Krankenkassenbeiträge aus Lebensversicherungen

von
Maria

Ich bin 63 Jahre alt, alleinstehend, freiwillig krankenversichert. In 2 Jahren erhalte ich neben meiner Rente aus der Deutschen Rentenversicherung Bund (ca. 2000 € mtl.) Lebensversicherungen von zusammen ca. 200000 € ausbezahlt. Nach meinen Informationen müsste ich aus diesem Betrag hochgerechnet auf 10 Jahre Krankenkassenbeiträge bezahlen. Um dies zu umgehen, überlege ich mir, ob ich nicht die freiw. Krankenversicherung kündigen und mich privat krankenversichern soll.
Deshalb meine Fragen:
Sind meine Überlegungen grundsätzlich möglich und müsste ich als privat Krankenversicherte bei Auszahlung der Lebensversicherungen in 2 Jahren wirklich daraus keine Krankenkassenbeiträge zahlen?
Würde für eine wirksame Kündigung meiner derzeitigen freiw. Krankenversicherung auch eine sogenannte "Basiskrankenversicherung" (Versicherung auf GKV-Niveau, geringerer Beitrag) genügen?
Ich weiß, daß ich mit meinen Fragen hier nicht ganz richtig bin, aber vielleicht kann mir doch jemand einige hilfreiche Auskünfte oder Ratschläge geben.
MfG Maria

von
Unbekannt

Hallo,

viel mehr ist die Frage, ob dich überhaupt noch eine private Krankenkasse nimmt? Du bist einfach zu alt um es offen zu sagen für eine private Krankenversicherung - unabhängig davon, ob du gesund bist oder nicht. Und selbst wenn du genommen wirst, wird das sehr teuer. Wundere dich nicht, wenn das 800 - 1000 € monatlich kostet.

Deine Chance reinzukommen stehen nicht gut. Und selbst wenn ist die Frage, ob dass unter dem Strich nicht mehr kostet.

von
Chris

Ist hier schon das falsche Forum aber gibt ja einen kleinen Zusammenhang mit der Krankenversicherung der Rentner.

1. Wie lange bereits gesetzlich versichert? Wahrscheinlich ist sind die Voraussetzungen der Krankenversicherung der Rentner erfüllt.
2. Was sind das für Lebensversicherungen? Privat finanziert oder ganz/teilweise vom Arbeitgeber getragen?

Falls Punkt 2 alleine und Punkt 1 erfüllt, wären gar keine Beiträge aus der LV zu entrichten.

von
Maria

Es ist mir schon klar, dass da die Fragen sind, ob ich überhaupt in die private Krankenversicherung komme und zu welchem Beitrag. Ich hätte halt gerne vorher meine Fragen geklärt, damit ich weiß, ob ich mich überhaupt damit befassen muss und ob es sich letztendlich für mich rechnet.
Zu den Fragen von Chris:
1. Gesetzlich krankenversichert bin ich schon immer. Zuerst familienversichert, dann pflicht- und später freiwillig versichert.
2. Die Beiträge für die LV wurden teilweise von mir und teilweise vom Arbeitgeber getragen.
MfG Maria

von
Kurt

das stimmt so nicht, als freiwillig Versicherter sind Beiträge aus allen Einkünften zu zahlen. Z.B. aus Mieteinnahmen und Zinsen. Ebenso aus Auszahlungen aus Lebensversicherungen, hier meines Erachtens aber nur im Jahr der Auszahlung. In den Folgejahren wären evtl. Beiträge aus Zinsen zu zahlen, abhängig davon wie das Geld angelegt wird.
Die 10-Jahresregel, wie bei Direktversicherungen gilt meines Erachtens nicht.
Diese Auskünfte erhielt ich einmal im Forum der AOK. Deshalb sollten sie diese Frage evtl. in dem genannten Forumstellen.

von
Chris

Da Maria immer gesetzlich versichert war, hat sie die Voraussetzungen zur Krankenversicherung der Rentner erfüllt. Somit ist sie dann nicht mehr freiwillig versichert. Aus Mieten und Zinsen usw. sind dann keine Beiträge zu entrichten. Aus der LV sind ist dann der volle allgemeine Beitragssatz der Krankenkasse zu entrichten. Laufzeit 10 Jahre, Beginn ist der Monat nach der Auszahlung.

In die private Krankenkasse zu wechseln würde ich in dem Alter nicht raten.

von
Kurt

Chris, lesen sie die Beiträge von Maria noch einmal gründlich. Mehrfach schrieb sie davon freiwillig versichert zu sein. Im ersten Beitrag steht
>>Ich bin 63 Jahre alt, alleinstehend, freiwillig krankenversichert.

außerdem
>>Um dies zu umgehen, überlege ich mir, ob ich nicht die freiw. Krankenversicherung kündigen und mich privat krankenversichern soll.

im zweiten Beitrag steht
>>. Gesetzlich krankenversichert bin ich schon immer. Zuerst familienversichert, dann pflicht- und später freiwillig versichert.

sie haben wahrcheinlich Recht mit der Anwendung der 10-Jahresregel, denn im zweiten Beitrag von Maria steht, dass der Arbeitgeber auch Beiträge bezahlt hat. Vermutlich handelt es sich also um eine Ditektversicherung.

von
Maria

Die Rechnung sieht dann doch wohl so aus:
200000 € : 120 Monate = 1666,66 € x ca. 16 % Krankenversicherungsbeitrag = 266,66 Monatsbeitrag x 120 Monate = 31.999,20 € insgesamt. Ist das so richtig gerechnet? Dem gegenüber stünde dann ein mtl. Beitrag zur privaten Krankenversicherung von 8oo bis 1000 €, oder wäre ein billigerer "Basistarif" möglich?
Und wie ist das mit der angesprochenen Krankenversicherung der Rentner? Mir wurde gesagt, ich müsste auch als Rentner freiwilliges Mitglied bleiben, also kein Pflicht-Rentner.
MfG Maria

von
Chris

@Kurt
Ich habe bereits aufmerksam gelesen.

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Zitat:
In 2 Jahren erhalte ich neben meiner Rente aus der Deutschen Rentenversicherung Bund (ca. 2000 € mtl.) Lebensversicherungen von zusammen ca. 200000 € ausbezahlt.
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Aus den gemachten Angaben wird Maria als Rentnerin dann pflichtversichert sein.

von
Kurt

Chris, es wäre möglich wenn die 9/10-Regelung für Maria zutrifft, sonst bleibt sie freiwilliges Mitglied

von
Schiko.

Als nicht beamtin können sie erst bei mtl. 4012,50 euro
mitglied in der privaten krankenversicherung werden.
Glaube sogar, erst wenn nach drei jahren der genannte
betrag überschritten wurde.

Sie werden als rentnerin automatisch gesetzlich pflicht-
versicherte.
Die frühere ungleichbehandlung von pflichtversicherten
und freiwillig in der gesetzlichen krankenversicherung ist
vom bundesverfassungsgericht durch beschluss vom
15. märz 2000 für verfassungswidrig erklärt worden.

Seit 1. april 2002 wurden freiwillig versicherte rentner
in die pflichtversicherung der rentner überführt soweit sie
n i c h t erklärt hatten, dass sie weiterhin freiwillig ver-
sichert sein wollen.

Vielleicht hilft dies etwas weiter.

Mit freundlichen Grüßen.

von
Chris

Zitat:
1. Gesetzlich krankenversichert bin ich schon immer. Zuerst familienversichert, dann pflicht- und später freiwillig versichert.

Bei der Aussage trifft das dann 100%ig zu ;)

Experten-Antwort

Aus Sicht der Rentenversicherung kann ich zu diesem Thema nicht viel sagen.
Nur so viel: Sollten Sie der versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung der Rentner nicht unterliegen, weil Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig oder bei einem Krankenversicherungsunternehmen, das der deutschen Aufsicht unterliegt, privat versichert sind, kann zu Ihrem Rentenanspruch ein Anspruch auf Zuschuss zu den Aufwendungen zur freiwilligen bzw. privaten Krankenversicherung nach § 106 SGB VI bestehen. Ob Sie der Pflichtversicherung in der Krankenversicherung der Rentner unterliegen, stellt Ihre gesetzliche Krankenkasse fest. Nach Rücksprache mit Ihrer Krankenkasse ist daher ggf. nach einer Beendigung der Versicherungspflicht die umgehende Beantragung eines Beitragszuschusses zur Krankenversicherung der Rentner zu empfehlen.