Klassische Rieser-Rentenvers.: Was ist außer garantierter Rente noch Entscheidungskriterium?

von
hiho

Hallo

(Info: Ich bin Beamtin, 36)

Mein SEB-Berater möchte mir die AXA TwinStar verkaufen. Ich habe bisher noch kein Riester, spare in eine Fondgeb. Rentenversicherung von MLP (topinvest o. ä.), aber möchte hier Geld abziehen und auf Riester umleiten (bin wohl auf MLP reingefallen, hohe Kosten, schlechte Leistung).

Ich verzweifele, weil ich nicht nochmal 'über den Tisch gezogen werden' möchte. Natürlich sagt der SEB Berater, dass die AXA super sei wg. der hohen garantierten Rente und überhaupt. Aber es gibt doch auch noch Anbieter, die eine noch höhere garantierte Rente haben (Asstel z. B.?) wäre es dann nicht folgerichtiger, dort abzuschließen?

Ich habe schon herausgefunden, dass das mit der Garantie 'dehnbar' ist und nicht 100% sicher. Aber worauf soll man denn (außer auf den Gar.-Betrag) noch achten?

Ich habe mir das neueste Heft von Stiftung Warentest Finanztest gekauft, dort geht es nur um Riester. Hatte noch nicht viel Zeit zu lesen, aber: die o. g. AXA twinstar taucht da gar nicht auf...

Sorry, alles ein bisschen wirr...

hiho

von
Nix

Sorry!
Sie sind schon über den Tisch gezogen worden!
Das ist in Deutschland bei der mangelhaften Risikobereitschaft des Deutschen Volkes; ein Hoch auf Deutschland und seine Lebensversicherungen, bei denen Realschulabsolvierende Versicherungskaufmanns-Fuzzis als "Finanzfachmann" angesehen werden, obwohl Sie es nur auf Ihre Provisionszahlung abgesehen haben.
Der Name "Riester" soll in Ihren Augen auch noch eine staatlich legitimierte Genehmigung zur Abzocke sein und Ihnen suggerieren, dass das schon legitim ist - niedrig von den Kosten her, wie Sie meinen, und die typische "Das-machen-dann- ja-alle-so"-Mentalität.
Das ist nicht die Lösung!
Allein die Tatsache, dass Sie angeben: Topinvest "oder ähnliches" zeigt, dass Sie relativ unbewandert sind in Geldanlage, nicht einmal wissen, WAS SIE DA GERADE BESPAREN....das typische Opfer für Versicherungskaufleute!
Achtung Leute, fresst sie!
Die staatliche Genehmigung (Zertifizierung) der einzelnen "Riester-Produkte soll lediglich ein Garant dafür sein, dass die Kosten (Das was sie bei Ihrem provisionsgeilen Versicherungsvertreter auf einen Schlag mit dem ersten Jahresbeitrag) gezahlt haben, bei den Riesterprodukten auf mindestens 5 Jahre gestreckt wird.Das ist die Regelung der Provisionszahlung - Streckung der Kostenabdeckung auf 5 Jahre heisst das - bei Riesterprodukten.
EIN GARANT FÜR GUT AUSGEWÄHLTE INVESTMENTFONDS, die neben dem Risikosparanteil bei der Fondsgebundenen LV bespart werden soll, ist das nicht.
TIPP: Erkundigen Sie sich vor Abschluss: In welchen Aktienfonds wird der Fondsanteil angelegt?
Welche Wertpapierkennnummer hat dieser Fonds? Welche ISIN-Nummer?
Gehen Sie dann z.B. auf www.finanzen.net oder www.morningstarfonds.de und geben Sie diese Wertpapierkennnummer ein.
Sie erhalten Infos zu dem Investmentfonds, der bespart werden soll.
Dann muss Ihnen jemand helfen, zu beurteilen: Ist dieser Fond gut? Vergleich mit dem Benchmark-Indest. Z.B. Ein Aktienfonds auf Deutsche Aktien kann auch nur mit dem DAX-Index verglichen werden. Ein TempletonGrowth-Fund z.B. nur mit dem MSCI-WORLD-Index imVergleichszeitraum.
Dann haben Sie Aufschluss darüber, ob die Chance, dass diese fondsgebundene LV für Sie gut ist oder nicht.

von
daWishmaster

hallo hiho,

ich kann Ihnen empfehlen, sich daß seit Ende November 2007 am Kiosk erhältliche "FINANZtest spezial - Riester Rente" für 7,50 € zu besorgen. Damit können Sie unter Beachtung Ihrer persönlich gewichteten Kriterien für ein entsprechendes Riesterprodukt die Testergebnisse der Stiftung Warentest zu Rate ziehen.
Eine eigene Empfehlung für diesen oder jenen "Riester-Rentenversicherung-Anbieter" möchte ich Ihnen hier nicht geben, dies hängt immer von der individuellen Situation ab.

Und auch wenn bei jedem Riesterprodukt ihr Beitrag + Zulagen garantiert werden, gibt es Unterschiede wie Tag und Nacht bei den einzelnen Anbietern. Sie werden überrascht sein

Gruss
daWishmaster

von
Maria L.

Hallo,

wenn Sie Beamtin sind, brauchen Sie keine Hartz IV-Sicherheit für Ihre private Altersvorsorge. Damit fällt eines der Argumente für eine Riester-Rente schonmal weg.

Ist es bei Beamten nicht auch so, daß die Höhe der Pension stark an das frühere Einkommen gekoppelt ist und nicht so sehr viel darunter liegt? Unter dieser Annahme wäre Ihr Steuersatz als Pensionärin nicht viel niedriger als heute. Damit fällt dann auch der Vorteil der nachgelagerten Besteuerung bei Riester flach (oder ist sehr gering).

Warum wollen Sie dann überhaupt riestern? Hohe Kosten, geringe Rendite.

Mit 36 haben Sie noch genug Zeit, über regelmäßige Einzahlungen in Aktienfonds selber ein Vermögen anzusparen. Davon können Sie sich im Alter dann selber eine Rente zahlen oder bei Bedarf dann immer noch eine Sofortrente gegen Einmalzahlung abschließen.

Gruß,
Maria L.

von
hiho

Hallo,
vielen Dank für die Tipps soweit!
@maria L. Ich glaube, auch für Beamte ist es wichtig, denn man weiß doch nicht, wie es in über 20 Jahren mit der Pension aussieht.

@ Nix: Tut mir leid, dass meine Unprofessionalität in Geldsachen Sie nervt. Dafür kann ich andere Sachen... Klingt blöd, ich weiß, aber ich bin so naiv gewesen, weil ich keine Ahnung habe und alles wie 'Worthülsen' waren, was die MLP-Beraterin mir gesagt hat. Ich bin in Geldsachen wirklich ein leichtes Opfer, das habe ich gemerkt, und deshalb bin ich jetzt so verunsichert. Mir ist es auch schonmal passiert, dass ich 10.000 Euro angelegt habe (und ich bin mir sicher, dass ich mich explizti nicht als besonders risikofreudig eingeschätzt hatte), und am Ende (nach 5 Jahren oder so) 2000 Euro weniger da waren. Die Bankangestellte hatte mich halt diese verklausulierten Formulare ausfüllen lassen, in denen ich dann das Kreuzchen an der falschen STelle (risikofreudig) gemacht habe, weil ich ihr irgendwie vertraut habe und keine Ahnung habe... Ich will jetzt kritischer sein und vorsichtiger, deshalb bin ich auch so verunsichert...

Ich habe das o. g. Finanztest-Heft, hatte aber wenig Zeit und eigentlich für morgen einen TErmin mit meinem SEB Berater.

Er meinte, ich solle schnell abschließen (und nicht alles lange herauszögern), da das mit der Policierung der Versicherung so seine Zeit brauche... Ich will aber jetzt doch erst das Finanztest-Heft studieren und habe den TErmin um eine Woche verschoben.

Dauert eine Policierung wirklich so lange, d. h., wenn ich erst sagen wir Ende Dez. abschließe, könnte es für dieses Jahr nicht mehr klappen (mit dem Abschluss und der Zulage etc.)?

DAnke!
hiho

von
Maria L.

Hallo,

Sie haben mich wohl falsch verstanden. Natürlich sollten auch Beamte zusätzliche Altersvorsorge betreiben, aber warum sollte es ausgerechnet Riester sein?

Jede Versicherungsgesellschaft ist froh, Abschlüsse noch im alten Jahr zu erzielen. Notfalls wird die Annahme des Vertrags noch in 2007 erklärt und die Police verspätetet (im neuen Jahr) verschickt. In den letzten Tagen des Jahres herrscht bei Versicherungen Hochbetrieb. Nur die Beitragszahlung müßte zwingend noch in 2007 erfolgen, um die Riesterförderung zu erhalten.

Niemals sollten Sie sich von einem Verkäufer unter Zeitdruck setzen lassen. Das spricht nicht gerade für dessen Seriosität. Es ist Ihnen hoffentlich klar, daß der Verkäufer kräftig Provision kassiert für jeden Vertrag, den er Ihnen verkauft hat.

Ab 1.1.2008 gilt ein neues Versicherungsvertragsgesetz. Dann sind Versicherungsverkäufer verpflichtet, ein umfassendes Beratungsgespräch mit Ihnen zu führen und auch zu dokumentieren. Auch die Information über die Kosten eines Vertrags ist dann umfassender als heute.

Wie wollen Sie denn zu einer vernünftigen Entscheidung gelangen, wenn Sie nicht genug Zeit haben, sich umfassend zu informieren? Versuchen Sie es doch mal mit der "Bibliothek" der folgenden Seite: www.finanzuni.org. Es gibt dort auch einen Aufsatz speziell zu Riesterverträgen.

Gruß,
Maria L.

von
Nix

Wir schreiben heute den 03.12.2007.
Ich rate grundsätzlich von einem Versicherungsvertragsabschluss in den letzten 20 Arbeitstage eines Kalenderjahres ab.
Vergessen Sie die Zulagen und sonstigen Förderungen.
Wenn das Produkt Ihnen nicht zusagt, steht Ihr Vertrag nur auf der Steuerkarte Ihres Versicherungsvertrages....bezüglich der Provision, welche er erhalten hat. Das erhöht sein Jahreseinkommen und macht ein grosses Loch in Ihr Portmonnaie....
Ansonsten bin ich als Befürworter der Aktienfondsvorsorge voll und ganz auf Seite von Maria L..

Lassen Sie sich bis 2008 Zeit. Dann muss der Versicherungsvertreter mit seiner Beratung haften; das ist schlecht für ihn...aber gut für Sie....und wir wollen auch nur...IHR BESTES....dass es Ihnen gutgeht und nicht Ihr Geld(das will der Vertreter).

Experten-Antwort

Wir dürfen keine Produktempfehlung abgeben, sondern können Sie nur allgemein informieren.

Sie können einen Riester-Rentenvertrag in Form eines Banksparplanes, einer privaten Rentenversicherung oder einer Investmentfondsanlage abschließen.

Beim Abschluß einer privaten Riester-Rentenversicherung haben Sie aktuell Anspruch auf eine Garantieverzinsung auf den Sparanteil von 2,25%. Außerdem muß der Anbieter Ihnen zusichern, daß zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens die eingezahlten Beiträge und Zulagen zur Verfügung stehen.

Unterschiede gibt es sicherlich bei der Kostenstruktur und beim Anlageerfolg der Anbieter. Vergleichen können Sie die garantierten Renten der unterschiedlichen Anbieter bei gleichen Koditionen.

Riester-Produkte im Test bietet die Zeitschrift: FINANZtest SPEZIAL Riester-Rente, die seit 24.Nov. 2007 im Handel ist.

Konkrete Anlageempfehlungen erhalten Sie von der Verbraucherzentrale - diese Beratungen sind allerdings kostenpflichtig ( http://www.verbraucherzentrale-bw.de).