Kindererzeihungszeiten bei berufsständidischer Altersversorgeung

von
gue-53757

Ich (63 J.) habe u.a. demnächst (ab. 65. Lebensjahr)einen Rentenanspruch von ca. 675 € (außerdem betr. Versorgung), meine Frau (60 J) bezieht am 10/2009 eine berufsständische Rente. Wir haben 3 Kinder (vor 1992 geboren). Meine Frau hat ihre Berufstätigkeit 7 Jahre unterbrochen. Wie können die Erziehungsjahre ggf. geltend gemacht werden? Und wie hoch wäre ggf. der Anspruch?

von
-_-

Für ab 1992 geborene Kinder können Erziehende heute eine Monatsrente von mehr als 81 Euro (West) oder 72 Euro (Ost) erwarten.

Die Vorteile der gesetzlichen Rentenversicherung können auch dann gelten, wenn man von der Versicherungspflicht befreit ist.

Die Deutsche Rentenversicherung nennt als Beispiel Versicherte von berufsständischen Versorgungswerken (Ärzte, Rechtsanwälte). Diesen können unter Umständen Kindererziehungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet werden. Das sei nach neuer Gesetzgebung möglich, wenn die Erziehungszeit im Versorgungswerk nicht annähernd gleichwertig wie in der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt wird.

In dem Tipp heißt es weiter: Reichen die Zeiten für einen Rentenanspruch nicht aus, kann nachgezahlt werden. Erreicht eine Person, der Zeiten der Kindererziehung anerkannt wurden, die Regelaltersgrenze (derzeit 65 Jahre) und hat sie die Wartezeit von fünf Jahren nicht erfüllt, kann sie auf Antrag für die fehlenden Monate freiwillige Beiträge nachzahlen. So kann sie einen Rentenanspruch erwerben und in den Genuss der Rentenleistung für die Kindererziehungszeiten kommen.

Weitere Informationen gibt es bei allen Beratungsstellen der Deutschen Rentenversicherung und am kostenlosen Servicetelefon der Rentenversicherungsträger.

Mehr unter:
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von
Chris

Sind auf dem Rentenkonto ausser den 3 Kinderjahren sonst noch Zeiten?

Experten-Antwort

Für jedes bis 1991 geborene Kind werden beim erziehenden Elternteil 1 Jahr Pflichtbeitragszeit berücksichtigt. Das gilt auch für Eltern, die Mitglied einer berufsständischen Versorgung waren.
Für diese Kindererziehungszeit bekommt man 1 Entgeltpunkt auf dem Rentenkonto gutgeschrieben (das sind derzeit 27,20 Euro Monatsrente in den alten und 24,13 Euro in den neuen Länder). Ihre Frau bekäme für die Erziehung der 3 Kinder 81,60 Euro bzw. 72,39 Euro. Allerdings genügen die 3 Jahre Beitragszeiten wegen Kindererziehung nicht für einen Rentenanspruch. Hierfür benötigt man mindestens 5 Jahre. Seit Juli 2009 gibt es die Möglichkeit, freiwillige Beiträge nachzuzahlen, um die 5 Jahre und damit einen Rentenanspruch zu erreichen. Dafür müsste Ihre Frau für jeden noch benötigten Monat mindestens einen freiwilligen Beitrag in Höhe von 79,60 EUR zahlen. Ihre Frau könnte dann mit 65 Jahren und 3 Monaten eine Regelaltersrente beanspruchen.

von
Koulchen

Hallo Expertin,

das bezieht sich jetzt zwar nicht auf das Thema des Fragers, aber: Ist diese Nachzahlmöglichkeit seit Juli 2009 (können Sie mir bitte den Paragrapen nennen?) nur für das Erreichen der 5 Jahre gedacht, oder gilt es generell für alle üblichen Zeiträume in der GRV?

Vielen Dank vorab!

Gruß
Koulchen

von
Wolfgang

Hallo Koulchen,

gilt nur für die allgemeine Wartezeit.

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Gt.do?f=G_SGB6_208G1

Gruß
w.

von
Schade

§ 208 SGB 6

von
Schiko.

Habe ich Sie richtig verstanden, eine Mutter von vier Kindern, nie berufstätig,
kann durch freiwillige Nachzahlung des Mindestbeitrages von Euro 955,20
die Anerkennung des fünften Kindes erreichen.

Entsprechendes Alter vorausgesetzt, fünf Kinder a/ 27,20 = 136 Euro, somit
ist der Beitrag von 955,20 schon in gut 7 Monaten wettgemacht ?

Danke!

Mit freundlichen Grüßen.

von
-_-

http://bundesrecht.juris.de/sgb_6/__208.html

Elternteile, denen Kindererziehungszeiten anzurechnen sind und die bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze die allgemeine Wartezeit nicht erfüllt haben, können auf Antrag freiwillige Beiträge für so viele Monate nachzahlen, wie zur Erfüllung der allgemeinen Wartezeit noch erforderlich sind.

Beiträge können nur für Zeiten nachgezahlt werden, die noch nicht mit Beiträgen belegt sind.

§ 209 Absatz 1 Satz 1 gilt nicht.

Experten-Antwort

Hallo Koulchen,

wie Schade bereits schrieb, geht es hier um den neuen § 208 SGB VI. Dort heißt es:
"Elternteile, denen Kindererziehungszeiten anzurechnen sind und die bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze die allgemeine Wartezeit nicht erfüllt haben, können auf Antrag freiwillige Beiträge für so viele Monate nachzahlen, wie zur Erfüllung der allgemeinen Wartezeit noch erforderlich sind. Beiträge können nur für Zeiten nachgezahlt werden, die noch nicht mit Beiträgen belegt sind. § 209 Absatz 1 Satz 1 gilt nicht."

von
gue_53757

Nein, aber Kollegen/innen haben schon darauf hingewiesen, dass meine Frau nachzahlen kann, um die 5 Jahre voll zu bekommen.

Vielen Dank,

Günter Schmidt