Kindererziehungszeiten

von
Anfrager

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach der Geburt unseres Kindes hat meine Frau ihre jahrelange Beschäftigung ruhen lassen und die Kindererziehung übernommen.
Nun möchten wir, dass die 3 Jahre Kindererziehungszeit dem Rentenkonto meiner Frau angerechnet werden. Unsere Frage lautet: Müssen wir hierfür irgend etwas tun, oder geschieht dies automatisch?
Vielen Dank im Voraus für die Beantwortung!
Viele Grüße!

von
-_-

Unter http://www.deutsche-rentenversicherung.de/ finden Sie die Formulare V800 und V805. Die füllt die Mutter aus. Sinnvoll ist es, damit zu warten, bis das jüngste Kind 10 Jahre geworden ist. Anderenfalls haben Sie das Vergnügen mit den Formularen nämlich mehrmals.

Experten-Antwort

Bei Geburten ab 01.01.1992 gibt es 3 Jahre Kindererziehungszeiten und 10 Jahre Berücksichtigungszeiten, wenn das Kind im Inland erzogen wurde und keine Ausschlussgründe vorhanden sind. Zur Feststellung von Kindererziehungszeiten ist eine Antragstellung notwendig (bundesweiter Vordruck V800/V810). Die Vordrucke erhalten Sie entweder unter den Formularen bei http://www.deutsche-rentenversicherung.de oder bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle, bei Gemeinde- und Versicherungsämtern oder bei Ihrem Rentenversicherungsträger. Dort ist man auch beim Ausfüllen der Antragsvordrucke behilflich.

von
Wolfgang

Hallo Anfrager,

die Ratschläge, die fehlenden KEZ (Kindererziehungszeiten) und BÜZ (Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung) per Vordruck V800 anerkennen zu lassen, sind ja nett gemeint. Postwendend werden Sie/Ihre Frau aufgefordert, eine 'Gesamtklärung' des Versicherungskontos vornehmen zu lassen - da trudeln dann noch zusätzlich Vordrucke V100 und V410 ein ;-)

Besser ist, das alles in der nächsten Beratungsstelle der DRV oder im örtlichen Rathaus auf Reihe bringen zu lassen - unabhängig davon, ob die 10-jährigen Erziehungszeiten für (alle) Kinder schon rum sind, oder später ergänzt werden müssen. So erhält Ihre Frau wenigstens Jahr um Jahr eine aktuelle Renteninformation und weiß auch, wo sie im Falle von etwaiger Krankheit Rente wegen Erwerbsminderung) zz. stehen würde.

Gruß
w.

von
-_-

Die Frage lautete aber:

"Nun möchten wir, dass die 3 Jahre Kindererziehungszeit dem Rentenkonto meiner Frau angerechnet werden. Unsere Frage lautet: Müssen wir hierfür irgend etwas tun, oder geschieht dies automatisch?"

Auf diese Frage wurde zutreffend auf das dazu erforderliche Formular hingewiesen. Man kann natürlich auch das gesamte SGB und sämtliche Risiken und Nebewirkungen dessen zusätzlich erläutern, was aber hier gar nicht nachgefragt wurde. Woher wissen Sie eigentlich, dass das Versicherungskonto nicht bis auf die Kinder bereits geklärt worden ist?

von
Beitrag

Wolfgang hat vollkommen recht und höchst sinnvoll geantwortet - ohne damit irgendeinem anderen Ratgeber zu Nahe treten zu wollen!

Sie haben´s einfach nicht verstanden!

Aber darum gehts nicht.

Wichtig ist, daß Anfrager Wolfgangs Rat folgt! Denn NUR das ist sinnvoll. Halbe Antworten, die für sich richtig sind, verkommen zur Prinzipienreiterei, wenn man naheliegende Vollständig-und Sinnhaftigkeit außer Acht läßt.

von
Wolfgang

...Erfahrungsgemäß ist es (leider) manchmal so, dass selbst bei frisch geklärtem Konto der ganze Klärungsvordrucksrausch an die Versicherten raus geht - auch wenn der V300 (evtl. noch R240) reichen würde ...in letztem Falle fühlt sich mein Papierkorb so richtig wohl ;-)

In Verbindung mit nicht anerkannten/neuen KEZ (und KiBÜZ) bleibt jedoch eine Frage immer offen, die nicht über den V800 nachgefragt wird -> pflegebedürftige Kinder erzogen? Ohne nachgehende Klärung/Fragen/Vordrucke ist das Konto nicht geklärt, auch wenn gerade gestern ein Feststellungsbescheid im Briefkasten war.

Individuell ist es dann besser - wenn man/frau unnötigen Schriftwechsel vermeiden will - kostenlose Hilfe in Anspruch zu nehmen, auch wenn vieles online möglich ist, und auch sicher in einigen Fällen reibungslos laufen wird. Anfrager mag selbst entscheiden, wo das Rentenkonto seiner Frau steht und er/sie verfahren will.

Hinweis für Anfrager, hier gibts die Vordrucke:
http://www.deutsche-rentenversicherung.de/nn_75716/SharedDocs/de/Inhalt/04__Formulare__Publikationen/01__formulare/gesamtuebersicht__formulare/__DRV__Gesamtuebersicht__V.html

Gruß
w.

von
-_-

Durch Herabsetzung der Antwort anderer Forumsteilnehmer oder der Expertenantwort, sei es versteckt (`Wolfgang:´ "... die Ratschläge sind ja nett gemeint.", oder offen `Beitrag´: "Sie haben´s einfach nicht verstanden!") wird die Frage nicht anders, die lautete: "Müssen wir hierfür irgend etwas tun, oder geschieht dies automatisch?" und auch der zutreffende Hinweis auf die betreffenden Formulare nicht weniger richtig.

Nach 35 Jahren bei der RV traue ich mir zu, den Sachverhalt insgesamt zu überblicken. Das kann man auch bei der Expertin annehmen. Wenn ich mich allerdings gegenüber meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei unterschiedlichen Auffassungen ähnlich herabsetzend äußern würde, wie das hier im Forum gelegentlich durch vermeintlich besser Wissende geschieht, würde man mir vermutlich zu Recht eine vulgärsprachliche Zusatzbezeichnung verpassen!

von
Wolfgang

> Nach 35 Jahren bei der RV traue ich mir zu, (...)

...ein paar Lenze noch und ich habe Sie eingeholt ;-)

Intern/extern - soll das jetzt zum Streit ausarten ? Jeder baut auf seinen Erfahrungen ...mehr möchte/muss ich dazu nicht sagen. Wenn Sie Herabsetzungen meinerseits zwischen den Zeilen gelesen haben zu meinen (gut, ich bin schon mal schnoddrich im Ton - und das dann
auch offen und bewusst erkennbar ! ;-) ...hier haben Sie leider zu viel hinein interpretiert (und sitzen eben nicht an der Basis, wo es brennt ;-) - seis drum.

Schönen Abend noch
Gruß
w.

von
Beitrag

Mir reichen 15 Jahre, um erkennen zu müssen, daß es grundsätzlich so ist, daß eine Frage eines Kunden zwar korrekt beantwortet werden kann, aber ein Über-den Tellerrand-schauen sich in fast allen Fällen lohnt und hochgradig sinnvoll ist. Wenn der Kunde alles wüßte, was Relevanz haben könnte, würde er wesentlich mehr Fragen stellen. Hinweispflicht ist gerade heutzuteuge unheimlich wichtig und zwingend mit Leben zu füllen! Verweise auf §§ 13-15 SGB I!!

Meine Erfahrung zeigt mir auch, daß zu viele Dienstjahre nicht zwingend den Blick erweitern bzw. offen für neue Sichtweisen machen MÜSSEN!! Da mögen Sie -_- eine der vielen Ausnahmen sein!

Schönen Abend noch und laßt uns weiter tatkräftig - über der Gürtellinie helfen - und wenn nötig im Sinne des Fragestellers perfekt ergänzen!!