KVdR - Anerkennung der Vorversicherungszeit für Ausländer

von
Daria

Guten Tag und danke vorab für die Antworten!

Gegeben ist:
ich komme aus Russland, bin seit 1995 in Deutschland, arbeite auch seit 1995 und war die ganze Zeit in der gesetzlichen Krankenversicherung (AOK) versichert.

Dieses Jahr wurde die Rente beantragt, und jetzt steht auch, unter anderem, die Frage nach KVdR.

Meine erstmalige Aufnahme der Erwerbstätigkeit wurde ab 1966 bestimmt. Dementsprechend beginnt meine zweite Hälfte der Erwerbstätigkeit 1991. Somit erfühle ich die Bedingungen für KVdR nicht.

Die Frage ist, ob mir die Zeiten vor 1995, als ich noch in Russland gesetzlich krankenversichert war, auch anerkannt werden. Gibt es irgendwelche Gesetze dazu? Oder muss es unbedingt nur die deutsche gesetzliche Krankenversicherung sein? Ich hab mich totgegoogelt, konnte aber leider nix finden :(

Lieben Gruss und danke!

von
77654

Sind sie frg-berechtigter / spätaussiedler?

von
ceterum censeo

Zitiert von: Daria

Guten Tag und danke vorab für die Antworten!

Gegeben ist:
ich komme aus Russland, bin seit 1995 in Deutschland, arbeite auch seit 1995 und war die ganze Zeit in der gesetzlichen Krankenversicherung (AOK) versichert.

Dieses Jahr wurde die Rente beantragt, und jetzt steht auch, unter anderem, die Frage nach KVdR.

Meine erstmalige Aufnahme der Erwerbstätigkeit wurde ab 1966 bestimmt. Dementsprechend beginnt meine zweite Hälfte der Erwerbstätigkeit 1991. Somit erfühle ich die Bedingungen für KVdR nicht.

Die Frage ist, ob mir die Zeiten vor 1995, als ich noch in Russland gesetzlich krankenversichert war, auch anerkannt werden. Gibt es irgendwelche Gesetze dazu? Oder muss es unbedingt nur die deutsche gesetzliche Krankenversicherung sein? Ich hab mich totgegoogelt, konnte aber leider nix finden :(

Lieben Gruss und danke!

Im Ergebnis wird die Voraussetzung für die KVdR nicht erfüllbar sein.
Zwar:
Eine Berücksichtigung ausländischer Versicherungszeiten bzw. Zusammenrechnung von ausländischen mit deutschen Versicherungszeiten im Rahmen des § 5 Absatz 1 Nr. 11 SGB V kommt in Betracht, soweit diese Zeiten durch überstaatliches Recht oder durch ein zwischenstaatliches Sozialversicherungsabkommen gleichgestellt sind.
Aber:
Mit Russland gibt es weder EU/EWR Recht noch ein Sozialversicherungsabkommen, sind also Zeiten im vertragslosen Ausland und werden wie eine Lücke hinsichtlich der Vorversicherungszeit zu werten sein.

FRG sieht eine Ausnahme vor (10 Jahresfrist ab Zuzug, hier Zuzug seit 1995), hilft aber auch nicht:
Die Mehrzahl der in § 1 FRG genannten Personen befindet sich bereits länger als zehn Jahre in Deutschland, sodass die Regelung des § 5 Absatz 1 Nr. 12 SGB V für sie nicht mehr anwendbar ist. Bedeutung hat sie inerster Linie noch für Spätaussiedler (§ 4 BVFG).

Sofern am Beginn der Rahmenfrist nicht zu rütteln sein sollte, würde nur eine Verschiebung des Rentenantrages bis ins Jahr 2019/20 hinein dazu führen, dass die für die KVdR erforderliche 9/10 Belegung erfüllt wäre.

von
GroKo

Zitiert von: Daria

Guten Tag und danke vorab für die Antworten!

Gegeben ist:
ich komme aus Russland, bin seit 1995 in Deutschland, arbeite auch seit 1995 und war die ganze Zeit in der gesetzlichen Krankenversicherung (AOK) versichert.

Dieses Jahr wurde die Rente beantragt, und jetzt steht auch, unter anderem, die Frage nach KVdR.

Meine erstmalige Aufnahme der Erwerbstätigkeit wurde ab 1966 bestimmt. Dementsprechend beginnt meine zweite Hälfte der Erwerbstätigkeit 1991. Somit erfühle ich die Bedingungen für KVdR nicht.

Die Frage ist, ob mir die Zeiten vor 1995, als ich noch in Russland gesetzlich krankenversichert war, auch anerkannt werden. Gibt es irgendwelche Gesetze dazu? Oder muss es unbedingt nur die deutsche gesetzliche Krankenversicherung sein? Ich hab mich totgegoogelt, konnte aber leider nix finden :(

Lieben Gruss und danke!


Nur wenn die Russische KK Ihre Beiträge an die die Deutsche KK überweist.

Experten-Antwort

Sehr geehrte Frau Daria,
aus den vorangegangenen Beiträgen konnten Sie bereits einige wichtige Informationen entnehmen. Da es sich bei Ihrer Frage um reines Krankenversicherungsrecht handelt, wenden Sie sich zur abschließenden Klärung, bitte an Ihre zuständige Krankenkasse.

von
Rentenversteher

Hallo,

eigentlich ist der Sachverhatl ganz einfach und auch der "Experte" könnte diese Frage beantworten!
Sofern Sie im Besitz einer Spätaussiedlerbescheinigung sind (§ 4 BvFG) liegen die Voraussetzungen des FRG vor und bei der Prüfung der KVDR wird bis zum Zuzug unterstellt, dass die Vorversicherungszeit erfüllt ist. Die Krankasse prüft dann ab Zuzug die weitere Vorversicherungszeit. Sofern mindestens 90% der Zeit in Deutschland eine gesetzliche Krankenversicherung bestand, ist die KVDR erfüllt und Sie sind Pflichtmitglied in der Krankenkasse.
Sollte keine Spätaussiedlerbescheinigung vorhanden sein (z.B. § 7 Abs. 2 BvFG = Ehegate oder Abkömmling), wäre die Vorversicherungszeit nicht erfüllt. Dann müssten sie sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versicherung und hätten Anspruch auf einen Beitragszuschuss seitens der Rentenversicherung.
Daher wird im R0810 auch die Frage nach dem Vertriebenenstatus gestellt.

Mit freundlichen Grüßen

von
Herz1952 der Richtige

Hallo Rentenversteher,

ich bin ein Frauenversteher (smile)

von
W*lfgang

Zitiert von: Rentenversteher
eigentlich ist der Sachverhatl ganz einfach
änzend:

so ist es, genau wie von Ihnen beschrieben. Dem R0810 (der KVdR-Meldung) kann man auch den Versicherungsverlauf beilegen (mit FRG-Zeiten), das reicht den meisten Krankenkassen schon aus (bei einem geklärten Konto schleppen die Antragssteller ja nicht mehr die Spätaussiedlerbescheinigung mit). Ansonsten ist Frage nach der Spätaussiedlereigenschaft im R0810 ja sowieso zu verneinen (§7, 8, oder gar nichts).

Und, entgegen Experten-Meinung, ist es keine reine Frage des KK-Rechts. Ein 'falsches' Rentenantragsdatum kann bei knapper 9/10-Belegung schon entscheidende finanzielle Auswirkungen haben und das gilt es bereits bei Antragsaufnahme zu berücksichtigen.

Gruß
w.