Kurz vor 60 und weiß nicht weiter

von
Apa

Hallo an alle, die sich meiner Probleme annehmen
Ich lese hier schon sehr lange mit, finde wie auch andere keinen ähnlichen Fall
Jahrgang 9/52 w, vollzeit berufstätig seit 1969 = insges. 43 J , 2 Kinder

( orth.Reha, Diagn A in 08 ohne AU allererste Reha f. mich ! )
• Während Insolvenz Ag erkrankt Erkrg. B 1/09 - 2. Reha hier v 9-11/09
• dann ALG 1reg. (f 24 Mon ) 9/10 noch bis 9/12
• 3/10 Diagnose C unheilbar, aber noch arbeitsfähig nicht AU
• SB Ausweis erhalten 100 % G,aG
• Krankheit A + C haben sich in den letzten Mon. sehr verschlechtert.

Welche Vorgehensweise ist sinnvoll u. besser? Bitte gebt mir hier einen Rat ich überlege hin und her:

• Jetzt AU ( Anraten Ärzte ) dokumentieren vor Auslauf ALG1 und krankschreiben lassen gem. vorl.Gesundheitsstand
• Parallel bereits Rente SB z. 4/13 beantragen – aber von 9/12 an kein Einkommen ? oder wird dann weiter KG bezahlt ?
• Neue Reha beantragen auf A + C und warten was geschieht ?
EM Rente beantragen ?
• Bez. EM Rente :
Habe gelesen, dass rückwirkend oft Rente bezugnehmend auf einen Rehaantrag gewährt wurde,
Gesetz der Fall Rentenantrag EM würde auf Rehaantrag 3/08 Diagn.A oder Diagnose C 3/10 schon geändert werden, was geschieht mit den Beiträgen ( Gehalt, KG, ALG 1 ) die in den vergangenen 4 Jahren seither eingezahlt wurden ?
Würde dies bei Umstellung mit 63,5 J auf Rente Schwerbehinderung eine Erhöhung der Rente dann bedeuten ?

Ich weiß nicht was tun ? Rente SB mit 63,5 J ohne Abschläge hätte ich natürlich nach sovielen Jahren am liebsten, aber weiss nicht zu überbrücken bis dahin. Habt Ihr Lösung für mich?

Vielen, vielen Dank im Voraus

Apa

von
?

Wenn Sie Krankengeld beziehen werden, wird die KK Sie höchtswahrscheinlich sowieso auffordern, einen Rentenantrag zu stellen, da können Sie es auch gleich tun.
Ansonsten kann man auf Ihre Frage nur spekulativ antworten, es gibt viel zu viele Wenn und Aber. Man kann nunmal nicht auf alles achten und alles bedenken, irgendwann muss man sich entscheiden und dann mit dieser Entscheidung leben.
Insofern rate ich Ihnen, sich an eine Auskunft- und Beratungsstelle in Ihrer Nähe zu wenden und dort Ihren Fall zu besprechen.
Die Verantwortung für Ihre Entscheidung können nur Sie alleine übernehmen. Dort kann man Ihnen aber Ratschläge und Tipps geben.

von
=//=

Hallo Apa,

die Agentur für Arbeit kann Sie möglicherweise auffordern, einen Reha-Antrag zu stellen. Erst recht dann, wenn Sie sich arbeitsunfähig schreiben lassen. Das kann Sie unter Umständen das ALG I kosten. Denn wenn JETZT festgestellt würde, dass Sie voll erwerbsgemindert sind, besteht meines Wissens kein Anspruch mehr auf ALG I, da Sie dann ja nicht vermittelbar sind (bei einem Leistungsvermögen von unter 3 Stunden tgl./15 Std. wöchentlich).

Wenn Sie z.B. Mitte des Jahres einen Reha-Antrag stellen und die Reha wird bewilligt, besteht natürlich die Möglichkeit, dass nach Abschluß der Reha Ihr Leistungsvermögen soweit abgesunken ist, dass EM vorliegt. Dann würde vermutlich dieser erneute Reha-Antrag in einen Rentenantrag umgedeutet. Dass der Leistungsfall auf 2008 oder 2009 gelegt und die damaligen Reha-Anträge umgedeutet werden, ist zwar möglich, aber unwahrscheinlich.

Sollte es doch so sein, würden die nach Eintritt der EM liegenden Zeiten bei der Altersrente berücksichtigt. Dies KANN, muß aber nicht zu einer Rentenerhöhung führen (evtl. nur geringe Erhöhung).

Bitte beachten Sie aber auch, dass eine EM-Rente in Ihrem Fall auch einen Abschlag (verminderten Zugangsfaktor) von 10,8 % hat. Die Rentenhöhe können Sie aus der Renteninformation ersehen oder Sie beantragen eine Rentenauskunft.

Wenn alle Stricke reißen und Sie keine EM-Rente bekommen, würde ich an Ihrer Stelle, bevor ich OHNE Geld dastehe oder Hartz-IV beantragen muß, die Altersrente für schwerbehinderte Menschen ab 60 + 6 Monate mit ebenfalls 10,8 % beantragen. 6 Monate lassen sich eher überbrücken als 3 Jahre und 6 (nicht 5) Monate.

Lassen Sie sich wirklich bei einer Auskunftsstelle der DRV beraten.

MfG

von
Apa

V ielen Dank =//= und ?
Ja ich weiß, dass dies kompliziert ist, deswegen weiß ich ja auch nicht wie vorgehen.

Aber Vielen Dank für die ausführlichen Erwägungen, ich werde versuchen alles noch hinauszuzögern, ?? und dann erst kurz vor Ablauf ALG Rehaantrag stellen, damit wenigstens ArBA mir keinen Ärger mehr macht – es reicht ja die KK.
Werde dann von mir aus direkt den Antrag stellen und nicht auf deren Aufforderung wohl warten, denn es hat sich ja eingebürgert, daß sie einfach nach Aktenlage gesund schreiben und dann mit Widersprüchen etc. …….

Vielen Dank für den Hinweis, dass dann frühestens der neue Rehaantrag evtl. als Antragsdatum EM gilt und nicht vorher.

Glaubt Ihr dass ich noch eine Reha erhalten könnte, dies würde ich mir wirklich sehr, sehr wünschen
Reha Krankheit A orth war 10/08 , Krankheit C noch keine

Vielen herzlichen Dank
Apa

von
Krämers

Grundsätzlich sollte ihr Ziel natürlich die abschlagsfreie SB Rente sein. Allerdings kann dies in ihrem Falle ja zeitlich gar nicht gelingen, da Sie ja noch ca. 3,5 ! Jahre ( ab heute gerechnet ) so überbrücken müssten. Selbst wenn Sie - nach dem Ende des ALG I - noch den vollen Krankengeldanspruch von 1,5 Jahren hätten und die Kasse auch so lange stillhält, fehlen ihnen letztlich doch noch weitere 1,5 Jahre. Das sollte ihnen klar sein.

Aus meiner Sicht sollten Sie jetzt erstmal das ALG I bis zum " bitteren Ende " also 09/12 voll ausschöpfen. Die AfA wird dies wohl auch bis dahin problemlos zahlen und Sie nicht ( mehr ) zur Rehaantragstellung aufforden, da Sie ja 1. nicht AU sind und 2. Sie sich wohl der Vermittlung in einen neuen Job zur Verfügung gestellt haben. 100% sicher ist dass natürlich nicht, aber doch sehr wahrscheinlich das die AfA Sie bis September jetzt noch in Ruhe lässt , wenn Sie " mitspielen " . Eine AU Schreibung wärhend ALG I Bezuges wäre sehr schädlich , da die AfA dann nur noch 6 Wochen das sog. " Kranken-ALG " zahlen müsste und dann wären Sie raus bei der AfA und müssten gleich Krankengeld beantragen. Also lassen Sie die Finger von einer AU Schreibung während ALG I Bezuges.

JETZT freiwillig und letztlich ohne Not ( vom gesundheitlichen Aspekt einer med. Reha mal abgesehen ) einen Rehaantrag zu stellen ist meiner Meinung nach absolut nicht anzuraten. Bedenken Sie bitte , das dort ja ihre Erwerbsfähigkeit beurteult wird und das ganze dann letztlich auch in eine EM-Rente ( mit 10,8 % abschlägen ) münden KANN. Sollte die AfA Sie dazu noch auffordern haben Sie natürlich keine andere Wahl als den Antrag zu stellen.

Dann würde ich nach Auslaufen des ALG I mich erstmal AU schreiben lassen und Krankengeld von der Krankenaksse beziehen. Anspruch darauf sollten Sie ja noch haben. Natürlich kann auch die Kasse Sie dann jederzeit noch zur Rehanantragstellung auffordern, dem Sie dann aber erst innerhalb von 10! Wochen nachkommen müssen. Eine Antragstellkung erst am letzten Tag dieser Frist reicht also völlig aus...Dann gibt es noch einige Möglichkeiten wie man den Rehaantritt ( falls diese von der RV dann überhaupt noch genehmigt würde - was ich nicht glaube ) zumindest um einige Wochen noch verzögern kann. Sollte die Reha nicht genehmigt werden, weil Sie zu " gesund " dafür sind und damit auch keine EM festgestellt werden, muss die Kasse dann das Krankengeld auch bis zum letzten Tage zahlen.

So ist es möglich Monat für Monat die ganze Sache nach hinten zu verschieben. Aber bis zum Beginn ihrer SB Rente mit erst 63,5 Jahren wird das alles nicht reichen.

Eine direkte EM-Antragstellung ( auch verbunden mit eben mit 10,8% Abschlag ) halte ich zum jetzigen Zeitpunkt und bis Auslaufen des Krankengeldes auch nicht für sinnvoll. Ob eine EM rückwirkend festgestellt würde, obliegt dann aber alleine der Entscheidung des med. Dienstes der RV. Dies ist aber wie schon gesagt wurde sehr unwahrscheinlich.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Apa,

Aufgrund der vielen von Ihnen aufgezeigten Möglichkeiten, wie sich Ihre persönliche Situation, auch aus gesundheitlicher Sicht entwickeln könnte, sollten Sie zur individuellen Abklärung Ihrer Situation vorsorglich einen Termin bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle vereinbaren. Die Ihrem Wohnort am nächsten gelegene Auskunfts- und Beratungsstelle können Sie unter dem Link " Beratungsstellen" ermitteln.

Ohne auf alle Einzelheiten insbesondere im Beitrag von „Krämers“ einzugehen, machen wir Sie noch auf folgendes aufmerksam.
Solange Sie von der Krankenkasse nicht aufgefordert wurden einen Rehaantrag zu stellen, können Sie dem Rentenversicherungsträger gegenüber jederzeit Ihr Gestalltungsrecht ausüben. D.h. Sie können dem Rentenversicherungsträger erklären, dass der Rehaantrag nicht als Rentenantrag gelten soll. Sobald Sie dieses Gestaltungsrecht ausgeübt haben, kann die Krankenkasse dieses auch nicht mehr einschränken.

von
Apa

HAllo Krämers und Hallo Experte

Krämers Du sprichst mir aus dem Herzen und hast meinen Verstand wieder aktiviert !!Ja Du hast Recht.
DAFÜR herzlichen Dank.

Also AU 1 Tag vor Auslauf ALG ( ALLE Alarmglocken gehen bei KK hoch )
=MDK - Einschaltung sehe ich bez. meiner Erkrankungen ( Diag. C beinhaltet 12 - 16 Std Sauerstoffzufuhr) gelassen entgegen, aber dann wird wohl sofort die Rehaaufforderung mit Einschränkung Disporecht erfolgen.

Diesbezüglich noch
Eine Rükfrage an Experte bez. Dispos.rechte

Das wäre ideal, aber ich habe heute gelesen, dass die KK sogar Monate später noch die Rechte mit Nachschieben des § aussprechen könnte und wir Mitglieder dann doch keine Wahl mehr hätten ( z.B. Umwandlung widersprechen )

Notfalls haben die KK sogar ( da vorher wohl vergessen ) direkt nach einer Reha jemanden direkt wieder eine Rehaaufforderung mit § zugestellt um in in die Rente zu bringen.

Wie kann ich zumindest der ersten Aufforderung ausweichen, dass die DRV anerkennt, dass ich frei wählen kann ?

-----------
Ein Beratungsgespräch bei der monatlichen DRV Beratungsstelle habe ich wahrgenommen, aber die Dame meinte nur, ich hätte doch genug gearbeitet und solle halt vor Auslaufen ALG frühzeitig EM beantragen.

Nochmals vieeeeelen
DANK Ihnen beiden

Apa

von
Krämers

" Notfalls haben die KK sogar ( da vorher wohl vergessen ) direkt nach einer Reha jemanden direkt wieder eine Rehaaufforderung mit § zugestellt um in in die Rente zu bringen."

Zu einer erneuten Rehaantragstellung braucht die Kasse in dem Fall gar nicht auffordern. Ich hatte z.b. auch freiwillig die Reha beantragt und auch bereits absolviert. Ungefähr 2-3 Monate nach der Reha hat die Kasse dann die Einschränkung noch nachgeschoben. Die hatten den Rehabericht vorliegen und wussten was jetzt kommt - nämlich Aufforderung seitens der RV die EM-Rente zu beantragen. Damit ich dem auch auf jeden Fall nachkomme, wurde meine Rechte noch schnell eingeschränkt...

" Wie kann ich zumindest der ersten Aufforderung ausweichen, dass die DRV anerkennt, dass ich frei wählen kann ?"

Gar nicht.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Apa,

Die Krankenkasse kann ihr Dispositionsrecht tatsächlich bis zur Bescheiderteilung des Rentenversicherungsträgers einschränken. Allerdings nur, wenn Sie dem Rentenversicherungsträger gegenüber Ihr Wahlrecht noch nicht ausgeübt haben. Sobald Sie (zeitlich) vor der Krankenkasse Ihr Dispositionsrecht gegenüber dem Rentenversicherungsträger ausgeübt haben, dann kann die Krankenkasse die Ausübung, da ja bereits durchgeführt, auch nicht mehr einschränken!

von
Apa

Hallo Krämers und Experte

genau derartige Fälle wie Krämers selbst erleben mußte ,mit der Nachschiebung meinte ich.
An Experte : heißt das, dass ich, wenn ich selbst den Rehaantrag stelle, sofort separat noch zusätzlich eine Erklärung abgeben sollte, dass mein Disporecht nicht mehr eingeschränkt werden kann ?

Ich möchte mich ganz herzlich bedanken für Eure Bemühungen mir und vielleicht anderen in ähnlicher Situation zu helfen alles frühzeitig zu bedenken.

Darf ich evtl. wenn erforderlich zu späterer Zeit wieder Fragen einstellen ??

vielen Dank
Apa

von
=//=

Zitiert von:

Hallo Apa,

Die Krankenkasse kann ihr Dispositionsrecht tatsächlich bis zur Bescheiderteilung des Rentenversicherungsträgers einschränken. Allerdings nur, wenn Sie dem Rentenversicherungsträger gegenüber Ihr Wahlrecht noch nicht ausgeübt haben. Sobald Sie (zeitlich) vor der Krankenkasse Ihr Dispositionsrecht gegenüber dem Rentenversicherungsträger ausgeübt haben, dann kann die Krankenkasse die Ausübung, da ja bereits durchgeführt, auch nicht mehr einschränken!

Da sieht es in der Praxis aber leider ganz anders aus. In fast jedem Fall schränkt die KK das Dispositionsrecht ein, auch wenn Vers. den Reha-Antrag freiwillig und von sich aus gestellt haben.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Apa,

die Antwort lautet ganz einfach: Ja!