Junger Mensch - weiß einfach nicht wie ich mich absichern soll

von
Martin Halbig

Hallo,

ich bin zurzeit im 2. Lehrjahr und würde gerne etwas für meine Rente tun. Ich bin jetzt 21 Jahre und habe über einen Fondgebundenen Riestervertrag nachgedacht. Nur ich weiß nicht ob dies dass richtige für mich ist. Denn nach meiner Ausbildung möchte ich erstmal 3 Jahre auf ein Kolleg um mein Abitur nachzumachen und danach zu Studieren d.h. ich wäre mindestens 6 Jahre nicht berechtigt für Zulagen.
Lohnt sich da überhaubt jetzt schon ein Riestervertrag oder doch lieber eine andere Vorsorge ... nur welche ? Riester hat für mich nur den Vorteil das es Hartz 4 Sicher ist im Falle des Eintreffens ... gibt es da noch andere Möglichkeiten mit denen ein Vermögen sicher wäre? Z.b. Lebensversicherungauszahlung festsetzen auf ein bestimmtes Alter?
Oder einfach das Geld monatlich auf ein Tagesgeldkonto stecken solange ich Abitur mache und studiere ?

Vielen Dank schonmal

von
W*lfgang

Hallo Martin Halbig,

ich weiß nicht wie andere denken - ich denke, kommen Sie erst mal aus der Ausbildung raus in eine gesicherte Beschäftigung und denken Sie dann neu über zusätzliche Altersvorsorge nach.

Erstaunt bin ich schon - positiv (!), die wenigen EUR's schon in die Altersvorsorge stecken zu wollen. Nur, es werden akut zu wenig sein, um das fühlbar wirken zu lassen. Wir hatten mal eine Amadé hier, der hat wirklich interessante Tipps im privaten Sektor der langen Anlagestrategie gegeben ...

Gruß
w.

von
Nix

Hallo Martin!
Nicht nur Amadè hat gute Tipps gegeben.
Sondern ich auch.

Solange Sie nicht schlüssig sind, wie es beruflich mit Ihnen weitergehen soll, rate ich Ihnen - ohne jegliche Zulagen- einfach einen Aktienfonds zu besparen.
Hier hat sich der M&G Global Basics bisher recht gut geschlagen:

http://www.finanzen.net/fonds/M&G_Global_Basics_Fund_A

Das ist ein weltweit anlegender Aktienfonds.
In den können Sie langfristig investieren....und im Alter zahlt sich das allemal aus.

Am günstigsten - komplett ohne Ausgabeaufschlag und ohne Depotgebühr -bekommen Sie diesen über Fondshops wie www.fondsdiscount.de oder Direktbanken wie www.ing-diba.de

Das ist ein Aktienfondsparplan. Abschlussgebühren wie bei Lebensversicherungen/Rentenversicherungen und anderen "Vertrags-Blödsinn" fallen hier nicht an!

Deshalb ist das die günstigste Möglichkeit für das Alter vorzusorgen, wenn Sie diesen Aktienfondssparplan - Sie sind 21 Jahre alt! - über eine Dauer von 40 Jahren auch durchhalten.

Bei so einem langen Zeitraum kann es natürlich zu Kursschwankungen kommen, diese können Sie aufgrund der langen Anlagedauer aber vernachlässigen, denn Sie wollen ja für das Alter vorsorgen.
.....und auf die staatlichen Zulagen können Sie getrost verzichten....

Diese sind nur dazu da, gering-rentierende Riester-Produkte attraktiv zu machen. Die Zulage gleicht nämlich mit EUR 154,-- im Jahr für Singles nur die jährlichen Abschlussgebühren - teilweise - aus, die Sie für den von Ihnen genannten Riesterrentenversicherungsvertrag zahlen müssen!
Und da Sie eh keine Kinder haben, für welche Sie Kinderzulagen erhalten würden, bringen Riester-Produkte für Sie überhaupt nichts!
Die richtige Rendite dieser Produkte ist in Wirklichkeit "mau".

Übrigens: Den Fondssparplan können Sie jederzeit stoppen, erhöhen, absenken, weiterbesparen, ohne dass Ihnen irgenwelche "Abschlusskosten" entstehen.
Günstiger gehts wirklich nicht.
Und noch etwas: Bevor mir einer etwas von Risiko bei Aktienfonds erzählt:

Habt ihr schonmal die Rückkaufwerte eurer bisher heissgeliebten Lebensversicherungen gecheckt...für die Ihr auch so tolle Provisionen gezahlt habt?

Viele Grüsse
Nix

von
Nix

Die staatliche Zulage von EUR 154,-- erhälst Du auch nur dann in voller Höhe, wenn die eingezahlten Beiträge mindestens 4% von Deinem Jahresbruttogehalt ausmachen.
Für die jährliche Dynamisierung Deines Riesterrentenbeitrags musst Du selbst sorgen.
Der Arbeitgeber ändert den Beitrag nur auf Deine Anweisung hin.
Wenn Du in einem Jahr die Dynamisierung vergisst, dann fällt der Erstattungsbetrag vom Finanzamt geringer aus, als diese - versprochenen - EUR 154,-- jährlich.
Ich spreche aus Erfahrung!
Schon deshalb rentiert sich die Geschichte mit "Riester " NICHT!

Viele Grüsse
Nix

von
Martin Halbig

Erstmal vielen Dank euch beiden für eure Antworten :)

Zurzeit könnte ich nicht viel entbehren, vielleicht so 50 €. Nach der Ausbildung werde ich ja BAFÖG beziehen auf dem Kolleg und danach studieren, ich denke es wird sich immer so in diesem kleineren Rahmen abspielen, da ich noch ein Auto finanzieren muss um ca. 100 km täglich zu pendeln.

@ Nix, von der Riesterrente war ich ja auch nie wirklich sonderlich überzeugt ehrlich gesagt. Ich war schon desöfteren bei einigen "Beratern" und habe auch die Internetrechner durchgespielt und was die mir als Rente ausgespuckt haben ( zwar alles hypothetisch) war schon mehr als lachhaft für das was ich einzahle ( ich hab das nämlich auch das ein oder andere mal nicht mit meinen Azubigehalt durchgespielt)... bin ja nicht ewig Azubi oder Student.

Zu den Fonds, klingt schon verlockend aber ich muss gestehen ich habe davon fast keine Ahnung und habe daher schon Angst das ich irgendwas falsch mache und dann mit 60 ohne was dastehe. Kann es mir nicht passieren das ich, falls wir wieder irgendwann eine Krise bekommen, alles verliere ?
Und falls ich in 20 Jahren oder so mal Arbeitslos werde ist auch alles weg, oder ? Das war der einzige Grund warum ich mich für eine Lebensversicherung auf ... Jahre festgesetzt interessiert habe.

Danke erstmal für die Beratung und ich freue mich auf weitere Tipps ;)

von
Nix

Immerwieder wird die Frage gestellt:
Was ist, wenn ich einmal Sozialhilfe oder ALG-II-Bezieher werde?

Vielleicht kann sich die Redaktion mit der Frage beschäftigen, wieviele Menschen wirklich in Ihrem Leben jemals ALG-II-Bezieher werden.

Meine Aufgabe ist es nicht, die Wahrscheinlichkeit auszurechnen, für das ALG-II-Amt/Sozialamt gespart zu haben....das tun Sie übrigens mit einem Riestervertrag ja auch....nur weil tatsächlich der Eine oder Andere von uns in seinem Leben sozialhilfebedürftig werden wird oder werden könnte.

Feststeht jedenfalls, dass Sie auf dem Tagsgeldkonto Ihr Geld vor der Inflation nicht schützen werden können.

Und wenn Sie mit Aktienfonds sparen, ist die Wahrscheinlichkeit, mit 60 Jahren "ohne was dazustehen", ist bei Aktienfonds sehr gering.
Es handelt sich um geschütztes Sondervermögen und mal ganz ehrlich: Etwas sind ja trotz Kriese alle Aktien auch heute noch wert, oder?

Oder haben Sie an der Börse eine Aktie gesehen, die mit EUR 0,00 (=null Euros) notiert ist?

Deshalb lasse ich diesen Spruch nicht gelten.

Sie dürfen das Geld nur nicht ausgeben.

Vielleicht besuchen Sie mal den Kursus

www.altersvorsorgemachtschule.de

von
Nix

Immerwieder wird die Frage gestellt:
Was ist, wenn ich einmal Sozialhilfe oder ALG-II-Bezieher werde?

Vielleicht kann sich die Redaktion mit der Frage beschäftigen, wieviele Menschen wirklich in Ihrem Leben jemals ALG-II-Bezieher werden.

Meine Aufgabe ist es nicht, die Wahrscheinlichkeit auszurechnen, für das ALG-II-Amt/Sozialamt gespart zu haben....das tun Sie übrigens mit einem Riestervertrag ja auch....nur weil tatsächlich der Eine oder Andere von uns in seinem Leben sozialhilfebedürftig werden wird oder werden könnte.

Feststeht jedenfalls, dass Sie auf dem Tagsgeldkonto Ihr Geld vor der Inflation nicht schützen werden können.

Und wenn Sie mit Aktienfonds sparen, ist die Wahrscheinlichkeit, mit 60 Jahren "ohne was dazustehen", ist bei Aktienfonds sehr gering.
Es handelt sich um geschütztes Sondervermögen und mal ganz ehrlich: Etwas sind ja trotz Kriese alle Aktien auch heute noch wert, oder?

Oder haben Sie an der Börse eine Aktie gesehen, die mit EUR 0,00 (=null Euros) notiert ist?

Deshalb lasse ich diesen Spruch nicht gelten.

Sie dürfen das Geld nur nicht ausgeben.

Vielleicht besuchen Sie mal den Kursus

www.altersvorsorgemachtschule.de

Dann wissen Sie mehr.

Viele Grüsse
Nix

von
Nix

Zitiert von: Martin Halbig

Erstmal vielen Dank euch beiden für eure Antworten :)

Zurzeit könnte ich nicht viel entbehren, vielleicht so 50 €. Nach der Ausbildung werde ich ja BAFÖG beziehen auf dem Kolleg und danach studieren, ich denke es wird sich immer so in diesem kleineren Rahmen abspielen, da ich noch ein Auto finanzieren muss um ca. 100 km täglich zu pendeln.

@ Nix, von der Riesterrente war ich ja auch nie wirklich sonderlich überzeugt ehrlich gesagt. Ich war schon desöfteren bei einigen "Beratern" und habe auch die Internetrechner durchgespielt und was die mir als Rente ausgespuckt haben ( zwar alles hypothetisch) war schon mehr als lachhaft für das was ich einzahle ( ich hab das nämlich auch das ein oder andere mal nicht mit meinen Azubigehalt durchgespielt)... bin ja nicht ewig Azubi oder Student.

Zu den Fonds, klingt schon verlockend aber ich muss gestehen ich habe davon fast keine Ahnung und habe daher schon Angst das ich irgendwas falsch mache und dann mit 60 ohne was dastehe. Kann es mir nicht passieren das ich, falls wir wieder irgendwann eine Krise bekommen, alles verliere ?
Und falls ich in 20 Jahren oder so mal Arbeitslos werde ist auch alles weg, oder ? Das war der einzige Grund warum ich mich für eine Lebensversicherung auf ... Jahre festgesetzt interessiert habe.

Danke erstmal für die Beratung und ich freue mich auf weitere Tipps ;)

Sie schrieben:
"Das war der einzige Grund warum ich mich für eine Lebensversicherung auf ... Jahre festgesetzt interessiert habe."

Meine Gegenfrage an Sie:
War da nicht was mit Schonvermögen?
Wenn die Lebensversicherung über dem Betrag des Schonvermögens liegt, müssen Sie diese später ebenfalls "verflüssigen".

Und ausserdem: Gesetze ändern sich je nach Gesetzeslage. Das hindert Sie nicht, Vermögen aufzubauen.
Ausserdem werden Sie im Laufe Ihres Lebens soviel gespart haben, dass Sie irgendwann auch ein Eigenheim davon finanzieren und den Rest als Kredit aufnehmen. Dann zahlen Sie wieder erstmal an Ihrem Kredit und wenn Sie dann nebenbei auch Ihren EUR 50,--Fonds-Sparplan beibehalten, ist das doch sicher kein Geldbetrag, der Sie reich macht, arm aber auch nicht.

Viele Grüsse
Nix

Experten-Antwort

Hallo Herr Halbig,
das oberste Prinzip jeder Vorsorge ist, nicht auf Pump zu sparen. Für ein Darlehen zahlen Sie immer mehr Zinsen als Sie für ein Guthaben erhalten. Das trifft auch für die Altersvorsorge zu. Hier ist ein besonders langer Atem erforderlich. Als Azubi und später Bafög-Empfänger haben Sie sicher nur sehr geringe finanzielle Spielräume.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Form der Altersvorsorge das Richtige für Sie ist, sollten Sie auch über einen riestergeförderten Banksparplan nachdenken. Der bringt zwar selbst nur geringe Rendite, diese sind aber sicher. Das Wichtigste an diesem Produkt ist, dass vergleichsweise sehr geringe Kosten anfallen. Die äußerst geringen Kosten sind für sich genommen bereits ein großer Vorteil gegenüber einer eventuell höher verzinsten aber mit hohen Kosten beladenen Versicherung jedweder Form.
In die Zukunft kann kein Mensch – auch kein Politiker oder Finanzexperte – seriös vorausblicken.
Nutzen Sie den Hinweis von Nix und melden sich an einer Volkshochschule zum Kurs „Altersvorsorge macht Schule“ an. Dort erhalten Sie einen guten Überblick über alle bestehenden Altersvorsorgemöglichkeiten.

von
Martin Halbig

Danke an alle für die Hilfe.

@ Nix, natürlich habe ich noch keine Aktie gesehen die gar nichts wert ist. Aber die Fernsehberichte von Leuten die durch Fonds bei der *argo Bank alles verloren haben, hat mir einfach Angst gemacht. Selbst wenn die Aktien nicht wertlos geworden sind ... alles andere als ein Wertgewinn wäre ja sinnlos und würde mir nichts bringen fürs Alter.
Sagen wir es mal so, ich würde wenn ich 60 Jahre alt bin zumindest gerne im schlimmsten Fall wieder das Geld rausbekommen was ich eingezahlt habe.
... vielleicht ist das auch möglich, ich bin ehrlich ich habe keine große Ahnung und werde mir deshalb diesen Kurs ansehen den Sie mir empfohlen haben um da einigermaßen besser durchzublicken :-)

Wie ich letztens gesehen habe gibt es auch Rieserfondsparpläne, kann man ( so wie ich das jetzt noch denken würde) sagen das die bessere Erträge liefern + den Zulagen + der Sicherheit ?

von
Martin Halbig

Ich habe gerade nachgesehen, die Volkshochschule in meiner Stadt bietet am Di. 29.03.2011 einen Einstiegskurs. Altersvorsorge macht Schule. Da werde ich mich gleich anmelden.

von
Susaenna

frag doch einmal bei deinem Berater von der Bank nach, die werden dir sicherlich helfen können. Einfach einen Termin vereinbaren und danach solltest du wesentlich schlauer sein (hoffentlich) und wenn du etwas gar nicht verstehst, wird er (oder sie) schon versuchen dir dann zu helfen.
Auch ganz interessant fand ich folgende Seiten: http://www.rententips.de/rententips/riester/index.php und http://www.finanzcheck.de/

von
Christus

hi,

hier waren schon sehr viele Tipps, die gut sind. Der Bankberater ist eine Möglichkeit, letztendlich schadet es aber nicht, sich auch anderen Orts unvoreingenommene Meinungen einzuholen, beim Bankberater ist man sich doch ab und an nicht sicher, für welchen Vorteil dieser plant und Ideen vorschlägt.

Weil du nach Tagesgeld gefragt hast: Hier sollte dir klar sein, dass dies wirklich eine kurzfristige, wirtschaftlich gute Möglichkeit ist. Lies dich hier mal ein wenig schlau und schau dir die aktuelle Lage etwas genauer an: http://www.tagesgeldkonto.in/

Mfg Chris