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Kann ein Arbeitgeber mich zwingen mit 63 in Rente zu gehen.

von
Paul Kötter

Hallo
ich habe folgende Frage. Kann eine Firma einen Mitarbeiter zwingen mit 63 in Rente zu gehen.????
Ich bin Jahrgang 1954 und habe 45 Versicherungsjahre und könnte 2017 in Rente gehen.
Meine Firma beabsichtigt zum Mai 2017 meine Abteilung, in der ich arbeite zu schließen.
Ich wollte aber bis zum Eintritt in die Regelrente arbeiten.(01.01.2020)
Meine Firma bietet denn Mitarbeitern eine Abfindung an.
In der Berechnung geht meine Firma davon aus das ich mit 63 ( Mai 2017 ) in Rente gehe, und somit braucht sie keine Abfindung zahlen.

von
Katha

Hallo Herr Kötter,

nein - Ihr Arbeitgeber kann Sie nicht zwingen in Rente zu gehen. Diese müsse Sie nämlich beantragen.

Ob Ihnen allerdings eine Abfindung zusteht oder nicht, weil Sie ab 01.05.2017 eine Rente mit Abschlägen beanspruchen könnten, ist ein arbeitsrechtliches Problem.

Experten-Antwort

Hallo Paul Kötter,

wie bereits von Katha erwähnt, muss eine Rente immer beantragt werden. Allein deswegen kann die Firma sie nicht in Rente schicken.
Ob Ihre Firma das Arbeitsverhältnis zum 30.04.2017 beenden kann und darf, hängt von den arbeitsrechtlichen, sprich vertraglichen bzw. tarifvertraglichen, Vorgaben Ihres Arbeitsverhältnisses ab. Daher kann Ihnen in diesem Forum niemand eine verbindliche Aussage zum Ende Ihres Arbeitsverhältnisses geben. Üblicherweise enden Arbeitsverhältnisse mit Erreichen der Regelaltersgrenze (bei Ihnen 65 Jahre und 8 Monate). Ist Arbeitsvertraglich keine Grenze angegeben, dann könnten sie rein theoretisch auch noch länger arbeiten. In beiden Fällen müsste der Arbeitgeber Ihnen dann aber kündigen, so er Sie denn mit 63 gerne „in Rente zwingen möchte“.

von
Herz1952

Ihr Arbeitgeber kann Ihnen aus betrieblichen Gründen unter Einhaltung der Frist kündigen, dann bekämen Sie ALG I.

Wenn Sie die 45 Jahre jetzt schon erreicht haben, könnten Sie dann wie vorgesehen im Mai 17 ohne Abschläge in Rente gehen.

Vielleicht hat Ihr Arbeitgeber deswegen die "Berechnung" so "aufgemacht".

Aber dies ist eine arbeitsrechtliche Sache. Eine Rolle würde auch noch spielen, ob eine evtl. Abfindung auf den ALG I angerechnet würde.

Ob das Angebot Ihres Arbeitgebers gegen den sog. Gleichheitsgrundsatz verstößt ist auch noch eine separate arbeitsrechtliche Betrachtung.