Kann bereits genehmigte Reha rückwirkend abgelehnt werden?

von
Verena Walther

Hallo zusammen,

ich bin gerade ziemlich ratlos was die Reha-Situation meiner Mutter angeht.

Sie hat eine starionäre Reha von der Rentenversicherung genehmigt bekommen. Diese soll nächste Woche starten. Heute rufe ich bei der Servicestelle an und frage nach der Möglichkeit eines Fahrdienstes / Taxis für meine Mutter.

Der behandelnde Arzt hat zwar beim Antrag angegeben, dass sie fähig ist, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen, jetzt hat sich aber mittlerweile der psychische Zustand meiner Mutter so verschlechtert, dass sie sich das alleine nicht zutraut.

Ich schilderte dem Servicemitarbeiter das meine Mutter derzeit nur mit einem Rollator laufen kann und sich daher eine Fahrt mit dem Zug mit eventuellem Umseigen nicht zutraut. Das hätte ich wohl besser nicht getan, denn nun heißt es, dass die zuständige Ärztin bei der Rentenversicherung den Fall nochmal anschaut und prüft, ob meine Mutter überhaupt Rehafähig ist. Es kann nun sein, dass sie das dann nun ablehnen und sie keine Reha bekommt. Man würde nun mit dem behandelnden Hausarzt nochmal sprechen.

Ich nun total verzweifelt - wir haben alles in die Wege geleitet, dass meine Mutter in die Reha kann nächste Woche (Oma in die Kurzzeitpflege gebracht, Koffer gepackt etc.) und nun heißt es, dass es eventuell gar nicht genehmigt wird!? Ich würde meine Mutter ja selber fahren, ich habe gerade vor kurzem ein Baby bekommen, wurde selber notoperiert in der Nacht der Geburt und schaffe die Autofahrt (noch) nicht.

Meine Frage nun: Kann das rückwirkend abgelehnt werden, auch wenn man nur nach einer Fahrtkostenerstattung eines Taxis fragt? Wenn das nämlich so ist, dann setze ich meine Mutter selber ins Taxi und zahle das ganze auch selbst. Ich will nur, dass sie so schnell wie möglich in die Reha kommt und genesen wird und den bescheuerten Rollator nicht mehr braucht, damit sie bald mal mit ihrer Enkelin spazieren gehen kann...

Ich wäre dankbar für Eure Erfahrungen oder Euren Rat - bin gerade total verzweifelt und habe Angst, dass nun alles umsonst war... Der Feiertag morgen hilft auch nicht gerade weiter.

Vielen herzlichen Dank schonmal!

Liebe Grüße

Verena

von
KSC

Letztendlich geht es um die Rehafähigkeit und über die kann kein Forumsteilnehmer eine Aussage machen.

Ist die Dame nicht rehafähig und würde (wie auch immer) in der Rehaklinik aufkreuzen, könnte es auch passieren, dass die Ärzte dort sie wieder heimschicken, eben weil die Dame nicht rehafähig ist. Wäre das besser?

Nun heißt es warten wie die Ärzte das sehen - was meint eigentlich der Hausarzt zu der Frage der Rehafähigkeit?

von
Klötzer

Natürlich kann die Reha abgelehnt bzw. zurückgestellt werden wenn derzeit und bis auf weiteres der Arzt feststellt, das keine Rehafähigkeit besteht. Erst wenn dan wieder Rehafähigkeit vorliegt kann die Reha angetreten werden. Neuer Termin muss dann mit der Klinik natürlich noch vereinbart werden. Ein Rehaantrag bzw. die Genehmigung zur Reha an sich ist 6 Monate lang gültig.

von
Verena Walther

Vielen Dank schonmal für Ihre Antworten.

Was aber macht jetzt (falls es abgelehnt wird) meine Mutter in der Zwischenzeit?! Die Reha wurde ihr doch vom Arzt verschrieben, damit sie ganzheitlich betreut und auch letztendlich wieder gesund wird...An ihrem Zustand hat sich seit Monaten nichts verändert... Sie könnte alle Übungen und Therapien mitmachen (ich war ja selber mit ihr noch im Thermalbad und bei der Krankengymnastik!)

Sie traut sich einfach nur nicht zu, alleine Zug zu fahren... Das nimmt jetzt offensichtlich die Rentenkasse zum Anlass, alles über Bord zu schmeißen...

Wie soll denn die Rehafähigkeit dann wieder hergestellt werden!? Die Ärzte (Orthopäden, Hausarzt, Neurologen) sagen alle, man könne nichts anderes für sie tun...

Die Rentenkasse wollte mit dem Hausarzt sprechen - nur heute - am Mittwoch Nachmittag - haben die Ärzte ja zu und morgen ist Feiertag und nächste Woche sollte sie die Reha antreten. Keine Ahnung, wie es jetzt weiter geht und ob sich was am Freitag (Brückentag?) tut.

Ich bin gerade echt ratlos. Hätte ich da bloß nie nachgefragt und sie einfach selber hingefahren oder das Taxi aus eigener Tasche bezahlt...

von
Hamburgerin

Hinweise zu Reisen für Personen mit Einschränkungen:
http://www.bahn.de/p/view/service/barrierefrei/barrierefreies_reisen_handicap.shtml#1
Das nennt sich Mobilitätsservice bei der Deutschen Bahn:

Auch die Bahnhofsmission kümmert sich um hilfsbedürtige Reisende:
http://www.bahnhof.de/site/bahnhoefe/de/bahnhoefe,type=search.html?x=1&q=bahnhofsmission

Experten-Antwort

Grundsätzlich ist zu prüfen, ob die Rehafähigkeit gegeben ist.
Diese Beurteilung können nur die beteiligten Ärzte abgeben.
Ist die Benutzung eines regelmäßig verkehrenden Beförderungsmittel wegen Art und Schwere der Behinderung nicht möglich oder zumutbar, so können vom Rentenversicherungsträger die Kosten auch - z.B. für einen Mietwagen oder Krankentransportwagen -übernommen werden.
Bitte setzen Sie sich umgehend mit dem zuständigen Sachbearbeiter/ bzw. der Sachbearbeiterin in Verbindung und klären Sie mit denen das weitere Vorgehen ab.