Kinderberücksichtigungszeiten aufteilen

von
frageindierunde

Kann man die Kinderberücksichtigungszeiten (3. - 10. Lebensjahr) monats- oder zumindestens jahresweise frei unter den Ehepartnern aufteilen, um z.B. die Aufstockung der Rentenanwartschaft um 50% bei schwankenden Verdiensten optimal zu nutzen.

von
Mony

Durch Abgabe einer Erklärung über die Zuordnung von Kindererziehungs-/Kinderberücksichtigungszeiten (Vordruck V820) ist eine Zuordnung zu einem Elternteil für die Zukunft, bzw. max. zwei Monate zurück jederzeit möglich.

Experten-Antwort

Kindererziehungszeiten und Berücksichtigungszeiten (nachfolgend Erziehungszeiten genannt) können für
denselben Zeitraum jeweils nur einem Elternteil zugeordnet werden, entweder der Mutter oder dem Vater. Bei gemeinsamer Erziehung des Kindes durch die Mutter und den Vater werden die Erziehungszeiten grundsätzlich dem Elternteil angerechnet, der das Kind überwiegend erzieht. Lassen sich überwiegende Erziehungsanteile eines Elternteils objektiv nicht feststellen, sind die Erziehungszeiten bei der Mutter anzurechnen.

Die Eltern können durch Abgabe einer übereinstimmenden Erklärung (Vordruck V820) aber auch bestimmen, welchem Elternteil die Erziehungszeiten zuzuordnen sind. Die Zuordnung kann hierbei auf einen Teil der
Erziehungszeiten beschränkt werden. Die Aufteilung ist auch mehrfach zulässig.

Die Erklärung ist grundsätzlich für künftige Kalendermonate abzugeben. Die Zuordnung kann grundsätzlich jedoch rückwirkend für bis zu 2 Kalendermonate vor Abgabe der Erklärung erfolgen. Eine darüber hinausgehende Erklärung für Erziehungszeiten in der Vergangenheit ist heute nicht mehr zulässig. Einmal durch Erklärung zugeordnete Erziehungszeiten können von den Eltern grundsätzlich nicht verändert werden. Die Eltern haben allerdings die Möglichkeit, durch Abgabe einer neuen Erklärung die Zuordnung zum anderen Elternteil zu korrigieren. Allerdings können durch diese Erklärung Erziehungszeiten nur für die Zukunft bzw. rückwirkend für einen Zeitraum bis zu 2 Kalendermonate vor Abgabe der neuen Erklärung dem jeweils anderen Elternteil zugeordnet werden.

Ohne Abgabe einer übereinstimmenden Erklärung können Erziehungszeiten dem Vater / Lebenspartner nur
zugeordnet werden, wenn er das Kind überwiegend erzogen hat.

von
KSC

Für Kinder, die noch keine 10 Jahre alt sind, können Sie das für die Zukunft monats- oder auch jehresweise beliebig oft wechseln.

Sind die Kids bereits älter als 10 müssten Sie die Überwiegende Erziehung mit jedem Mal nachweisen.

Wenn es Ihnen also Spass macht Monat für Monat neue Formulare mit diesen Erklärungen abzugeben, nur zu! - die Sachbearbeitung bei der DRV freut sich gewiss, wenn sie derart "ünnötig" beschäftigt wird.

Ein Bürger, der auf solchen Gedanken kommt, darft sich m.E. nie mehr üebr Bürokratie aufregen, weil er selbst heftig dazu beiträgt.

von
frageindierunde

Zitiert von: KSC

Ein Bürger, der auf solchen Gedanken kommt, darft sich m.E. nie mehr üebr Bürokratie aufregen, weil er selbst heftig dazu beiträgt.

Darüber werde ich mich nicht aufregen, keine Angst. Wenn ich und mein Arbeitgeber mehrere Tausend Euro im Jahr an Beiträgen leisten, dann darf da auch gerne der ein oder andere Euro für die Auswertung von Formularen verbraten werden.

Außerdem: Für dreieurofünfzig wird man so einen Antrag ja auch nicht stellen.

Andererseits: Geld und Rente möchte man aber auch nicht verschenken. Im Extremfall verliert eine Geringverdienerfamilie eine Rentenanwartschaft von ~60,- EUR, wenn die Kinderberücksichtigungszeiten nicht optimiert verteilt werden.

von
Jockel

....wer hat Ihnen denn diesen Blödsinn erzählt ?

von
oder so

Zitiert von: frageindierunde

Darüber werde ich mich nicht aufregen, keine Angst. Wenn ich und mein Arbeitgeber mehrere Tausend Euro im Jahr an Beiträgen leisten, dann darf da auch gerne der ein oder andere Euro für die Auswertung von Formularen verbraten werden.

Außerdem: Für dreieurofünfzig wird man so einen Antrag ja auch nicht stellen.

Andererseits: Geld und Rente möchte man aber auch nicht verschenken. Im Extremfall verliert eine Geringverdienerfamilie eine Rentenanwartschaft von ~60,- EUR, wenn die Kinderberücksichtigungszeiten nicht optimiert verteilt werden.

Die Rechnung funktioniert, wenn Sie im Jahr 2013 22705 EUR/brutto verdienen (davon zahlen Sie und Ihr AG 4.291 EUR an Beitrag (mehrere tausend...!) Dann gibt es 0,6664 EP dafür, aufgewertet um die Hälfte (0,3332) = 0,9996 EP (Maximum). Das ganze über 7 Jahre gibt tatsächlich 2,3324 Aufwertungs-EP, das sind aktuell rd. 65 EUR.

Hoffen Sie 'Optimierer' jetzt auch noch auf die Pflegebedürftigkeit Ihres Kindes? Dann können Sie noch weitere 8 Jahre zusätzliche EP sammeln...!

von
frageindierunde

Zitiert von: oder so

Die Rechnung funktioniert, wenn Sie im Jahr 2013 22705 EUR/brutto verdienen (davon zahlen Sie und Ihr AG 4.291 EUR an Beitrag (mehrere tausend...!) Dann gibt es 0,6664 EP dafür, aufgewertet um die Hälfte (0,3332) = 0,9996 EP (Maximum). Das ganze über 7 Jahre gibt tatsächlich 2,3324 Aufwertungs-EP, das sind aktuell rd. 65 EUR.

Hoffen Sie 'Optimierer' jetzt auch noch auf die Pflegebedürftigkeit Ihres Kindes? Dann können Sie noch weitere 8 Jahre zusätzliche EP sammeln...!

Wow. Ich bin begeistert von der Rechnung. Letztlich zeigt sie nur, dass die meisten Geringverdienerfamilien mit einem Hauptverdiener finanziell besser fahren würden, wenn die Kinderberücksichtigungszeiten dem Mann zugeordnet werden.

Das ist zwar sicherlich nicht Sinn der Sache, aber der absurde Fakt.

Den letzten Satz empfinde ich als Unverschämtheit. Warum diese Häme und der Zynismus ("Optimierer", "Pflegebedürftiges Kind", "unnötige Beschäftigung von Sachbearbeitern") nur weil man sich mal ein bischen mit dem System der Familienförderung in der Rente auseinandergesetzt hat und ein Extrembeispiel gesponnen hat?

von
Arbeiter

Zitiert von: frageindierunde

Zitiert von: oder so

Die Rechnung funktioniert, wenn Sie im Jahr 2013 22705 EUR/brutto verdienen (davon zahlen Sie und Ihr AG 4.291 EUR an Beitrag (mehrere tausend...!) Dann gibt es 0,6664 EP dafür, aufgewertet um die Hälfte (0,3332) = 0,9996 EP (Maximum). Das ganze über 7 Jahre gibt tatsächlich 2,3324 Aufwertungs-EP, das sind aktuell rd. 65 EUR.

Hoffen Sie 'Optimierer' jetzt auch noch auf die Pflegebedürftigkeit Ihres Kindes? Dann können Sie noch weitere 8 Jahre zusätzliche EP sammeln...!

Wow. Ich bin begeistert von der Rechnung. Letztlich zeigt sie nur, dass die meisten Geringverdienerfamilien mit einem Hauptverdiener finanziell besser fahren würden, wenn die Kinderberücksichtigungszeiten dem Mann zugeordnet werden.

Das ist zwar sicherlich nicht Sinn der Sache, aber der absurde Fakt.

Den letzten Satz empfinde ich als Unverschämtheit. Warum diese Häme und der Zynismus ("Optimierer", "Pflegebedürftiges Kind", "unnötige Beschäftigung von Sachbearbeitern") nur weil man sich mal ein bischen mit dem System der Familienförderung in der Rente auseinandergesetzt hat und ein Extrembeispiel gesponnen hat?


Lassen Sie sich nicht beirren und spinnen Sie weiter.

von
oder so

Zitiert von: frageindierunde

Wow. Ich bin begeistert von der Rechnung. Letztlich zeigt sie nur, dass die meisten Geringverdienerfamilien mit einem Hauptverdiener finanziell besser fahren würden, wenn die Kinderberücksichtigungszeiten dem Mann zugeordnet werden.

Das ist zwar sicherlich nicht Sinn der Sache, aber der absurde Fakt.
...

Mit den KIBÜZ erhält sich der andere Elternteil aber möglicherweise seinen EM-Schutz, sammelt Monate für 35 Jahre (=vorzeitige Altersrente für bis zu 48 Monate) usw.

Sie sehen: schon wieder zu kurz gedacht und zu kurz gesprungen Tiger! ;-)

von
frageindierunde

Zitiert von: oder so

Mit den KIBÜZ erhält sich der andere Elternteil aber möglicherweise seinen EM-Schutz, sammelt Monate für 35 Jahre (=vorzeitige Altersrente für bis zu 48 Monate) usw.

Klar. Das muss man berücksichtigen.

Wenn wir schon bei Nebenaspekten sind: Die 35 Jahre bekommt die Frau vielleicht auch über einen 450.- EUR-Nebenjob mit aufgestockten Beiträgen voll. Weiterer Aspekt: Durch die KIBÜZ beim Mann gibt es ggf. eine höhere Witwenrente.

von
oder so

Zitiert von: frageindierunde

Durch die KIBÜZ beim Mann gibt es ggf. eine höhere Witwenrente.

Setzt aber voraus, dass der Mann auch tatsächlich früher stirbt - bitte aber erst nach dem 63.Lj., sonst gibt es Abschlag für die Witwe (das halte ich viel eher für zynisch, ist aber geltendes Recht!). Aber vielleicht hält der Mann ja noch eine Weile durch und wird von der Frau gepflegt, dann kann Sie als Pflegeperson die entgangenen KIBÜZ-Werte ja wieder auffüllen (ist ernst gemeint!).

von
frageindierunde

Zitiert von: oder so

Setzt aber voraus, dass der Mann auch tatsächlich früher stirbt - bitte aber erst nach dem 63.Lj., sonst gibt es Abschlag für die Witwe (das halte ich viel eher für zynisch, ist aber geltendes Recht!). Aber vielleicht hält der Mann ja noch eine Weile durch und wird von der Frau gepflegt, dann kann Sie als Pflegeperson die entgangenen KIBÜZ-Werte ja wieder auffüllen (ist ernst gemeint!).

Super. Fassen wir zusammen:

Am rentabelsten sind KIBÜZ, wenn der Mann 22705 EUR/brutto verdient und pflegebedürftige Kinder hat, die Frau ihren Mann später pflegebedürftigen Mann pflegt, dabei (aber erst dann) parallel arbeitet und ihn übers 63. Lebensjahr am Leben hält.