KSK

von
Lex

Mir ging es nicht um die Künstlersozialabgabe, sondern um die Beitragspflicht des Künstlers (siehe meine gestrige Anfrage). Nach Auskunft der KSK kann ich dort nicht rückwirkend Beiträge entrichten. Wie sieht das bei der DRV aus? Wie lange zurück und welche Beitragshöhe müsste ich nachzahlen? Wäre die erstmalige Zahlung an die KSK ein Hinweis an den Prüfdienst der DRV, dass ich früher eigentlich rentenversicherungspflichtig war?

von
Luther

Warum ist Ihnen denn jetzt auf einmal eine Rentenversicherung so wichtig ?
Brauchen sie Leistungen ?

Rechnen Sie damit, dass die Rentenversicherung sehr wohl rückwirkend Beiträge von Ihnen verlangt und das vollkommen zu Recht.

§25 SGB IV regelt, dass für 4 Kalenderjahre rückwirkend Beiträge erhoben werden dürfen, bzw. d. Beitragsansprüche nach 4 Jahren verjähren.
Dies wären alles in allem etwas über 23.000 EUR (48 x Regelbeitrag).

von
Lex

Reicht nicht der Mindestbeitrag?

von
Luther

Das würde Ihnen so passen.

So weit ich informiert bin fordert die RV den Regelbeitrag (aktuell 494,52 EUR). Hätten sie sich eben früher kümmern müßen...
Den Mindestbeitrag (evtl. aus dem Einkommen errechnet) können sie ja in Zukunft zahlen :-)

von
Chris

4 Kalenderjahre rückwirkend Beiträge nachzuentrichten gilt aber nicht, wenn man die Beiträge vorsätzlich nicht gezahlt hat. Müsste ich jetzt genau nachlesen aber es wird sicher die 30-jährige Frist sein.

von
Luther

Noch besser :-)

Experten-Antwort

Sicher könnte mit Ihrer Meldung bei der KSK auch eine Prüfung des Status für die Vergangenheit verbunden sein. Aber auch wenn Sie sich nicht bei der KSK melden, könnten Sie zum Beispiel im Zusammenhang mit einer Betriebsprüfung bei Ihrem Auftraggeber auffallen.

Beiträge werden rückwirkend maximal für die letzten vier Kalenderjahre erhoben. Etwas anderes ist mir in den letzten 15 Jahren nicht bekannt geworden. Es sei denn, Sie bestehen ausdrücklich auf Vorsatz und die 30-Jahresfrist.

Die Beitragshöhe muss sich nicht am Regelbeitrag orientieren; Sie dürfen auch gerne einkommensgerecht zahlen, aktuell 19,9 Prozent aus dem Gewinn aus Gewerbebetrieb laut Einkommensteuerbescheid.

Zum 01.01.2001 wurde eine Meldepflicht für die versicherungspflichtigen Selbständigen in § 190 a SGB VI eingeführt. Einen besonderen Schutz dürfen Sie nicht erwarten.