Kindererziehungszeit nach Tod

von
Plafond

Sind die bei der verstorbenen Frau anerkannten KEZ auf den Mann (Witwer) übertragbar wenn die Frau noch keine Rente bezogen hat?

von
Upsala

Nein, sind sie grundsätzlich nicht.

Die Kindererziehungs- und Kinderberücksichtigungszeiten werden i.d.R. dem Elternteil zugeordnet, welcher die Kinder überwiegend erzogen hat. In der Mehrheit der Fälle werden die Kindererziehungszeiten und Kinderberücksichtigungszeiten daher der Mutter zugeordnet. Ausnahme: Es wurde von beiden Elternteilen eine übereinstimmende Erklärung abgegeben. Aber das lässt sich im Normalfall nicht mehr rückwirkend nachholen. Erst Recht nicht wenn seit der Geburt der Kinder viele Jahre ins Land gegangen sind.

Stattdessen werden die Kindererziehungszeiten - sofern sie im Versicherungskonto der Mutter bereits anerkannt worden sind - bei der Berechnung der Witwerrente berücksichtigt. Sind sie dort noch nicht berücksichtigt, so kann man dies zusammen mit dem Antrag auf Witwerrente regeln.

Rechtsgrundlagen und näheres hier: http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__56.html

und hier:

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__249.html

MFG
Upsala

von
W*lfgang

Zitiert von: Upsala
Nein, sind sie grundsätzlich nicht.
änzende Korrekturmöglichkeiten:

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_249ABS1-6R5.3

und

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_56R4.3

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Eine Übertragung von Kindererziehungszeiten nach dem Tod der Mutter auf den Vater ist nicht möglich, da Zeiten der Kindererziehung grundsätzlich bei dem Elternteil zu berücksichtigen sind, welcher das Kind bzw. die Kinder überwiegend erzogen hat. Ob die Verstorbene bereits eine Rente bezogen hat, ist hierbei ohne Bedeutung. Die rechtliche Bewertung von Tatsachen ändert sich nach dem Tod der Mutter nicht - auch unabhängig von einem ggf. vorhandenen Anspruch auf Hinterbliebenenrente.

von
Plafond

... und ist das auch so, wenn vorher ein Versorgungsausgleich wegen des Sterbefalls rückgängig gemacht wurde?

von Experte Experten-Antwort

Hallo Plafond,

bei Tod des Ausgleichsberechtigten wird der Versorgungsausgleich nicht rückgängig gemacht. Es liegt ein rechtskräftiger Beschluss zum Versorgungsausgleich vor, der auch nach dem Tod bestehen bleibt.

Was Sie meinen ist wohl, dass ein Abschlag aus dem Versorgungsausgleich beim Ausgleichspflichtigen nicht oder nicht mehr berücksichtigt wird, wenn der verstorbene Ausgleichsberechtigte keine oder nur in geringfügigem Umfang Leistungen aus dem Versorgungsausgleich bezogen hat.

Auch wenn dies so ist, ändert das nichts an der Zuordnung der Kindererziehungszeiten.