Kann ich während der Reha die Klink wechseln?

von
Albert Knittel

Ich bin seit 1 Woche in einer psychosomatischen Reha. Ich hab von der Rentenversicherung eine Klinik bekommen, welche rund 400km weit von meiner Familie weg ist.ich dachte das tut mir gut mal so weit auf Distanz zu sein, nun muss ich aber leider feststellen, dass es mir dadurch gar nicht möglich ist mich auf die Reha richtig ein zu lassen. Mir fehlt meine Frau und mein Sohn so sehr, dass ich sogar angst vor einer Verlängerung habe, da es für meine Frau kaum möglich ist für zwei Tage 800km zu fahren vorallem mit einem Kind. Ich würde meine Familie dann 5oder 6 Wochen nicht sehen, alleine der Gedanke lässt mich keine ruhige Minute haben
Gibt es die Möglichkeit, deshalb in eine Klinik, näher an meiner Familie zu wechseln.

von
Schorsch

Als Kind musste ich mal eine 6-wöchige Kur, weit weg von meinen Eltern, absolvieren und hatte schlimmes Heimweh.

Überlebt habe ich es trotzdem und ich denke mal, dass Sie als erwachsener Mann die paar Wochen ohne Frau und Kinder ebenfalls unbeschadet überstehen werden.

Ich konnte damals noch nicht einmal zuhause anrufen, Sie hingegen sogar mehrmals täglich.

Ehrlich gesagt fehlt mir jedes Verständnis für Ihr "Anliegen".

von
Sebastian

@schorsch, sie haben keine Ahnung von psychisch erkrankten Menschen, sonst würden
sie eventuell etwas mehr Verständnis und Mitgefühl zeigen!

Zur Frage:
Ich denke ein schneller Wechsel wird sehr schwierig sein, da ja woanders gleich ein Platz frei sein müsste. Ich würde das Thema mit der Sozialberatung vor Ort sowie ihrem Einzelpsychologen besprechen. Vielleicht legt sich das anfängliche Heimweh auch nach einer Eingewöhnungsphase.
Ich wünsch Ihnen jedenfalls viel Erfolg und alles Gute!
Vielleicht können sie ja zur Halbzeit mal ein WE mit dem Zug heim fahren!

von
Doretta

Zitiert von: Sebastian

Vielleicht können sie ja zur Halbzeit mal ein WE mit dem Zug heim fahren!

Das ist keine gute Idee, wenn sich jemand so schwer von seinem persönlichen Umfeld lösen kann.

Er würde sich zwar riesig auf das Wiedersehen freuen, aber Daheim keine ruhige Minute haben, weil er permanent an die bevorstehende Rückfahrt zur Klinik denken müsste.

Entweder zieht er die Reha bis zum Schluss durch oder er bricht sie ganz ab.
Alles andere wäre Unsinn.

Beim nächsten Mal sollte er sofort auf seine Trennungsängste hinweisen.
Das würde dem Kostenträger viel Geld sparen und er würde keinen Reha-Platz blockieren, den ein anderer Patient gerne beanspruchen würde.

von
Achill

Ein Wechsel ist nicht möglich.

Eine Familienheimfahrt ist nicht möglich, da hier die Dauer der Maßnahme mindestens 8 Wochen sein muss, um einen gesetzlichen Anspruch zu haben.

Sie können die Maßnahme jederzeit abbrechen und eine schriftliche Stelleungnahme an Ihren Leistungsträger schicken. Dieser prüft dann ob eine erneute Genehmigung in einer näheren Klinik möglich ist.

von
=//=

Eine psychosomatische Reha dauert in der Regel 4 Wochen. Wenn Sie gut mitarbeiten, wird es auch keine Verlängerung geben. Ich finde, dass gerade bei solchen Reha-Maßnahmen der örtliche Abstand von zu Hause sehr wichtig ist.

Bei allem Verständnis für Ihr Heimweh, wie bereits erwähnt wurde vergehen 4 Wochen doch eigentlich sehr schnell. Bei einer Klinik in Wohnortsnähe dürfte der Erfolg der Maßnahme gefährdet sein, denn Sie würden dann auch permanent auf einen Besuch Ihrer Familie warten.

Grundsätzlich ist ein Wechsel in eine andere Klinik schon möglich, wenn es dringend erforderlich ist. Das sehe ich und vermutlich auch die Ärzte in der Klinik nicht so.

Sie können ja regelmäßig mit Ihrer Familie telefonieren. Haben Sie das Ziel der Reha vor Augen und freuen Sie sich darauf, wenn Sie nach der Reha gestärkt nach Hause gehen. Ihre Familie wird es Ihnen auch danken.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Albert,

in erster Linie werden Sie sicherlich bestrebt sein zum Abschluss der Reha-Maßnahme einen positiven Erfolg zu verzeichnen, der sich darin bemerkbar macht, dass es Ihnen aus gesundheitlicher Sicht wieder besser geht. Auch äußere Einflüsse, wie z.B. eine bestimmte Distanz zum normalen Umfeld (z.B. Familie) können den Erfolg mit beeinflussen. Bei der Entscheidung wurde auch dieser Aspekt mit berücksichtigt. In Ihrem Fall hat man sich für eine weiter entfernte Klinik entschieden. Es ist für uns allerdings nicht nachvollziehbar, ob es eine besondere Rolle gespielt hat, gerade diese Klinik zu wählen. Es wäre sehr spekulativ.
Wir schlagen Ihnen vor, dass Sie zunächst mit dem Sozialdienst vor Ort Kontakt aufnehmen um dort Ihre Situation (Heimweh, Unsicherheit) zu schildern.
Ferner haben Sie grds. die Möglichkeit einen Wechsel zu erwirken. Ob in der Kürze der Zeit ein Wechsel praktisch durchgeführt werden kann bleibt jedoch fraglich. Der positive Erfolg der Reha würde auf jeden Fall in Frage gestellt werden, zumindest in dem bereits festgelegten Zeitraum. Nehmen Sie evtl. Kontakt mit dem zuständigen Reha-Träger auf. Dort erfahren Sie, welche Möglichkeit besteht. Es wäre schade, wenn Sie die Reha aus den von Ihnen angegebenen Gründen abbrechen würden und dann nicht in der Kürze der Zeit eine alternative Reha-Maßnahme absolvieren könnten.