Kinderbeitrags- ohne -berücksichtigungszeit?

von
KH

1.) Ist es möglich, eine Beitragszeit aus Kindererziehung (§56) zu erhalten, die gleichzeitig keine Kinder-Berücksichtigungszeit (§57) ist?
Möglicher Fall: Eine Person, die während der ersten Jahre nach Geburt des Kindes selbständig war und keine Pflichtbeiträge einzahlte, könnte zwar nach §56 eine Kinderbeitragszeit, aber nach §57 keine Berücksichtigungszeit dafür erhalten.

2.) Falls 1. möglich ist: für den Kinderzuschlag auf die Witwenrente werden nur die Zeiten berücksichtigt, die Kinder-Berücksichtigungszeiten sind. Also gelten Zeiten wie in 1 genannt NICHT?

von
logisch

Bei einer mehr als geringfügig ausgeübten selbständigen Tätigkeit sind Berücksichtigungszeiten anzurechnen, wenn Pflichtbeitragszeiten (zum Beispiel Pflichtbeiträge wegen Kindererziehung) vorliegen.

von
KH

Alles klar. Ich meinte, in der RVLiteratur irgendwo eine Einschränkung auf Beiträge aus einer Tätigkeit gelesen zu haben. Tatsächlich steht dort aber explizit, dass Beitragszeiten durch Kindererziehung ebenfalls zählen.

Danke für die schnelle Antwort.

von
-

Schön, dass es sich durch die Antwort von logisch geklärt hat.

von
MaxSchmdt

Monate mit Kindererziehungszeiten (KEZ) müssen nicht zwingend auch Monate mit Kinderberücksichtigungszeiten (KIBÜZ) sein. Ein Beispiel wären Vierlinge, die 05.03.1996 geboren sind - KIBÜZ: 05.03.1996 bis 04.03.2006, KEZ: 01.04.1996 bis 31.03.2008.

Solange KIBÜZ mit Pflichtbeiträgen zusammen treffen werden sie immer angerechnet.

Nachdem die KIBÜZ mit dem Tag der Geburt, KEZ aber erst mit Ablauf des Monats der Geburt, können Personen, die eine mehr als geringf. selbst. Tätigkeit ausüben die KIBÜZ für den Geburtsmonat nicht bekommen.
Diese Personen hätten dann beim Zuschlag nach § 78a SGB VI einen Nachteil.

von
KH

Vielen Dank für die Ergänzung. An eine solche Konstruktion habe ich nicht gedacht, als mir das Problem kam.