KVdR bei Selbstständigkeit (Künstlersozialkasse)

von
cheyenne

Ich möchte dieses Jahr die vorzeitige Rente beantragen (Rente mit 63 für langjährig Versicherte). Da meine Rente gering ist, würde ich als freiberufliche Journalistin weiterhin selbstständig arbeiten und dazu wie bisher in der Künstlersozialkasse pflicht-krankenversichert bleiben.

Ich würde gerne wissen,

1. was dies für eine Mitgliedschaft in der Krankenversicherung der Rentner bedeutet. Zahle ich dann sowohl über die KSK (für die Selbstständigkeit) als auch über die KVdR (für die Rente) KV-Beiträge?

2. Laut Merkblatt R0815 "Krankenversicherung der Rentner" ist eine KVdR ausgeschlossen, wenn eine Versicherungspflicht nach anderen gesetzlichen Vorschriften vorliegt oder solange eine hauptberufliche selbstständige Tätigkeit ausgeübt wird. Würde dies in meinem Fall gelten?

3. Bin ich als KSK-Versicherte automatisch hauptberuflich selbstständig (ist im Rentenantrag anzugeben), oder richtet sich die Hauptberuflichkeit nach der Höhe der Einkünfte (bei mir unter 6000 Euro Jahreseinkommen) und/oder dem Zeitaufwand?

Vielen Dank!

von
Siehe hier

Leider ist dies hie für Ihre Fragen das falsche Forum.

Wenden Sie sich bitte an Ihre zuständige Krankenkasse und an die KSK direkt.

Experten-Antwort

Hallo, Cheyenne,
sofern Sie Einnahmen aus Beschäftigung neben dem Bezug einer Rente haben, besteht grds. die Verpflichtungen aus beiden Einkünften Beiträge zu leisten. In welcher Art und Weise Sie dann krankenversichert sind entscheidet die Krankenkasse und teilt dem Rentenversicherungsträger mit, auf welche Art und Weise Sie krankenversichert sind (z.B. Pflichtmitgleid oder freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krannkenkasse) und in welcher Höhe Beiträge zu leisten sind.
Grds. beantwortet die zuständige Krankenkasse Fragen zur Krankenversicherungspflicht. Fragen Sie dort nach. Alternativ wird unter folgendem Link eine Beantwortung der Frage erfolgen: https://www.krankenkassenforum.de/

von
ver.di-Selbstständige

Hallo, wir versuchen in unserem Ratgeber auch diese Frage ein wenig aufzudröseln. In unserem Text "Rentenbezug und (selbstständige) Zusatzeinkommen", kommen wir im unteren Bereich (ab der Zwischenüberschrift "Besonderheiten für Publizistinnen und Künstler") zu diesem Thema.
Da der Ratgeber kostenpflichtig für Nichtmitglieder der ver.di ist, zitieren wir hier einmal die Basics:
"*Bei einer vorgezogenen Rente, egal ob wegen Erwerbsminderung, Altersrente für langjährig Versicherte sowie bei einer Teilrente bleibt die Pflichtversicherung über die KSK in der Kranken- und Pflegeversicherung erhalten. Es werden also zusätzlich zu den Beiträgen, die die DRV von der Rente abzieht, Beiträge für die KSK-Tätigkeit fällig. Ebenso müssen auf die entsprechenden Einkommen bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze von 65 bis 67 Jahren Rentenbeiträge gezahlt werden. ...
*Bei einer Vollrente – also nach Erreichen der Regelaltersgrenze – bleibt für alle, die die publizistische oder künstlerische Tätigkeit weiter erwerbsmäßig ausüben, die Kranken- und Pflege-Pflichtversicherung über die KSK ebenfalls erhalten. Sie zahlen damit weiterhin den hälftigen Beitrag für diese Einkünfte. Was erst einmal nach Zusatzkosten klingt, ist tatsächlich eine Erleichterung: "Normale" gesetzlich Versicherte müssen auf ihre Erwerbseinkünfte neben der Rente den vollen Beitragssatz von 14,6 % zahlen, über die KSK Versicherte eben nur die Hälfte.
In Sachen Rentenversicherung haben auch KSK-Versicherte, die das Rentenalter erreichen, ein Wahlrecht. Sie können auf die Rentenversicherungsfreiheit verzichten, um die Altersrente zu erhöhen. Die Rente wird in diesem Fall erst gezahlt, wenn der Beruf endgültig aufgegeben wird. – Meist lohnt sich das nicht wirklich." [Quelle: https://selbststaendigen.info/?lnk=h40e186cd56f47]

von
Siehe hier

Ergänzend:

Dieses Infoblatt publiziert die KSK selbst zu dem Thema

https://www.kuenstlersozialkasse.de/fileadmin/Dokumente/Mediencenter_K%C3%BCnstler_Publizisten/Informationsschriften/K%C3%BCnstlersozialversicherung_und_Altersrente.pdf

von
W°lfgang

Zitiert von: ver.di-Selbstständige
Quelle: https://selbststaendigen.info/?lnk=h40e186cd56f47

Hmm ...welchen Wert hat hier eine Quellenangabe, wenn Sie nicht frei/vollumfänglich zugänglich ist?!

Üben! ...um hier für die Nachfragenden kostenlose_ Nutzinformationen zu hinterlassen/klickbar/vollständig ;-)

> Hallo, wir versuchen in unserem Ratgeber auch diese Frage ein wenig aufzudröseln. In unserem Text "Rentenbezug und (selbstständige) Zusatzeinkommen", kommen wir im unteren Bereich (ab der Zwischenüberschrift "Besonderheiten für Publizistinnen und Künstler") zu diesem Thema.
Da der Ratgeber kostenpflichtig für Nichtmitglieder der ver.di ist, zitieren wir hier einmal die Basics:

Vielleicht geht Ihre Organisation mal in sich und stellt bereits anderweitig verfügbare/freie Information nicht unter den Scheffel der €-Generierung (Sie sparen sich damit c&p ;-)) - und hinterfragen die *Basics <- der 'organisierte Müllwerker' versteht Ihre Sprache noch?

Gruß
w.

von
Siehe hier

auch kostenfrei zugänglich

https://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/a298-kuenstlersozialversicherung.pdf?__blob=publicationFile&v=1

von
G.W.

Zitiert von: cheyenne
Ich möchte dieses Jahr die vorzeitige Rente beantragen (Rente mit 63 für langjährig Versicherte). Da meine Rente gering ist, würde ich als freiberufliche Journalistin weiterhin selbstständig arbeiten und dazu wie bisher in der Künstlersozialkasse pflicht-krankenversichert bleiben.

Ich würde gerne wissen,

1. was dies für eine Mitgliedschaft in der Krankenversicherung der Rentner bedeutet. Zahle ich dann sowohl über die KSK (für die Selbstständigkeit) als auch über die KVdR (für die Rente) KV-Beiträge?

2. Laut Merkblatt R0815 "Krankenversicherung der Rentner" ist eine KVdR ausgeschlossen, wenn eine Versicherungspflicht nach anderen gesetzlichen Vorschriften vorliegt oder solange eine hauptberufliche selbstständige Tätigkeit ausgeübt wird. Würde dies in meinem Fall gelten?

3. Bin ich als KSK-Versicherte automatisch hauptberuflich selbstständig (ist im Rentenantrag anzugeben), oder richtet sich die Hauptberuflichkeit nach der Höhe der Einkünfte (bei mir unter 6000 Euro Jahreseinkommen) und/oder dem Zeitaufwand?

Vielen Dank!

Zu Frage 1: Beiträge zur KV und PV werden von Ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit erhoben. Daher müssen Sie von beiden Einkünften Beiträge abführen.

Zu Frage 2: Solange Sie versicherungspflichtig selbständig sind, greift nicht die Pflichtversicherung im Rahmen der KVdR, sondern die Pflichtversicherung als KSK Mitglied, so dass sie nicht nur von der Rente, sondern auch von Ihrem Einkommen als Selbständige Beiträge abführen dürfen. Die Beiträge, die auf die Rente entfallen, werden in der Regel automatisch vom RV Träger für Sie abgeführt.

Zu Frage 3: Die Frage im Rentenantrag lautet:
Üben Sie über den Rentenbeginn hinaus eine hauptberufliche selbständige Tätigkeit aus, die wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungsfrei ist?

Da diese Grenze bei 64.350,00 EUR liegt, ist die Frage insgesamt wohl mit nein zu beantworten. Erst bei einem Einkommen >64.350 EUR wäre die Frage zu bejahen.

von
Valzuun

Zitiert von: ver.di-Selbstständige
H...
*Bei einer Vollrente – also nach Erreichen der Regelaltersgrenze – ...86cd56f47]

Vollrente und Regelaltersgrenze haben rein gar nichts mit einander zu tun. So kann sowohl vor der erreichen der Regelaltersgrenze ein Vollrente, wie auch danach eine Teilrente, bezogen werden. Letzteres ist z.B. bei Pflegepersonen durchaus üblich.

Eigentlich sollte man soetwas natürlich vor (kostenpflichtigen ?!) Veröffentlichung klären. Aber vielleicht könne Sie den verantwortlichen Redakteur ja nun nachträglich darauf hinweisen.