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Kann Müterrente noch teuerer werden?

von
Barbara

Lieber Wolfgang,

es erstaunt mich sehr, dass jemand, der oft in diesem Forum postet, so wenig Kenntnis von der Materie hat - jedenfalls was das Thema Rentenleistungen für Kindererziehung in der gesetzl. Rent.-Vers. angeht (was die Vermutung nahelegt, dass Sie dort nicht Pflichtmitglied sind).

Nur mit einem haben Sie recht: die berufsständischen Versorgungswerke kennen keine vergleichbare Leistung für Versicherte, die Kinder geboren haben.
Dieses hat das BVerfG anlässlich einer Klage auch festgestellt, erstaunlicherweise den Versorgungswerken aber nicht aufgegeben, dieses nun nachzuholen, sondern vielmehr Selbständigen einen Anspruch auf Leistungen aus der Gesetzl. Rent.-.Vers.eingeräumt.

Weiterhin hat es entschieden, dass Kindererziehungsleistungen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sind und vom Bund zu zahlen sind.
Infolge dieses Urteils zahlt der Bund seit 1999 für jedes neugeborene Kind 3 Jahre Beitrag in Höhe eines Durchschnittsverdienstes an die GRV, so dass seitdem diese Leistungen beitragsgedeckt sind.

Müttern, die nicht die Mindestversicherungszeit in der GRV von 5 Jahren erfüllen, wurde ein Anspruch auf Nachzahlung eingeräumt, (der übrigens sonst nur unter sehr engen Voraussetzungen möglich ist, und für Pflichtversicherte so gut wie gar nicht möglich ist). Zur Nachzahlung reicht ein Mindestbeitrag von 85 Euro pro Monat.

Es bleibt also festzustellen: Für Geburten seit 1999 haben alle Mütter incl. derjenigen, die nicht der GRV angehören, einen berechtigten Anspruch auf sog. Mütterrente. Für Geburten vor 1992 werden Beiträge von Pflichtversicherten umverteilt. Und könnte man noch darüber streiten, ob das innerhalb der Solidargemeinschaft möglich sein sollte, kann man es jedenfalls nicht mehr, wenn die Umverteilung der Beiträge der Versicherten der GRV auch auf Außenstehende wie Selbständige, Abgeordnete oder Beamte bzw. Ehefrauen von Beamten übertragen werden soll.

von
W*lfgang

Liebe Barbara,

es bleibt die Frage 'warum Außenstehende ein System finanzieren sollen/müssen (was sie ja bereits über allgemeine Steuern mit tun!)' von dem Sie keinen Nutzen haben. Wenn diese Personen zusätzliche Nutznießer wären, wäre es noch mal teurer - die Beiträge der Versicherten steigen, die Renten hätten noch höhere Abschläge ...nein, ich kenne mich wirklich nicht aus, was Ursache und Wirkung betrifft, schon gar nicht mit KEZ/BÜZ und Nachzahlung, von der 92er pauschal freigegebenen 'Heiratserstattung/Nachzahlung' hab ich auch noch nie was gehört, um KEZ als Rente wirksam werden zu lassen ;-)

Gruß
w.
...Solidargemeinschaft: richtig, das Solidarsystem der DRV/Beitrag und Gegenleistung (!) – will man 'Andere' mit reinziehen, muss man sich auch Gedanken über die Folgen/Kosten machen. Und warum im 'Rentenpaket' die KEZ für Beamte wieder (richtigerweise) rausgenommen werden sollen – oder meinen Sie, das hat gefälligst auch die Solidargemeinschaft zu tragen – für Null Gegenleistung?

Barbara, wir klären das mal in einem 4-Augengespräch, was 'Auskennen' heißt ...nö ?!

von
Konrad Schießl

Zitiert von: Barbara

Lieber Wolfgang,

es erstaunt mich sehr, dass jemand, der oft in diesem Forum postet, so wenig Kenntnis von der Materie hat - jedenfalls was das Thema Rentenleistungen für Kindererziehung in der gesetzl. Rent.-Vers. angeht (was die Vermutung nahelegt, dass Sie dort nicht Pflichtmitglied sind).

Nur mit einem haben Sie recht: die berufsständischen Versorgungswerke kennen keine vergleichbare Leistung für Versicherte, die Kinder geboren haben.
Dieses hat das BVerfG anlässlich einer Klage auch festgestellt, erstaunlicherweise den Versorgungswerken aber nicht aufgegeben, dieses nun nachzuholen, sondern vielmehr Selbständigen einen Anspruch auf Leistungen aus der Gesetzl. Rent.-.Vers.eingeräumt.

Weiterhin hat es entschieden, dass Kindererziehungsleistungen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe sind und vom Bund zu zahlen sind.
Infolge dieses Urteils zahlt der Bund seit 1999 für jedes neugeborene Kind 3 Jahre Beitrag in Höhe eines Durchschnittsverdienstes an die GRV, so dass seitdem diese Leistungen beitragsgedeckt sind.

Müttern, die nicht die Mindestversicherungszeit in der GRV von 5 Jahren erfüllen, wurde ein Anspruch auf Nachzahlung eingeräumt, (der übrigens sonst nur unter sehr engen Voraussetzungen möglich ist, und für Pflichtversicherte so gut wie gar nicht möglich ist). Zur Nachzahlung reicht ein Mindestbeitrag von 85 Euro pro Monat.

Es bleibt also festzustellen: Für Geburten seit 1999 haben alle Mütter incl. derjenigen, die nicht der GRV angehören, einen berechtigten Anspruch auf sog. Mütterrente. Für Geburten vor 1992 werden Beiträge von Pflichtversicherten umverteilt. Und könnte man noch darüber streiten, ob das innerhalb der Solidargemeinschaft möglich sein sollte, kann man es jedenfalls nicht mehr, wenn die Umverteilung der Beiträge der Versicherten der GRV auch auf Außenstehende wie Selbständige, Abgeordnete oder Beamte bzw. Ehefrauen von Beamten übertragen werden soll.

Da Sie so beschlagen sind, können Sie mir
vielleicht auch diese Frage beantworten,zum
Unterschied bei Rente " Brutto-Niveau--Netto-Niveau.

Laut gescheiter Broschüre"Rentenversicherung in Zahlen "2013 folgende Definition auf Seite 27.

Jahr 2012 Du.Jahresentgelt 32928 und
14996 Bruttorente 14996:32928 auf 45,54%,
dies unerheblich, aber nun zum Netto Ni-
veau

Laut Broschüre: 27139,13465 und 49,6%
Niveau.
13465 Rente : 27139 Netto 49,6% Niveau.
Aber, wie errechnen sich die 27139 vom
festgestellten 32928 Brutto für 2012?

Kürze ich auch 8,20% und 2,05% ergeben sich 3375 minus von 32928 komme ich auf
29553 Netto, ziehe ich aber, wie oft be-
schrieben Euro 9,80 RV.1,50 AV.=3720,
komme ich ( 29553- 3720) 25833 Netto
Durchschnitts Verdienst in 2014, was, oder wie ist zu berücksichtigen, nenne Riester-
Nachhol-und Nachhaltigkeitsfaktor.

MfG.

von
W*lfgang

Zitiert von: Barbara
Es bleibt also festzustellen: Für Geburten seit 1999 haben alle Mütter incl. derjenigen, die nicht der GRV angehören, einen berechtigten Anspruch auf sog. Mütterrente. Für Geburten vor 1992 werden Beiträge von Pflichtversicherten umverteilt. Und könnte man noch darüber streiten, ob das innerhalb der Solidargemeinschaft möglich sein sollte, kann man es jedenfalls nicht mehr, wenn die Umverteilung der Beiträge der Versicherten der GRV auch auf Außenstehende wie Selbständige, Abgeordnete oder Beamte bzw. Ehefrauen von Beamten übertragen werden soll.
Barbara,

ein Nachtrag zu diesem Absatz oben. Es erfolgt ja zz. gerade keine Umverteilung der Beiträge für die KEZ, die Solidargemeinschaft der DRV trägt sie nicht über Beiträge - das wird rein aus Steuermittel gegenfinanziert, bisher.

Da mag der berufsständisch Versorgte (bzw. dessen Ehefrau), der Selbstständige (bzw. dessen Ehefrau), der Beamte (bzw. dessen Ehefrau) - da wird es schon kritisch, weil diese Personen häufig gar keinen Rentenanspruch jemals erworben, um Nutznießer des Solidarsystems/DRV sein zu können - aber/also die 2 Erstgenannten ja durchaus noch Rentenleistungen aus früheren Zeiten abgreifen können.

Bei der Mütterrente sag ich mir/Beamter ...na endlich, aus Beiträgen, „ihr wollt's haben, ihr sollt zahlen“.

Dass Versicherungsfremde in der DRV nichts zu suchen haben und ggf. geringe Versicherungszeiten mit KEZ aufwerten – da teile ich Ihre Meinung (!), sofern sie die Mindestvoraussetzungen dafür nicht erfüllen, sehe ich auch ein ...warum für obige Personen die Anerkennung von KEZ 'geöffnet' worden ist, müssen Sie die entscheidenden Gerichte hinterfragen (Richterin mit kurzen DRV-Zeiten als Migrationshintergrund, da fehlten eben nur die KEZ für 60 Monate/Rentenanspruch - nicht ernst gemeint ;-)

Gruß
w.
...das mit Mütterrente (Geburten vor '92)/rein Beitragsfinanziert müssen Sie Frau N. fragen, warum sie dafür die Rentenkasse plündert. Früher waren es die Vertriebenen/Spätaussiedler, dann vermeintlich der 'Osten', heute werden's die 'Mütter' sein - die erste Personengruppe fehlt inzwischen mengenmäßig. Das Blüm'sche Statement „Die Renten sind sicher“ kann sie nach nur 4-jähriger Amtszeit mit diese Aktion für die Geschichtsbücher der DRV nicht toppen :-)