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Krankengeld oder Erwerbsminderungsrente?

von
Mary

Guten Tag,
mein Mann befindet sich derzeit in einer Reha.
Arbeitsfähig rein - die Entlassung nach Verlängerung wird arbeitsunfähig erfolgen. Ärztlicherseits gibt es die Empfehlung einen Antrag auf befristete Erwerbsminderungsrente zu stellen.
Aber was kommt jetzt zuerst? Sein vor Ort behandelnder Arzt muss doch erst einmal weiter eine AU ausstellen? Dann kann doch erst der Rentenantrag gestellt werden, oder? Wie lange darf er Krankengeld beziehen? Doch maximal 78 Wochen, stimmt´s?
Wir sind etwas überfordert und wollen nichts falsch machen.
Danke

von
Herz1952

Hallo Mary,

es sind 78 Wochen ab dem Tag der Arbeitsunfähigkeit für dieselbe Krankheit. Wenn also der Arbeitgeber wg. dieser Krankheit schon 6 Wochen LFZ geleistet hat, zahlt die KK nur 72 Wochen. Dabei ist auch die 3 Jahresfrist zu beachten. Diese beginnt mit dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit der Erkrankung.

Am besten Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach. Entweder zahl der AG noch LFZ, wenn diese noch nicht ausgelaufen ist, ansonsten Krankengeld, wenn noch ein Anspruch besteht.

Dabei immer eine AU-Bescheinigung ausstellen lassen. Rentenantrag rechtzeitig vor Auslauf der Krankengeldzahlung stellen. Evtl. abwarten, bis die KK zum Rentenantrag auffordert.

Also: mit der Krankenkasse in Verbindung setzten und am besten auch mit der RV-Stelle vor Ort bzw. bei der nächstgelegenen Stelle.

Die erste Rentendauer wird - wenn es dazu kommt - von der RV festgelegt, abhängig vom Einschränkungsgrad und der Krankheit.

Aber erst einmal ein Schritt nach/mit dem anderen, und die Sache "klärt" sich auf.

Herz1952

von
W*lfgang

Hallo Mary,

erst mal machen Sie bzw. Ihr Mann gar nichts und warten einfach ab. Außer, das er sich natürlich bei au-Entlassung sofort bei seinem Arzt vorstellt und sich weiter 'krankschreiben' lässt.

In ein 'paar' Tagen flattert vielleicht Post von der DRV ins Haus "wir haben festgestellt, Sie könnten erwerbsgemindert (EM) sein, soll der Reha-Antrag in einen EM-Antrag umgedeutet werden?"

Nichts machen, abwarten (unterstellt, die Krankengeldzahlung ist höher, als die zu erwartende EM-Rente).

Dann kommt vielleicht die Krankenkasse auf die Spielfläche und fordert zur EM-Rentenantragstellung auf (Frist 10 Wochen? ...ausschöpfen, erst dann Termin bei der Beratungsstelle DRV/Rathaus vereinbaren).

Bei höherem KG geht es für den Versicherten zunächst darum, seine ihm zustehenden gesetzlichen Rechte so lange wie möglich auszuschöpfen, um finanzielle Nachteile abzuwenden.

Ggf. können die max. 78 Wochen KG voll ausgeschöpft werden (je nach Krankheitsbild/-verlauf), im Rahmen der Nahtlosigkeitsregelung auch noch folgend Arbeitslosengeld möglich ist.

Der nächste/erste Schritt, wie Sie richtig erkannt haben: behandelnder Arzt ...und abwarten – und in nächster Zeit eine Renten-Beratungsstelle aufsuchen.

Gruß
w.

von
Michl

Zitiert von: W*lfgang

Hallo Mary,

erst mal machen Sie bzw. Ihr Mann gar nichts und warten einfach ab. Außer, das er sich natürlich bei au-Entlassung sofort bei seinem Arzt vorstellt und sich weiter 'krankschreiben' lässt.

In ein 'paar' Tagen flattert vielleicht Post von der DRV ins Haus "wir haben festgestellt, Sie könnten erwerbsgemindert (EM) sein, soll der Reha-Antrag in einen EM-Antrag umgedeutet werden?"

Nichts machen, abwarten (unterstellt, die Krankengeldzahlung ist höher, als die zu erwartende EM-Rente).

Dann kommt vielleicht die Krankenkasse auf die Spielfläche und fordert zur EM-Rentenantragstellung auf (Frist 10 Wochen? ...ausschöpfen, erst dann Termin bei der Beratungsstelle DRV/Rathaus vereinbaren).

Bei höherem KG geht es für den Versicherten zunächst darum, seine ihm zustehenden gesetzlichen Rechte so lange wie möglich auszuschöpfen, um finanzielle Nachteile abzuwenden.

Ggf. können die max. 78 Wochen KG voll ausgeschöpft werden (je nach Krankheitsbild/-verlauf), im Rahmen der Nahtlosigkeitsregelung auch noch folgend Arbeitslosengeld möglich ist.

Der nächste/erste Schritt, wie Sie richtig erkannt haben: behandelnder Arzt ...und abwarten – und in nächster Zeit eine Renten-Beratungsstelle aufsuchen.

Gruß
w.

So lange die Krankenkasse mitspielt ist alles kein Problem und ich denke es gibt Unterschiede von Kasse zu Kasse. Meine Krankenkasse zum Beispiel wollte mich das letzte Jahr nach einer Knie OP mit aller Gewalt in die Rente treiben, obwohl mir seit diesem Jahr die Abschlagsfreie Rente zustand. Ich musste viele Hebel in Bewegung setzen um nicht noch mit hohen Abzügen in Rente zu gehen. Sobald die Kassen zahlen müssen, versuchen sie die Menschen ganz schön unter Druck zu setzen.

von
Mary

Danke für die Antworten
Das waren beruhigende Informationen
Dann lassen wir es ganz langsam und ruhig angehen

von
W*lfgang

Zitiert von: Michl
Sobald die Kassen zahlen müssen, versuchen sie die Menschen ganz schön unter Druck zu setzen.
...stimmt! In diesem Falle ruhig bleiben und die KK um _schriftliche_ Mitteilung/Bescheid unter Benennung der Rechtsgrundlagen bitten, andernfalls (Tel.)Hörer einfach auflegen - oder (noch besser): "Ich zeichne diesen Anruf zu Dokumentationszwecken jetzt auf, ggf. im Raum sind mithörende Person(en) xyz, wir haben heute Datum/Uhrzeit, sind Sie/MA KK damit einverstanden? - dann sprechen Sie weiter (wiederholen Sie bitte Ihren Namen, Ihre Funktion, Ihre KK). Da Ihre 'Ansprache' einen Verwaltungsakt darstellen kann, müssen Sie damit rechnen, dass ich das auf dem Rechtsweg überprüfen lassen werde."

Problem ist nur, wer kann in so angespannter/med. angeschlagener Situation so 'cool' bleiben

Gruß
w.

Experten-Antwort

Aus meiner Sicht wurden Ihre Fragen bereits umfassend beantwortet.