Knappschaftliche Rentenversicherung

von
M

Hallo Forum,

ich bin Angestellter in der Automobilbranche, bekomme aber meine Rentenbescheide von der Knappschaft Bahn-See, da ich meinen allerersten (minimal sozialversicherungspflichtigen ) Ferienjob in einem Betrieb gemacht hatte, der der Knappschaft scheinbar zugeordnet war.

Zur Knappschaftlichen Rentenversicherung finde ich im Internet folgende Info:
"In der knappschaftlichen Rentenversicherung gilt nicht nur ein höherer Beitragssatz (2021: 24,7 %) als in der allgemeinen Rentenversicherung (2021: 18,6 %), sondern auch eine höhere Beitragsbemessungsgrenze (2021: 104.400 EUR jährlich, 8.700 EUR monatlich; 2020: 101.400 EUR jährlich, 8.450 EUR monatlich)"

Mein Arbeitgeber weist aber immer den geringeren Beitrag (2x 9,3%) auf dem Lohnzettel aus. Beitragsbemessungsgrenze wird wohl auch der niedrigere Betrag sein.
Hinzuzufügen ist, dass ich bei Arbeitgebern immer den Sozialversicherungsausweis ausgestellt durch die Knappschaft Bahn-See vorgelegt und mir dann keine Gedanken mehr darüber gemacht habe. DIe Rentenbescheide bekomme ich auch aktuell von der Knappschaft Bahn-See.

Fragen:
-Habe ich jetzt quasi Beiträge "unterschlagen"?
-Oder lief das korrekt, da ich nicht im Bereich Bergbau, See usw. arbeite?
-Muss ich mich vielleicht sogar zu einem anderen Rentenversicherungsträger ummelden?
-Würde man für den höheren Knappschaftsbeitrag dann später auch mehr Rente und bessere Leistungen bekommen? Falls ja, gibt es in meinem Fall ein Wahlrecht, welchen Beitrag ich zahlen möchte?

Mir gehts nicht um ein paar € hin oder her, sondern darum "grobe" Fehler zu vermeiden.

Danke und Grüße
M

von
Frank

[quote=367587]
Oder lief das korrekt, da ich nicht im Bereich Bergbau, See usw. arbeite?
-Muss ich mich vielleicht sogar zu einem anderen Rentenversicherungsträger ummelden?
/quote] Nein, das müssen Sie nicht. Es ist tatsächlich so, in dem Moment, wo Sie auch nur einen einzigen Beitrag dorthin abführen, sind Sie der KBS zugeordnet. Da liegen Sie mit Ihrer Vermutung vom einstigen Job richtig.

von
wer weiss das?

sind die Leistungen bei Rentenbeginn höher?

Experten-Antwort

Hallo M,

hier machen Sie sich unnötige Sorgen.

Sie haben keine Beiträge „unterschlagen“. Soweit Sie aktuell nicht im Bergbau beschäftigt sind, gelten für Sie auch nicht die beitragsrechtlichen Besonderheiten der knappschaftlichen Rentenversicherung. Ohnehin ist für die korrekte Beitragsabführung allein Ihr Arbeitgeber verantwortlich und müsste bei evtl. Fehlern prinzipiell auch allein die entsprechenden Konsequenzen tragen.

Sie müssen sich auch nicht zu einem anderen Rentenversicherungsträger „ummelden“. Die DRV Knappschaft Bahn See ist nämlich bereits dann zuständiger Rentenversicherungsträger, wenn ein (1) Beitrag aufgrund einer Beschäftigung zur knappschaftlichen Rentenversicherung gezahlt wurde. Auch müsste eine solche „Ummeldung“ niemals vom Versicherten selbst initiiert werden.

Aus den höheren Beiträge zur knappschaftlichen Rentenversicherung ergeben sich regelmäßig auch entsprechende höhere Rentenansprüche und ggf. ein besonderer Altersrentenanspruch. Allerdings besteht hier kein Wahlrecht. Welche Tätigkeiten und Bereiche in den Zuständigkeitsbereich der Knappschaft fallen, ergibt sich zwingend aus den §§ 133 und 134 SGB VI.

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