Keine Hilfe trotz schwerer Probleme :-(

von
alleingelassen

Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt und abgelehnt. Dabei kann ich so nicht arbeiten!!! :-(
Seit der Jugend leide ich an einer stark verkrümmen Wirbelsäule. Leider sieht man das auch nach außen sehr stark und es belastet extrem die Psyche. Diese Krankheit hat auch viele weitere krankheitsbedingte "Folgen", die das alles nach sich zieht. Viele Arbeitgeber scheuen sich davor, so jemanden einzustellen. So auch bei mir. Deshalb habe ich einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente gestellt. Hatte einen Gutachtertermin, der alles andere als gut verlief. Entsprechende Röntgenbilder lagen dem Gutachter nicht vor (und sicherlich auch viele weitere Informationen nicht). Der Gutachter selbst war sehr unfreundlich und hat auch direkt nach der Untersuchung seine Meinung kundgetan.
So weit so gut... Ablehnung bekommen, da ich dem Arbeitsmarkt in voller Stärke / Leistung zur Verfügung stehen kann!!! Es würde KEINERLEI Einschränkungen vorliegen.
Pflege etc. ist gar nicht möglich mit meiner gesundheitlichen Konstellation!!! Ich kann nicht schwer heben, länger stehen am Stück geht auch nicht; ich brauche starke Abwechslung. Von der psychischen Belastung der ganzen Situation reden wir gar nicht erst, denn Skoliose ist nicht nur eine körperliche Krankheit, sondern belastet auch die Psyche extrem!!!

Wie weit muss ein Mensch gesundheitlich noch am Ende sein um Hilfe zu erhalten?
Hat jemand Ratschläge was ich machen kann / soll?

Experten-Antwort

Hallo,

die Hürden für eine Erwerbsminderungsrente sind hoch, da auch bei vorliegenden gesundheitlichen Einschränkungen geprüft wird, ob irgendeine 6-stündige Tätigkeit möglich ist.

Rechtlich gesehen können Sie gegen den Ablehnungsbescheid Widerspruch erheben und dies bei weiterer ablehnender Entscheidung gerichtlich überprüfen lassen. Im Übrigen können Sie auch einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe stellen. Wird eine erhebliche Gefährdung oder Minderung der Erwerbsfähigkeit festgestellt, gibt es verschiedene Möglichkeiten Sie zu unterstützen. Dazu gehören ggf. auch Vermittlungshilfen in Form von Zuschüssen an Arbeitgeber. Über die Art der Leistung entscheidet ein Reha-Fachberater.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Expertenteam der Deutschen Rentenversicherung

von
Hugo

Im Widerspruchs- oder Klageverfahren mit besserer medizinischen Dokumentation erneut probieren. Aber es kann sein, dass dann das gleiche Ergebnis rauskommt.

Vor allem auch die psychischen Krankheitsbilder dokumentieren lassen, auch wenn es zeitaufwendig und nervenraubend ist.

Oder eine Reha verlangen, vielleicht fällt dort der Bericht günstiger aus.

von
alleingelassen

ich weiß, dass die Hürden sehr hoch sind. Ich habe mich lange bevor ich den Antrag überhaupt gestellt habe sehr intensiv damit beschäftigt. Aber ich wollte es probieren.
Seit der Ablehnung frage ich mich jedoch:
- wie kann es sein, dass Menschen, die nicht so stark eingeschränkt sind (also mit minderschweren Problemen zu kämpfen haben) problemlos eine dauerhafte EMR bekommen und jemand der offensichtliche Probleme in so vielen Bereichen hat kriegt nur Ablehnungen?
- wie kann es sein, dass ein Gutachter einfach die entsprechenden Unterlagen nicht erhält, einem etwas unterstellt und dann auch direkt mitteilt, dass man eh keine Chance hat?

von
alleingelassen

leider stehe ich - was die ärztliche Bereitschaft mir zu helfen angeht - leider wohl alleine da.
Mein eigentlicher Hausarzt ist vor Jahren in Ruhestand gegangen. Der "Neue" aus der Praxis ist da etwas rabiater....er sieht wohl keinen Handlungsbedarf. Das Einzige was er kann ist Krankengymnastik aufschreiben... mehr nicht. Krankmeldungen erhalte ich nicht und als er die Aufforderung der Rentenversicherung bekommen hatte hat er mich ordentlich zusammengefaltet so von wegen, dass er seine Freizeit opfern musste für diese Formulare. Leider ist ein Arztwechsel hier leider schier unmöglich!!! Also Hilfe brauche ich von meinem Hausarzt nicht zu erwarten.
Meine Orthopädin meinte als sie mich das erste Mal gesehen hat (sie ist auch relativ neu hier), dass EMR wohl auf jeden Fall durchgehen würde so wie mein Rücken aussieht... naja... soviel dazu...

von
Realist

Zitiert von: alleingelassen
leider stehe ich - was die ärztliche Bereitschaft mir zu helfen angeht - leider wohl alleine da.
Mein eigentlicher Hausarzt ist vor Jahren in Ruhestand gegangen. Der "Neue" aus der Praxis ist da etwas rabiater....er sieht wohl keinen Handlungsbedarf. Das Einzige was er kann ist Krankengymnastik aufschreiben... mehr nicht. Krankmeldungen erhalte ich nicht und als er die Aufforderung der Rentenversicherung bekommen hatte hat er mich ordentlich zusammengefaltet so von wegen, dass er seine Freizeit opfern musste für diese Formulare. Leider ist ein Arztwechsel hier leider schier unmöglich!!! Also Hilfe brauche ich von meinem Hausarzt nicht zu erwarten.
Meine Orthopädin meinte als sie mich das erste Mal gesehen hat (sie ist auch relativ neu hier), dass EMR wohl auf jeden Fall durchgehen würde so wie mein Rücken aussieht... naja... soviel dazu...

Wenn Weder behandelnder Arzt nich die Rentenversicherung Sie als erwerbsgemindert einstuft, sollten Sie sich mal Gedanken machen, ob Sie sich nicht selber falsch einschätzen. Da wären Sie nicht der Erste und auch nicht der Letzte.

von
Auch real

Zitiert von: Realist
Zitiert von: alleingelassen
leider stehe ich - was die ärztliche Bereitschaft mir zu helfen angeht - leider wohl alleine da.
Mein eigentlicher Hausarzt ist vor Jahren in Ruhestand gegangen. Der "Neue" aus der Praxis ist da etwas rabiater....er sieht wohl keinen Handlungsbedarf. Das Einzige was er kann ist Krankengymnastik aufschreiben... mehr nicht. Krankmeldungen erhalte ich nicht und als er die Aufforderung der Rentenversicherung bekommen hatte hat er mich ordentlich zusammengefaltet so von wegen, dass er seine Freizeit opfern musste für diese Formulare. Leider ist ein Arztwechsel hier leider schier unmöglich!!! Also Hilfe brauche ich von meinem Hausarzt nicht zu erwarten.
Meine Orthopädin meinte als sie mich das erste Mal gesehen hat (sie ist auch relativ neu hier), dass EMR wohl auf jeden Fall durchgehen würde so wie mein Rücken aussieht... naja... soviel dazu...

Wenn Weder behandelnder Arzt nich die Rentenversicherung Sie als erwerbsgemindert einstuft, sollten Sie sich mal Gedanken machen, ob Sie sich nicht selber falsch einschätzen. Da wären Sie nicht der Erste und auch nicht der Letzte.

Stellen Sie sich vor, ich habe die EMR erhalten, obwohl ich nicht einen einzigen Arzt im Schlepptau hatte, der mir zur Seite gestanden hat oder Befunde erstellt hat. Mein Hausarzt weiß zwar die Diagnosen, aber nichts von dem Behandlungsbild vor 40 Jahren. Und dort wiederum gibt es längst keine Unterlagen mehr. Ich selbst war derjenige, der sich für erwerbsgemindert hielt,ohne jegliche ärztliche Deckung. Der Gutachter der RV sah es genauso und fertig war.

von
Schade

Dass es keine Einschränkungen gibt, steht bestimmt nirgendwo in einer Bescheinigung.

Für jeden medizinischen Laien ist klar, dass bei "von Jugend stark verkrümmter Wirbelsäule" weder schweres Heben sinnvoll ist, noch die Arbeit in der Pflege.

Der Fragesteller hat nichts über sein Alter geschrieben, ich hoffe aber er/sie ist/war sich schon lange bewusst, dass bei diesem Leiden schwere Arbeiten ein "no go" sind.

Und dann ist er/sie sich hoffentlich immer im Klaren gewesen, dass nur die sogenannten leichten Arbeiten eine Zukunft haben (ich sage mal Büro und Co).
Und hoffentlich hat er/sie das bei der Berufswahl dann auch umgesetzt.

Wenn er/sie trotzdem immer eine schwere Arbeit hatte, ist er/sie sehenden Auges direkt selbst in die Katastrophe gelaufen.

Hilft zwar möglicherweise nicht weiter, ist aber Realität.

von
Franziska

Auch ich bezweifle begründet, dass EM-Renten "gerecht" sind. Das ändert aber nichts daran, dass ich hier erst einmal Ordnen und Einschätzen anraten würde. Haben sie einen Schwerbehindertenausweis, wie stark ist die Krümmung, und sind Herz und Lunge beeinträchtigt? Mit Psyche wegen einer Behinderung alleine bekommt halt niemand Rente.

Und dann bedenken sie bitte auch, es wird mit der Psyche nicht besser, wenn man Rentner ist. Für mich war es das allerbitterste, offiziell aussortiert zu sein, keiner interessierte sich mehr einen Deut mehr für mich. Auf einmal muss man nicht mehr aufstehen, man kriegt keine Reha mehr usw. Das macht den Umgang mit Behinderung weiß Gott nicht einfacher.
Wenn sie einen GdB von 50 haben und sicherlich, da es von Kindheit an bekannt war, einen körperlich leichten Beruf, dann würde ich mich auch um die speziellen Hilfen für Behinderte im Erwerbsleben bemühen, statt einfach aufzugeben.

von
W°lfgang

Zitiert von: alleingelassen
Wie weit muss ein Mensch gesundheitlich noch am Ende sein um Hilfe zu erhalten?
Hat jemand Ratschläge was ich machen kann / soll?

Hallo alleingelassen,

sich bessere Unterstützung im Antragsverfahren suchen, als es allein auszufechten:

SoVD, VdK, Fachanwalt für Sozial(versicherungs)Recht ...auch private Rentenberater sollen nicht unerwähnt bleiben.

Widerspruch und Klage bieten immer noch die Möglichkeit, die zunächst ablehnende Entscheidung zum Positiven zu wenden. Sie können natürlich auch das eigene 'Gejammer' (sorry) selbst in einen Widerspruch schreiben - die Erfolgsaussichten wären sicher schlechter, als es gleich von Experten auf diesem Gebiet erledigen zu lassen. Ein Selbstläufer pro EM-Rente ist das aber garantiert auch nicht!

Gruß
w.

von
Jana

Vielleicht hatten Sie eunen doofen Gutachter oder vielleicht hat er auch schlicht recht (und Ihr Hausarzt auch) und Sie sind zu wehleidig.

Ich finde auch nicht, dass man die EMR sobst nachgeworfen bekommt. Es ist immer ein schwerer Weg.

Widerspruch einlegen. Das ist jetzt der Weg.