt. Dies ist immer dann zu bejahen, wenn die Bildungseinrichtung wesentliche Einflussmöglichkeiten auf die Durchführung und Form des Praktikums hat, also auf Organisation und Inhalt des Praktikums einwirken kann. Davon kann im Regelfall ausgegangen werden.

Da wir uns hier im Zuständigkeitsbereich der gesetzlichen Rentenversicherung bewegen, bitten wir um Verständnis, dass wir keine Aussagen zu steuerlichen Besonderheiten treffen können.

von
Sylvi

Vielen Dank für die Antwort.
Dann muss ich wohl nochmal abwarten, was da von der Steuerberaterin bemängelt wird.

von
****

Zitiert von: Sylvi
Vielen Dank für die Antwort.
Dann muss ich wohl nochmal abwarten, was da von der Steuerberaterin bemängelt wird.

Hallo Sylvi,
letztendlich trifft die zuständige Einzugsstelle (ihre KK) die Entscheidung ob Versicherungspflicht gem. § 2 Abs. 2 Nr. 1 SGB IV oder Versicherungsfreiheit während des Praktikums neben der Umschulung/LTA mit Ü-Geldbezug besteht oder nicht.
Die Steuerberaterin kann diesen Sachverhalt ja vorab mit ihrer KK klären.
Noch einen schönen Tag

von
Sylvi

Zitiert von: ****
Zitiert von: Sylvi
Vielen Dank für die Antwort.
Dann muss ich wohl nochmal abwarten, was da von der Steuerberaterin bemängelt wird.

Hallo Sylvi,
letztendlich trifft die zuständige Einzugsstelle (ihre KK) die Entscheidung ob Versicherungspflicht gem. § 2 Abs. 2 Nr. 1 SGB IV oder Versicherungsfreiheit während des Praktikums neben der Umschulung/LTA mit Ü-Geldbezug besteht oder nicht.
Die Steuerberaterin kann diesen Sachverhalt ja vorab mit ihrer KK klären.
Noch einen schönen Tag

Vielen Dank für diesen Hinweis. Das gebe ich dann auch nochmal weiter.
Da von der Rentenversicherung ja Übergangsgeld inkl aller Sozialleistungen gezahlt wird, dürfte der AG eigentlich dort gar nicht mehr in die Pflicht genommen werden. Aber vllt. beruhigt es die Steuerberaterin, wenn sie das dann von der KK bestätigt bekommt.
Ich wünsche ebenso einen schönen Tag.