Krankheit DDR - FZR Beiträge

von
Novi

Im SV Buch der DDR ist hinten im Jahr 1985 ein Monat Krankheit bescheinigt. Es lag Selbständigkeit als Gastronom vor.
Vorn steht nichts von Krankheit . Es wurden auch die vollen SV- Beiträge in Höhe von 7.200 Mark und genauso hohe FZR-Beiträge bescheinigt .
Hätte man da nicht Anspruch auf den Monat Krankheit als beitragsfreier Monat in Höhe des Gesamtleistungswertes? Dazu müßte doch im Gegenzug der SV-pflichtige Gesamtverdienst um die 600Mark für den Krankheitsmonat gekürzt werden.
Wie verhält es sich aber mit dem bescheinigten FZR- Verdienst? Darf dieser auch um 600 Mark für den Krankheitsmonat gekürzt werden?

von
RFn

Sie haben trotz Ihrer Krankheit (Arbeitsunfähigkeit) die vollen Beiträge zur Sozialpflichtversicherung und zur FZR geleistet (Höchstbeitrag war jeweils 600,00 M/monatlich bzw. 7.200,00 M Jährlich) . Die Zahlung wurde Ihnen von der Abteilung Finanzen des zuständigen Rates (der Stadt, des Kreises ...) im Ausweis für Arbeit und Sozialversicherung (SVA) bescheinigt. Also ist kein Platz vorhanden für eine Anrechnungszeit wegen Arbeitsunfähigkeit. Nur wenn Sie für die Zeit der AU keine Beiträge entrichtet hätten, könnte die AU in den Versicherungsverlauf aufgenommen werden.
Es gibt keine rechtliche Grundlage, im SVA bescheinigte Beiträge, egal ob SV-Grundbeitrag oder FZR, aus dem Versicherungsverlauf zu entfernen.
Und wenn die AU in den Versicherungsverlauf aufgenommen werden, gehen Ihnen zweimal 600,00 M wegen Überschreitung der Höchstgrenze flöten.
Es bleibt also so wie es ist.

von Experte/in Experten-Antwort

Unter Hinweis auf den vorherigen Beitrag empfehle ich Ihnen, soweit Sie eine schriftliche Bestätigung Ihres Rentenversicherungsträgers wünchen, Kontakt mit Ihrer Sachbearbeitung aufzunehmen.

von
RFn

Nachtrag der rechtlichen Grundlage:
Nach § 252a SGB VI liegen Anrechnungszeiten im Beitrittsgebiet nur dann vor, wenn dadurch eine versicherte Beschäftigung oder selbständige Tätigkeit unterbrochen ist.
Da Sie den vollen Beitragssatz bis zur Höchstgrenze von 7.200,00 M für das Jahr 1985 entrichtet haben, muss daraus zwingend abgeleitet werden, dass eine Unterbrechung Ihrer selbständigen Tätigkeit nicht erfolgte. Die Anerkennung einer Anrechnungszeit wegen Arbeitsunfähigkeit scheidet deshalb aus.