kleine rente

von
Martina

hallo,
ich und mein mann haben eine sehr kleine rente zum leben...besitzen aber ein haus wo wir drin wohnen und eine eigentumswohnug.
wir haben eine tochter...aber kein testament gemacht, weil wir mit der gesetz.erbfolge zufrieden sind.
wenn einer von uns beiden versterben würde wären wir aufgrund der kleinen rente nicht in der lage unsere tochter auszubezahlen....wie ist das:
könnte unsere tochter auf auszahlung ihres erbteils bestehen und somit auf verkauf des hauses und der wohnung?
oder würde sie zu 1/4(würde ihr ja dann beim tod eines elternteils nach gesetzl. regelung zustehe) mit ins grundbuch als eigentümerin eingetragen werden weil ja dann 3/4 dem überlebenden von uns gehören würde.
ich weis diese frage gehört nicht ganz hier her...aber evtl. weis ja jemand bescheid und kann mir trotzdem helfen.

vielen dank

von
Amadé

Sich auf die gesetzliche Erbfolge verlassen wäre in Ihrem Fall grob fahrlässig.

Wägen Sie an Stelle dessen lieber die Vor- und Nachteile eines Berliner Testaments und der Eintragung eines Niessbrauchsrechts ab. Ein Gang zum Notar bleibt Ihnen aber nicht erspart.

http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Testament

http://www.finanztip.de/recht/erbrecht/berliner-testament-steuertipp.htm

Stichwort "kleine Rente" - Mit Grundsicherung wird da nichts, da mit 2 Wohnungen verwertbares Vermögen vorhanden ist. Was Sie aber versuchen können ist die Beantragung von Lastenzuschuss nach dem Wohngeldgesetz (WoGG).

Übrigens: Ab 01.01.2009 gilt ein neues Wohngeldrecht. Dann hat ein wesentlich grösserer Personenkreis Anspruch auf diese Sozialleistung. Diese Leistung ist eine Beihilfe und kein zurückzuzahlendes Darlehen. Es gibt im Wohngeldrecht auch keine Heranziehung von Kindern zum Unterhalt.

http://www.beamte4u.de/wohngeld.html

von
KSC

im Erbrecht bin ich nicht bewandert - aber reden Sie doch mal mit der Tochter über Ihre Sorgen.

Ist die wirklich so ein Geldgieriges Ekelpaket, dass sie nicht abwarten kann, bis beide Eltern unterm Boden sind? Da erbt sie ja eh den Rest.

Wenn Sie Ihrer Tochter "alles zutrauen", dann lassen Sie sich anwaltlich beraten - das kostet zwar was, aber dürfte sich im Ernstfall auszahlen, wenn der überlebende Ehepartner dadurch ein wasserdichtes Testament hat.

von
Max

Meiner Meinung nach erben Sie die Hälfte und die Kinder die andere Hälfte, in dem Fall Ihre Tochter allein!!!

Setzen Sie sich gegenseitig zu Alleinerben ein. Verfügen Sie außerdem, dass Ihre Tochter, sofern sie beim Tod des ersten Ehegatten den Pflichtteil fordert, sie beim Tod des zweiten auch nur den Pflichtteil erhalten soll. Vielleicht schreckt sie das ja ab. Auf jeden Fsll empfiehlt sich ein Notar, um das Testament vor Anfechtung so gut es geht zu schützen.

von
Schiko.

Lassen sie sich nicht ins boxhorn jagen. Auch das berliner
testament kann die herausklage eines pflichtteilsanspruches
nicht verhindern.
Um den pflichteil einzuklagen-sprich versteigerung- muss ein
langer weg zurückgelegt werden, also keine angst.

Sie können durch ein handgeschriebenes testament den ge-
setzlichen erbanspruch der tochter verhindern, den pflicht-
teilsanspruch aber nicht. Dieser ist immer die hälfte des ge-
setzlichen anspruches.
Insofern nach dem berliner testament eine hinausschiebung, jedoch
keine verhinderung. Der nachteil, nach dem tode des erstverstorbenen
erbt die tochter nicht, kann deshalb den ihr zustehenden steuer-
lichern freibetrag nicht beanspruchen oder nur zum geringen teil
nützen, bei beanspruchung des pflichtteiles, dies wird die tochter
überlegen.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Max

Auf welchen Artikel beziehen Sie sich? Es ist doch in keinem die Rede, dass man den PFLICHTteil verhindern kann.

Experten-Antwort

Haben Sie Verständnis, dass wir zum Thema Erbrecht nichts sagen können/dürfen! Wenden Sie sich bitte an einen Notar/Rechtsanwalt. Zur kleinen Rente ist zu sagen, dass, wenn Sie im Rentenfall bedürftig wären, die Grundsicherung zu prüfen wäre.

von
Amadé

Eigenes Haus plus Vorhandensein einer Eigentumswohnung. Wie soll da ein Grundsicherungsanspruch bestehen (verwertbares Vermögen)?

Der Rat, zur Wohngeldstelle zu gehen, war schon durchdacht. Da sind die guten Leute besser aufgehoben.

Kleine Rente = Grundsicherung geht nicht immer auf! Es ist neben der Einkommens- auch immer die vermögensrechtliche Problematik zu prüfen.

von
Schiko.

Ich meinte doch, auch wenn
der vererbende den gesetz-
lichen erbananspruch durch testament verhindert , steht,
-um nur ein beispiel zu nennen- einem kinde der pflichtteil dem gesetze nach zu.

Diesen kann er also genauso
wie den gesetzlichen erbteil
durch die verwertung eines
hauses einklagen.

MfG.

von
max

Ach so, sorry, kam nicht ganz so rüber. :-)

Experten-Antwort

Wenn nach der Erbschaft nur ein selbst genutztes Haus oder Wohnung und eine kleine Rente übrig bleiben, dann kann man doch die Bedürftigkeit prüfen lassen.