Kleinstrentenanspruch einer betrieblichen Direktversicherung auf DRV übertragbar?

von
Kabuti

Hallo,

in einem Flyer der gesetzlichen Rentenversicherung habe ich in einer Randnotiz gelesen, dass es auch die Möglichkeit gäbe, Ansprüche aus einer betrieblichen Altersversorgung auf die DRV zu übertragen.

Welche Bedingungen müssen denn dazu erfüllt sein? Es geht um eine Direktversicherung mit unverfallbaren Ansprüchen, die allerdings wegen der geringen Einzahlung nur eine Kleinstrente bietet. Kann man diese Ansprüche bei einem Jobwechsel in die GRV übertragen? Wie wirkt sich die Beitragsbemessungsgrenze aus? Könnte man die Versicherung auch vorübergehend privat beitragsfrei fortführen und dann später erst in die GRV übertragen?
Danke
Kabuti

Experten-Antwort

Hallo Kabuti,

die Übertragung der Ansprüche aus einer betrieblichen Altersversorgung aus Entgeltumwandlung in die gesetzliche Rentenversicherung ist gesetzlich nicht vorgesehen.

Der Anspruch auf die Versorgungsleistung aus den eingezahlten Beiträgen ist bei einem Arbeitgeberwechsel gesichert, da der Arbeitnehmer selbst die Beiträge zu der betrieblichen Alterversorgung aufgebracht hat.

Bei einem Arbeitgeberwechsel wird dem Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen das Recht eingeräumt, die unverfallbaren Versorgungsanwartschaften (d. h. das bis dahin gebildete Kapital) auf den neuen Arbeitgeber zu übertragen.

Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrem Anbieter über die maßgebliche Verfahrensweise.

von
Valzuun

§ 187 b SGB VI ?

Experten-Antwort

Hallo Kabuti,

von Valzuun wurde noch auf § 187 b Sechstes Sozialgesetzbuch hingewiesen, dass abgefundene Betriebsrenten in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt werden können.
Unter folgendem Link finden Sie hierfür entsprechende Informationen:

https://rvrecht-drvrl.prod.bund.drv/SharedDocs/rvRecht/01_GRA_SGB/06_SGB_VI/pp_0176_200/gra_sgb006_p_0187b.html

Inwieweit dies auf Sie zutrifft klären Sie am besten mit dem neuen Arbeitgeber.

von
Kabuti

Hallo,

können Sie den Link nochmals überprüfen, da er bei mir ins Leere läuft.

Vielen Dank

von
W°lfgang

Zitiert von: Experte/in
Sorry, dieser Link sollte jetzt zugänglich sein:

https://rvrecht.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/rvRecht/05_Normen_und_Vertraege/01_Sozialgesetzbuch/06_SGB_VI/pp_0176_200/0187b/0187b_1998_01_01.html

...hmm: "Beiträge zur Rentenversicherung der Arbeiter und der Angestellten (...)."

;-)

Okay, der Link ist schon richtig, nur auf den Rechtsstand 01.01.1998 bezogen/verlinkt ...3 Links höher liegt der 'richtige'.

@Experte: ab 10:00 Uhr ff. Brille polieren und/oder Koffein intravenös nachladen, bevor's ins Forum geht ;-)

Gruß
w.

von
Kabuti

Hallo,

ich habe den Link gefunden. Vielen Dank für die Hilfe. So wie ich den Link verstehe, kann ich den Betrag ohne Voranmeldung bei der DRV einfach überweisen. Gibt es da einen bestimmten Überweisungsbetreff, den man verwenden sollte, damit die Zuordnung auch möglich ist? Auch wenn man es mir direkt zuordnen kann weiß ja noch niemand bei der DRV, welche Art von RV-Beiträgen das zugebucht werden soll. Das Chaos scheint mir hier vorprogrammiert.

von
Klaus

Hallo Kabuti,

ich würde an ihrer Stelle einen Termin mit der DRV ausmachen und vor Ort alles klären. Alles andere führt nur zu Frust und Verwirrung.

MfG Klaus

von
Abschläge

Zitiert von: Kabuti
Hallo,

in einem Flyer der gesetzlichen Rentenversicherung habe ich in einer Randnotiz gelesen, dass es auch die Möglichkeit gäbe, Ansprüche aus einer betrieblichen Altersversorgung auf die DRV zu übertragen.

Welche Bedingungen müssen denn dazu erfüllt sein? Es geht um eine Direktversicherung mit unverfallbaren Ansprüchen, die allerdings wegen der geringen Einzahlung nur eine Kleinstrente bietet. Kann man diese Ansprüche bei einem Jobwechsel in die GRV übertragen? Wie wirkt sich die Beitragsbemessungsgrenze aus? Könnte man die Versicherung auch vorübergehend privat beitragsfrei fortführen und dann später erst in die GRV übertragen?
Danke
Kabuti

Dass eine Übertragung grundsätzlich möglich ist wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind, wurde Ihnen ja bereits beantwortet.

Aber Sie sollten sich VOR Auszahlung berechnen lassen, was Ihnen dann diese Übertragung an die DRV bringen würde. Unter Umständen kann es günstiger sein, die Direktversicherung beitragsfrei zu stellen und dann später als 'Zweitrente' zu kassieren.

Also erst beraten lassen, dann zahlen :-)

von
Kabuti

Hallo,

das habe ich natürlich schon gemacht. Die Höhe der monatlichen Rente ist absolut vergleichbar. Ob sich dann bis zum Rentenbeginn die eine oder andere Form positiver entwickelt kann natürlich keiner vorhersagen.
Vorteilhaft bei der Übertragung zur DRV ist schlicht die Einfachheit im Alter, um nicht noch einen weiteren Rentenvertrag mit Kleinsrente zu haben.

von
Abschläge

Zitiert von: Kabuti
Hallo,

das habe ich natürlich schon gemacht. Die Höhe der monatlichen Rente ist absolut vergleichbar. Ob sich dann bis zum Rentenbeginn die eine oder andere Form positiver entwickelt kann natürlich keiner vorhersagen.
Vorteilhaft bei der Übertragung zur DRV ist schlicht die Einfachheit im Alter, um nicht noch einen weiteren Rentenvertrag mit Kleinsrente zu haben.

hmmm...die separate Kleinstrente kann aufgrund des Freibetrages KV/PV-frei sein, während die gesetzliche Rente dann als 'Gesamtbetrag' versichert ist und das sind aktuell ca. 11% KV/PV (Eigenanteil).

Aber vielleicht ist Ihnen das ja 'egal', weil Sie ohnehin PKV-versichert sind...

von
Bernd

Bei einem PKV Versicherten würde die DRV noch derzeit 7,95 % Beitragszuschlag zur KV zahlen.

Bei Betriebsrenten, etc. gibt's für die KV eine Freigrenze, für die PV aber nicht, daher macht das nicht 11, sondern dann 7,95 % in die andere Richtung wie in meinem ersten Satz aus.

von
Kabuti

Hallo,

ich habe ja noch andere Betriebsrenten, die den Freibetrag aufbrauchen sollten. Der Hinweis darauf ist aber schon richtig und angebracht. Vielen Dank dafür

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