Konsequenzen Scheinselbstständig

von
welling

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich würde gerne ein Statusfeststellung in Angriff nehmen und möchte mich vorher noch über die Konsequenzen informieren.

Welche negativen Konsequenzen kann eine Statusfeststellung für den Auftragnehmer/Scheinselbstständigen haben?

Der Hintergrund meiner Frage ist folgender: Ich bin etwa seit 5 Jahren scheinselbstständig tätig. Wer müsste dann für den entstandenen Schaden aufkommen? Sprich Nachzahlung in die Sozialkassen?

Und an wen kann ich mich wenden wenn ich den ganzen Laden hochgehen lassen will, weil noch 5 andere Scheinselbstständige dort beschäftigt sind? Alle weisungsgebunden und führen die selbe Tätigkeit aus wie die Festangestellten die im selben Großraumbüro beschäftigt sind.

Gerne können Sie mich auch unter der angegeben E-Mail Adresse kontaktieren.

von
Sabine

Sehr geehrte/r welling,

ich hoffe, es hilft Ihnen:

Konsequenzen der "Scheinselbstständigkeit"

http://www.coburg.ihk.de/downloads/Merkblatt_Scheinselbststaendigkeit.pdf

Seite 2 ff

Neun schwer wiegende Irrtümer zu Scheinselbständigkeit und
Sozialversicherungspflicht

http://www.rechtsanwalt-thomas-binder.de/Scheinselbstandigkeit.pdf

Arbeitnehmer oder Selbstständiger

Ein Thema, um das sich besonders viele Gerüchte ranken, ist die "Scheinselbstständigkeit". Der Begriff bedeutet, dass jemand nach Art der Tätigkeit eindeutig Arbeitnehmer ist, aber vom Auftraggeber trotzdem wie ein Selbstständiger beschäftigt wird. Da Selbstständige keinen Anspruch haben auf Kündigungsschutz, Sozialversicherung, Lohnfortzahlung bei Krankheit, Urlaub oder Tarifbezahlung, sind sie in der Regel für den Auftraggeber billiger.
Hinweise auf Scheinselbstständigkeit

Es gibt Hinweise, anhand derer Betriebsprüfer feststellen, ob es sich bei einem Mitarbeiter um einen Arbeitnehmer oder einen Selbstständigen handelt. Wenn ein so genannter freier Publizist weisungsgebunden und in die Arbeitsorganisation des Auftraggebers fest eingeplant ist, spricht das für einen beschäftigten Arbeitnehmer. Hinweise dafür können sein: die Arbeit in den Räumen des Auftraggebers, vielleicht sogar mit festem Arbeitsplatz, das Aufführen des Namens mit Telefonnummer im Firmenverzeichnis, durch den Auftraggeber gestelltes Arbeitsgerät, feste Arbeitszeiten, die Einteilung in Dienstpläne, die Verpflichtung zur Teilnahme an internen Besprechungen und Aufträge anzunehmen sowie fehlendes unternehmerisches Handeln und unternehmerisches Risiko. Für eine nicht-selbstständige Beschäftigung spricht ebenfalls, wenn der Mitarbeiter nicht für Dritte arbeiten darf, nach Tarifvertrag bezahlt wird, ein festes Monatsentgelt bekommt, Urlaubsanspruch besitzt und die gesetzlichen Kündigungsfristen für ihn gelten.

Status klären
Besteht Unklarheit über den Status eines Mitarbeiters, können Freie oder ihre Auftraggeber bei der Deutschen Rentenversicherung Bund ein Verfahren einleiten, durch das eine Tätigkeit als selbstständig oder Beschäftigung definiert wird (Clearingstelle). Die Versicherungspflicht gilt bei festgestellter Arbeitnehmereigenschaft auch rückwirkend. In diesem Fall muss der Auftraggeber den Arbeitgeberanteil und Arbeitnehmeranteil nachzahlen.

Quelle: Deutsche Rentenversicherung

http://www.ihre-vorsorge.de/Themen-2006-Rente-fuer-Selbststaendige-Bin-ich-ueberhaupt-selbststaendig.html

Gruß, Sabine

von
welling

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Die Links sind sehr informativ.

Vielleicht können Sie mir auch noch erklären, wo der Unterschied zwischen einem Rentenversicherungspflichtigen Selbstständigen und dem Scheinselbstständigen liegt.

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann fällt unter scheinselbstständig der Mitarbeiter der weisungsgebunden und in den Arbeitsablauf des "Auftraggebers" eingebunden ist und die selbe Tätigkeit wie z.B Festangestellte Arbeitnehmer im gleichen Unternehmen ausführen.

Experten-Antwort

User Sabine hat Ihnen bereits die Informationen zum Statusfeststellungsverfahren gegeben. Die sogen. Clearingstselle befindet sich bei der Deutschen Rentenversicherung Bund.

Natürlich steht es Ihnen frei, über den hier geschilderten Sachverhalt die Betriebsprüfung des vor Ort zuständigen Rentenversicherungsträgers in Kenntnis zu setzen, vgl. http://www.deutsche-rentenversicherung.de/nn_10922/SharedDocs/de/Navigation/Service/Zielgruppen/arbeitgeber/Betriebspr_C3_BCfdienst__node.html__nnn=true

Nähere Infos zum Statusfeststellungsverfahren finden Sie hier http://www.deutsche-rentenversicherung.de/nn_9958/SharedDocs/de/Inhalt/02__Rente/02__vor__der__rente/03__statusfeststellung/statusfeststellung.html

Viel Erfolg.

MfG