Krankenkassenbeiträge auf Rente

von
hansheinrich

Meine Frage:
Während meiner Berufszeit war meine Frau fast ausschließlich (Kindererziehung, ohne eigenes Einkommen etc. ) über mich in meiner gesetzlichen Krankenkasse mitversichert, ebenso weiterhin ab 01.01.08 (seit diesem Zeitpunkt bin ich nun Rentner).
In ca. 2 Jahren wird sie eine eigene kleine Rente erhalten von ca. € 270,-- ( aus momentaner Sicht).
1.) Ist sie dann selbst pflichtversichert und muß
sie dann dafür eigene KV-Beiträge zahlen ?
oder
2.) Bleibt sie weiterhin bei mir - ohne Zahlung eigener Beträge -mitversichert, weil dieser Betrag unter die Geringfügigkeitsgrenze fällt, für die keine Beiträge zu zahlen sind ? Dies war die Info einer Mitarbeiterin / Beraterin der DRV im Rahmen einer mündlichen Beratung !
Wenn ja, bis zu welchem Rentenbetrag gilt diese Regelung ?
Herzlichen Dank für eine Antwort.

von
...

Es kommt hierbei nicht auf die Höhe der Rente Ihrer Frau an. Es kommt darauf an, ob Ihre Frau die Vorversicherungszeit erfüllt hat.

Am besten wenden Sie sich für diese Frage an Ihre Krankenkasse.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Hansheinrich,

wie bereits User ... schrieb, kommt es für die Versicherungspflicht in der KV darauf an, ob eine bestimmte "Vorversicherungszeit" erfüllt ist. Und zwar müssen in der zweiten Hälfte des Zeitraumes seit Aufnahme der ersten Beschäftigung neun zehntel der Zeit mit Mitgliedszeiten belegt sein. Zu diesen Mitgliedzeiten zählen auch Zeiten der Familienversicherung.

Nur wenn diese Vorversicehrungszeit nicht erfüllt ist, kommt die Höhe der Rente ins Spiel. Eine Familienversicherung nach § 10 SGB 5 ist nämlich nur möglich, wenn das Gesamteinkommen Ihrer Frau ein Siebtel der Bezugsgröße nicht übersteigt (das sind derzeit 355 Euro im Westen bzw. 300 Euro im Osten). Bei dieser Prüfung wird allerdings der Teil der Rente, der auf Kindererziehung beruht, außer Acht gelassen.

Am besten klären Sie diese Voraussetzungen vorab mit Ihrer Krankenkasse.

von
hansheinrich

Ich habe mich wahrscheinlich mißverständlich ausgedrückt oder ich bin ein bißchen doof, es tut mir leid, ich kann mit beiden Antworten nichts anfangen.
Nochmals: Meine Frau hat in der zweiten Hälfte ihrer möglichen Beschäftigungszeit
nicht 9/10 dieser Zeit gearbeitet und somit auch keine eigenen KV-Beiträge gezahlt, sondern war immer bei mir mitver-sichert.
Die Expertin der DRV vor Ort hatte bei einem Gespräch mit Blick auf die kleine Rente gemeint, meine Frau müßte später bei Erhalt ihrer Rente keine eigenen KV-Beiträge bezahlen, sondern wäre weiterhin bei mir (jetzt Rentner) mitversichert . Grund: Die geringe Höhe der Rente.
Ich dachte, diese Dame als Rentenversicherungs-expertin müßte so etwas eigentlich wissen, nun habe ich gehört, dies soll nicht stimmen ????!!!!
Frage: Was stimmt nun, muß meine Frau später bei dieser geringen Rente nun eigene RV-Beiträge zahlen oder nicht?? Ansonsten wie oben ausgeführt.
Ja oder nein ?
Ich kann mir nicht vorstellen, daß diese Frage nur von den Mitarbeitern der Krankenkassen beantwortet werden muß und kann ( deren Antwort kenne ich auch so schon: Ohne Prüfung der Rechtslage natürlich bezahlen, egal ob es sein muß oder nicht, Hauptsache es fließt wieder Geld).
Für eine präzise und für mich verständliche Antwort im voraus besten Dank.

von
Wolfgang Amadeus

Hallo hansheinrich,

ich gehe mal davon aus, dass Ihr immer bei der gesetzlichen Krankenversicherung (also nie privat) versichert gewesen seid.

Dann ist es tatsächlich so, dass Deine Frau, wenn sie in Rente geht, von ihrer Rente Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung abgezogen bekommt. Sie ist dann nicht mehr familienversichert, sondern sie wird als Rentenbezieherin stolzes eigenständiges Mitglied der Krankenkasse.

Bitte nicht schimpfen, ich kann auch nichts dafür, dass es so geregelt ist.

Vor einigen Jahren war das dann noch anders geregelt, wenn man längere Zeiten freiwilliges Mitglied (und nicht Pflichtmitglied) der gesetzlichen Krankenkasse war. Da war es ungefähr so geregelt, wie es die Beraterin der Rentenversicherung gesagt hat. Heute wird nun im Gegensatz zu früher nicht mehr unterschieden zwischen freiwilliger oder Pflichtmitgliedschaft.

Mit anderen Worten, war diese Beratung vor einigen Jahren, war sie richtig, war die Berataung erst vor kurzem, war sie falsch.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo hansheinrich,
"ein bißchen doof" sind Sie sicher nicht - es ist nicht immer ganz leicht (manchmal selbst für uns nicht ;-), die gesetzlichen Regelungen zu durchschauen.
Wolfgang Amadeus hat das schon ganz richtig dargestellt: Wenn Sie "immer" versicherungspflichtig in der gesetzlichen KV waren und Ihre Frau "immer" bei Ihnen familienversichert, dann wird Ihre Frau höchstwahrscheinlich auch die Vorversicherungszeit erfüllt haben und mit dem Rentenbezug versicherungspflichtig werden. Nur: endgültig feststellen kann das nur die Krankenkasse. Ich als Mitarbeiterin der Rentenversicherung kann Ihnen nicht verbindlich und schon gar nicht in diesem Forum sagen, "Versicherungspflicht ja oder nein". Bitte haben Sie dafür Verständnis.

von
hansheinrich

Ich weiß nicht woran es liegt, sicherlich aber an mir, die Ausführungen von Wolfgang Amadeus habe ich sofort verstanden, sie waren klar und eindeutig, er hat vor allem unmißverständlich das ausgesprochen was Sache ist und was ich geahnt habe: Die Auskunft der Expertin der Deutschen Rentenversicherung hier vor Ort vor ca. 5 Monaten war falsch ( wie so vieles andere auch). Es ist einfach nur noch peinlich, diese Leute haben keine Ahnung von ihrem Job, man wird im Rahmen einer Beratung derart falsch informiert !
Selbstverständlich habe ich Verständnis dafür, daß sich die Expertin hier im Forum mit solchen Aussagen zurückgehalten hat.
Allerbesten Dank an Wolfgang Amadeus für seine fundierten Aussagen und eindeutigen Worte !
Selbstverständlich auch Dank an die Expertin für ihre Bemühungen.
Zum Sachverhalt selbst möchte ich mich nicht äußern ( ich würde gegen die vorgegebenen Umgangsformen verstoßen) es paßt alles zur Politik dieser Regierung ) Ausbeutung der zahlenden und damit staatsfinanzierenden "Mittelschicht" !

von
Rosanna

Hallo hansheinrich,

>>Es ist einfach nur noch peinlich, diese Leute haben keine Ahnung von ihrem Job, man wird im Rahmen einer Beratung derart falsch informiert ! <<

Ich muß gestehen, diese Aussage von Ihnen ärgert mich.

Ich gebe zu, dass ich selbst als langjährige Mitarbeiterin der DRV auch nicht ALLES weiß. WER kann das schon von sich behaupten??? Ob und wie Ihre Frau im Rentenfall krankenversichert ist, weiß doch aber am Besten die KRANKENKASSE! Und diese MUSS Sie auch beraten (können), nicht eine Angestellte der Rentenversicherung.

Ich vermute, Sie würden doch auch nicht auf die Idee kommen, bei Experten der KK oder der Arbeitsagentur nach Rentensachverhalten zu fragen. Dort bekämen Sie vielleicht auch falsche Auskünfte.

Wir bei der DRV führen das aus, was uns die KK mitteilt. Zu hinterfragen, ob die Pflicht- oder freiwillige - oder Familienversicherung zu Recht besteht, steht uns gar nicht zu. Deshalb ist es auch nicht unbedingt notwendig, die Statuten der gesetzlichen KV zu kennen.

Und die Bestimmungen des SGB V gehören nun mal nicht vordergründig in den Aufgabenbereich der DRV. Wir haben mit den SGB I, IV, VI, IX, X und den Altersvorsorgebeiträgen genug zu tun, glauben Sie mir.

Nix für ungut.

MfG Rosanna.

von
Nein Rosanna

Wenn eine Beraterin der Rentenversicherung jemanden erklärt, dass er oder sie als Rentnerin keine Krankenversicherungsbeiträge zahlen muss, sondern weiterhin familienversichert ist, dass ist sie auch für diese Aussage verantwortlich.

Etwas anderes wäre es gewesen, wenn sie erklärt hätte, "ich weiß es nicht, bitte fragen Sie ihre Krankenkasse".

Dass hansheinrich verägert ist, kann ich sehr gut verstehen.

von
Rosanna

Okay, ich stimme Ihnen da ja teilweise zu.
Natürlich ist es immer ärgerlich, eine falsche Auskunft zu bekommen. Es ging mir aber hauptsächlich um die Aussage von hansheinrich - sinngemäß(!): "... diese Leute sind peinlich, machen ihren Job nicht richtig etc."

Andererseits - hätte die Dame gesagt, fragen Sie bitte Ihre KK, wäre das Urteil vielleicht nicht viel anders ausgefallen. Nach dem Motto: DIE von der DRV wissen nicht Bescheid.

Und mal ehrlich, kommt es nicht in jedem Berufszweig vor, daß man falsche Auskünfte bekommt? Werden dann auch gleich "alle Leute" aus dieser Branche über einen Kamm geschoren?

Es kommt meiner Meinung nach immer darauf an, wie man seinen Ärger verpackt und weitergibt. Das wollte ich zum Ausdruck bringen, nichts anderes.

Persönlich angegriffen wurde ich schließlich nicht, und so fühle ich mich auch nicht. Nicht, dass da wieder jemand auf falsche Gedanken kommt. :-))

MfG Rosanna.

von
hansheinrich

Werte Rosanna,
ich weiß zwar nicht, wer für mich unter "NEIN ROSANNA" geantwortet hat, aber - er hat voll und ganz recht. Danke an ihn / sie.
Nebenbei: Ich habe geschrieben: : "Es ist einfach nur noch peinlich" (dazu stehe ich auch weiterhin), die Aussage " Diese Leute sind peinlich " stammt nicht von mir !! Wenn schon Zitate, dann bitte doch die richtigen !!
Davon ganz abgesehen, ist es wirklich ärgerlich, wenn man ungefragt Auskünfte bekommt, die nicht richtig sind ( wie hier geschehen). Hätten wir damals danach gefragt und die Dame hätte gesagt, sie weiß es nicht, wir sollen die KK fragen, wäre es überhaupt kein Problem gewesen.
Was ich bemängele: Wenn schon Fachleute und Experten Auskünfte erteilen, sollen die wenigstens richtig sein. Wenn ich etwas nicht korrekt weiß, dann sage ich das auch und behaupte nicht irgend etwas, was überhaupt nicht stimmt.
So, jetzt ist es aber gut, ich wollte hier eigentlich keine endlose Diskussion über letztendlich unwichtige Dinge beginnen, ich war und bin ganz einfach nur über eine unsachgemäße und unfachmännische Arbeitsleistung sehr verärgert ( ist ja leider auch kein Einzelfall, kommt immer öfter vor).
Ich hatte nicht vor, Ihnen persönlich zu nahe zu treten, Sie waren doch auch gar nicht gemeint. Nur: Sehen Sie ab und zu auch ruhig mal die Fehler in den eigenen Reihen.
Nichts für ungut.

von
Rosanna

Hallo hansheinrich,

auch mein letzter Kommentar dazu:

Ich hatte extra "sinngemäss" Ihre Aussage zitiert, da ich ehrlich gesagt nicht mehr genau im Kopf hatte, was Sie das 1. Mal geschrieben haben. Sorry, ich wollte Sie nicht bewußt falsch zitieren.

Wenn Sie mich kennen würden, wüßten Sie, dass ich sehr wohl manche Fehlverhalten oder krasse Fehler bei meinen Kollegen sehe und dann auch kein Blatt vor den Mund nehme, um dies auszusprechen.

Vielleicht war ich in diesem Fall auch etwas sensibilisiert über Ihre Aussage. Und zwar aus dem Grund, weil leider auch viele Versicherte, selbst hier im Forum, meinen, wir sind ALLWISSEND! Und mir ist es nicht nur einmal passiert, dass ich dann wirklich dumm angemacht wurde, wenn ich sagte, ich kenne mich im Fall XY nicht so aus, gehen Sie zur KK oder zur Arbeitsagentur o.ä. Wenn man bei der DRV arbeitet, HAT man einfach alles zu wissen!
Es gibt natürlich auch hier solche und solche.

Personen, die ihre Arbeit nicht richtig machen, gibt es in jeder Branche. Bei anderen wird dies nur nicht so häufig publiziert!!!

So, das war´s zu diesem Thema.

Einen schönen Tag noch.

MfG Rosanna.