Krise und Rente

von
Nur vorsorglich

Guten Tag,

möchte nur vorsorglich fragen,ob es stimmt was das Mannheimer Institut MEA veröffentlicht hat.Laut MEA würden Durchschnittsverdiener die zukünftig in Rente gehen werden bis zu 8% weniger an Rente erhalten.

Danke

von
Nur vorsorglich

vielleicht ist ja jemand noch schlauer als Sie?

von
Ganz genau

Genau, und vielleicht kann ja auch jemand hellsehen.

An "nur vorsorglich", falls sie rauskriegen, wer nächstes Jahr Fussballweltmeister wird, lassen sie es mich wissen. Wir machen auch halbe halbe.

von
Knut Rassmussen

Solche Rechnungen stimmen immer!

Diese Garantie, dass Renten nicht sinken, bezieht sich nur auf bereits gezahlte Renten und auch nur bis zur nächsten Rentenreform (oder rübernächsten). Allerding stagniert durch die Wirtschaftskrise und die Lohnentwicklung und den Nachholfakter (das ist der Pferdefuß der Rentengarantie) der aktuelle Rentenwert. Somit geht also bei einer Inflation >0 die "Eckrente" nach unten. Aber 2040 fahren wir eh alle Elektroauto und alles ist gut.

von
Nur vorsorglich

Weltmeister wird Spitzbergen nach Verlängerung im 10 Meterschiessen.

Sie Weltmeister! Lesen Sie mal was K.Rassmussen geschrieben hat.Das ist ne vernünftige Antwort.
Ihr Blödsinn hört sich nach Westerwelle an.

von
Magnum

vielleicht kann eine Frage, die sich auf Ereignisse in der Zukunft bezieht, jetzt nicht verlässlich beantwortet werden.....egal wie schlau und von wem?

von
Ganz genau

Naja wer so eine intelligente Frage stellt...aber gut. Sie ahebn ja eine für sie befrieidigende Antwort bekommen, und das ist ja die Hauptsache.

Experten-Antwort

Liebe Leser,

mehr Informationen zum Thema finden Sie unter:

http://www.ihre-vorsorge.de/Nachrichten.html

Viele Grüße
Ihre Redaktion

von
Schiko.

Will es mit einer realistischen Darstellung versuchen dies rech-
nerisch zu erklären, es gibt ja hierzu feststehende Rechen-
größen.

Als Durchschnittsrentner des Jahres 2009 gilt wer ein Sozial-
versicherungspflichtiges Einkommrn von exakt 30879 hat.

Dies ist ein vorläufiger Wert, für das Jahr 2010 gelten vorläufig
32.003 Euro Brutto.

Die 30879 ergeben genau 1 EP.(Entgeltpunkt) und 27,20 West
und 24,13 Ost Rentenwert seit 1.07. 2009.

Bis 30.06. 2009 waren es 26,56 West und 23,34 Ost. Durch
Lohnssteigerung konnten 2,41 bzw. 3,38 % in Ost angehoben
werden. Etwas höher in Ost, da hier die Lohnsteigerungen höher
waren.

Wer also genau 30879 ( 2009) verdient: 30879 erwirbt einen
1 EP. ist gleich 27,20 Euro West.

Verdient jemand 2010 ebenfalls 30879 : 32.003 (Neuer Durch-
schnittsverdienst) ergeben sich 0,9649 EP. x 27,20 Euro 26,25
Rentenzuwachs.

Sinngemäß bei 32.003 Verdienst in 2010 : 32.003 = 1 EP. und
27,20 Rentenzuwachs.

Wird die Rente aber am 1.7.10 ( glaube nicht daran) in West und
Ost um 1% angehoben ergeben sich 27,47 West und 24,37 als
neuer Rentenwert.

Wer also 32.003 verdient hat sich 27,47 Rente erdient, wer
nur 30879 verdient : 32.003 = 0,9649 EP. x 27,47 Euro 26,51
Rentenzuwachs statt 26,25 im Vorjahr.

MfG.

von
Rosel

teilweise dementiert

http://www.ihre-vorsorge.de/Rentenversicherung-nicht-direkt-von-Krise-betroffen.html

von
beckmann

Vielen Dank für die verständliche Erklärung!

von
Verunsicherter

Könnte es theoretisch sein, daß jemand der im April ( oder sogar Januar ) 2010 in Rente geht weniger Rente bekommt als wenn er die Rente auf Dezember 2009 vorzieht ? ( steuerliche Betrachtungen bleiben außen vor )

von
Schiko.

Sie haben es ja schon richtig formuliert, steuerliche Betrach-
tungen bleiben außen vor, ein klares Nein.

Bekanntlich gilt ja ab 1.7.2009 bis 30.6. 2010 pro Entgeltpunkt
ein Rentenwert von 27,20 in Ost 24,13 Euro Rentenzuwachs

Endet also das Einkommen für die Rente ab Dezember 2009
Ende November 2009 ergeben sich- wenn auch sehr gering-
weniger Entgeltpunkte als bei einer Beschäftigung bis Ende
März 2010 und die Rentenbeantragung ab 1.4. 2010.

MfG.

von
Wolfgang

...nicht zu vergessen, dass bei späterem Rentenbeginn der (evtl.) noch bestehende Abschlag kleiner ausfällt - und die paar Monate mehr dann insgesamt gesehen doch ein deutliches Plus bringen können.

Hingegen, sind es Monate ohne Einkommen (oder geringeres Einkommen als der bisherige Durchschnittswert), kann sich die Gesamtleistungsbewertung verschlechtern und damit tatsächlich zu einem geringeren Rentenbetrag bei späterer Antragstellung führen.

Gruß
w.

von
Verunsicherter

Meine größten Bedenken waren eine Ungleichbehandlung von Neurentnern/Altrentnern, aber das lässt sich ja nach der Rentenformel nicht darstellen.

Nach dem Bildreport rieten mir schlecht informierte Freunde, schnell noch vor der Rentenabsenkung den Schreibtisch zu räumen, aber das ist ja jetzt alles Quark.

Danke nochmals !

von
Verunsicherter

So wie ich die Rentenformel jetzt verstanden habe, kann man bei späterem Rentenbeginn niemals eine geringere Rente gegenüber einem früheren Rentenbeginn erhalten. Es werden niemals Entgeltpunkte abgezogen, egal wie wenig man verdient. Der Abschlag aber bleibt lebenslang.

von
Schiko.,

Auch wenn dies wieder anecken wird, vielleicht habe ich es ja
schon einmal geschrieben.

Nur selber erlebte Beispiele sind die besten Beispiele.

Habe also 65.8232 Entgeltpunkte in 48 Jahren erworben und
bei 27,20 Rentenwert 1790,39 Bruttorente.

Dies waren bei Rentenbeginn im September 1996 1.570,67
Bruttorente. Was will ich damit sagen, es stimmt einfach nicht
dass die Renten gekürzt wurden.

Netto erhalte ich um 1944,84 mehr als 1996, auch hier wird
viel gelogen.

Wenn also der Neurentner im Dezember 2009 erstmals Rente
bekommt und 65.8232 EP. hat, erhält auch diese 1790.39.

Hat jemand zum 1.7. 2009 40 EP. ist der Istand der Rente
a/ 27,20 Euro 1088 Bruttorente. Der Rentenwert in 2010
angenommen 28 Euro bei 40 EP. 1.120 Bruttorente.
MfG.

Experten-Antwort

Zur Berichterstattung in den Medien bzgl. des MEA Instituts hat die Deutsche Rentenversicherung eine Pressemitteilung veröffentlicht.

Auszugsweise heißt es:
....Die Modellrechnungen von Professor Börsch-Supan, die aufgrund der Krise von langfristig geringeren Renten ausgehen, sind nur dann nachvollziehbar, wenn man unterstellt, dass die Krise das Lohnniveau nicht nur kurzfristig sondern auf längere Dauer absenkt. Hierfür gibt es aber keinen ökonomisch plausiblen Grund....

Die Studie sieht also nicht nur "schrumpfende" Renten, sondern auch ein sinkendes Lohnniveau.
Und da die Renten den Löhnen nachlaufen, sind die Schlussfolgerungen vermeintlich logisch.

Fraglich ist, und das ist das Problem einer jeden zukünftigen Prognose, wie die tatsächlichen Arbeitsverdienste (und damit auch die Renten) sich entwickeln werden.

Somit ist die plakative Bericherstattung über sinkende Renten nicht haltbar.

von
Heinrich

Text Schiko:

""Netto erhalte ich um 1944,84 mehr als 1996, auch hier wird
viel gelogen.""

Stimmt das so ?? Tut mir leid, verstehe ich so nicht.

von
Schiko.,

Sie haben natürlich vollkommen recht. Vor lauter Achtsamkeit
dass die Beträge richtig genannt werden vergaß ich das Wich-
tigste

Natürlich war dies auf das Jahr gesehen gemeint.

1.790.39 Brutto monatlich - im Jahr 21.484,68 im Jahr.

1.570,67 Brutto monatlich - im Jahr 18.848,04 im Jahr
------------------------------------------------------------------------------

0.219,72 monatlich mal 12 Monate 2.636,64 im Jahr.

Unter Berücksichtigung von Kranken/Pflegeversicherung
die sich ja auch veränderte stehen mir aufs
Jahr gesehen 1944,84 Euro zur Verfügung.

Gerade im Hinblick auf den Bericht in Bild habe ich über-
haupt diese Zahlen genannt

Ich stehe zu unserem Rechtsstaat und zur gesetzlichen Renten-
versicherung, kenne natürlich auch den " Begriff" Inflation.

Mit solchen Mitteilungen kann man" Neid oder Angabe "ein-
heimsen, dies ist Nebensache, die Wahrheit darf man immer
noch sagen.

Ich bitte Sie um Entschuldigung.

MfG.