Kinderreha

von
tina

Hallo
zur Zeit ist mein Kind(9) in der Rehamaßnahme. Er soll dort 6 Wochen alleine bleiben. Nach 14 Tagen die jetzt am Wochenende vorrüber waren, durfte ich ihn das 1.Mal besuchen. Er war so blass und nur müde. Wenn ich dort allerdings nachhöre, ginge es ihm gut und aus ärztlicher Sicht sind keine Bedenken die Reha fortzuführen. Heimweh hat er, aber das sagt er nur zu mir am Telefon.
Eigentlich wollte ich in der 5. Woche auch zur einer Schulung in der Klinik, aber die Kosten werden nicht von der Rentenversicherung übernommen.
Ich dachte immer man soll aktiv mitwirken???
Jetzt überlege ich, ob ich das ganze nicht abbrechen soll.
Aber was kommt dann auf mich zu? Eventl. auch keine Therapien mehr zu Hause?
Kann es passieren, dass ich dann alles gestrichen bekomme, wenn ich es persönlich abbreche?
Auf Antwort wäre ich dankbar
Liebe Grüsse

von
Nix

Die Teilnahme an einem Kinderheilverfahren bzw. deren Abbruch hat nichts zu tun mit den Therapien zu Hause. Die Therapien zu Hause bekommt Ihr Kind sicherlich von der Krankenkasse bezahlt. Und die hat reichlich wenig mit dem Kinderheilverfahren der Deutschen Rentenversicherung zu tun.
Deshalb glaube ich nicht, dass ihm zu Hause - von der Krankenkasse - keine Therapien mehr bezahlt werden, nur weil Sie das Kinder-HV abgebrochen haben.
Sprechen Sie aber vorher mit dem Stationsarzt der Kinderreha: "Vorzeitige Entlassung mit ärztlichem Einverständnis" sollte schon im Entlassungsbericht drinstehen. Das hört sich beim Lesen des Entlassungsberichts immer gut an.
Andererseits weiss ich, dass gerade Kinder, die in eine Kinderreha geschickt werden,psychisch sehr anhängig sind und gerade durch dieses "Alleine zur Reha" daran gewöhnt werden sollen, alleine ohne Eltern auszukommen. Ich kenne Ihr Kind nicht. Aber oft werden diese Kinder auch von Ihren Eltern ein bisschen zu sehr "bemuttert". Möchte Ihnen diesbezüglich aber nichts unterstellen. Aber glauben Sie mir: Die Kinder werden dort eigentlich sehr gut betreut. Wenn aber wirklich nötig, können Sie jederzeit das Kinder-Heilverfahren ohne Nachteile abbrechen.(Vorher mit dem Klinikarzt sprechen!!!!)

Was die Schulung in der Klinik für Sie angeht:
Haben Sie beim RV-Träger schriftlich einen Antrag auf Fahrkostenübernahme für die Elternschulung unter Beifügung der Elterneinladung eingereicht und wurde Ihnen die Elternteilnahme an der Schulung abgelehnt?
Das genau glaube ich nicht.
Für gewöhnlich werden die Fahrkosten dorthin übernommen. Es gibt aber im Bereich Rehabilitation vieles, was sich "Ermessensentscheidung" schimpft.
Lassen Sie sich das schriftlich per Ablehnungsbescheid geben und legen Sie bei Ablehnung Widerspruch gegen die Ablehnung der Kostenübernahme für die Elternschulung ein.

Nix

von
denker

"Er war so blass und nur müde. Wenn ich dort allerdings nachhöre, ginge es ihm gut und aus ärztlicher Sicht sind keine Bedenken die Reha fortzuführen. Heimweh hat er, aber das sagt er nur zu mir am Telefon."

Denken Sie nicht, dass Ihr Kleiner die Zeit, wo er nicht zu Hause ist, nutzt, um spät ins Bett zu gehen und lange auf zu bleiben, was er wohl zu Hause nicht darf? ;-)
Abgesehen davon, selbst wenn es nicht so wäre, er ist in einer anderen Umgebung, hat einen anderen Tagesablauf etc. was sicher dazu führt, dass er wohl abends nicht gut einschlafen kann. Deshalb wird er wohl blass und müde sein.

Und Heimweh hat ja wohl jedes Kind in dem Alter und in einer solchen Situation!

Ich würde mir keine Sorgen machen, solange aus ärztlicher Sich alles ok ist... Vielleicht sollten Sie zur Beruhigung noch einmal mit dem behandelnden Arzt/Therapeuten sprechen oder telefonieren?

Leistungen der Krankenkasse werden bei Abbruch natürlich nicht gestrichen.

Dennoch denke ich, wenn Sie die Reha durchziehen tun Sie Ihrem Kind etwas Gutes. Solange Ihr Sohn nicht berichtet, dass es ihm dort schlecht ginge oder er nicht gut behandelt würde, rate ich Ihnen, Ruhe zu bewaren.

Experten-Antwort

Hallo Tina,

zu Ihrer Beruhigung kann festgehalten werden, dass Nachteile aus einem berechtigten, nachvollziehbaren Abbruch eines Kinderheilverfahrens für Ihren Sohn nicht entstehen. Weitere ambulante Leistungen sind über die Krankenversicherung auch nach einem Abbruch möglich.

Wie "Nix" schon ausgeführt hat, empfehlen auch wir dringend die Situation mit dem Klinikarzt zu besprechen. Evtl. können Sie sich doch entschließen das Kind in der Obhut der Klinik zu lassen damit die dortigen Therapien fortgesetzt werden können.

Sollten Sie jedoch zu dem Entschluss kommen, dass Sie Ihren Sohn nach Hause holen, wäre dies in der Klinik anzukündigen.

Bezüglich der Schulung in der 5. Woche sollten Sie sich bitte mit Ihrem Kostenträger in Verbindung setzen um die Gründe für die Ablehnung zu erfragen. Evtl. hat ein Widerspruch Aussicht auf Erfolg.

Wir wünschen Ihnen und Ihrem Sohn alles Gute.

von
tina

Danke für die Nachrichten.
Also ich habe bei einigen dort angerufen und nachgehört wie es ihm geht. Bin zu dem Entschluß gekommen, ihn doch dort zu lassen, ausser es wäre noch irgendwas.
Wegen der Schulung wurde schon gleich Widerspruch erhoben von der Klinik aus, jedoch ohne Erfolg. Die Deutsche Rentenversicherung übernehme prinzipell die Schulung nicht.
Es ist total unverständlich sowas!

Experten-Antwort

Hallo tina,
die Entscheidung, Ihren Sohn doch in der Klinik zu lassen, war sicher sehr gut! Haben Sie selbst denn schon mal beim Rentenversicherungsträger nachgefragt wegen der Schulung? Einen Widerspruch kann die Klinik nämlich nicht einlegen, das können nur Sie selbst!