KVdR für bisher mitversicherte Ehefrau

von
FMeinders

Ich selbst bin Rentner und meine Frau ist in der KVdR mitversichert. Mit Erreichen des 65-Lebensjahres wird sie ihre eigene kleine Rente beantragen. Diese liegt mit EU 220,00 deutlich unter dem Mindesteinkommen von derzeit EUR 816,67. Ich möchte erstens vermeiden, dass meine Frau schlechetere KV-Leistungen erhält als bisher und zweitens, dass ihre gesamte Rente als KVdR-Beitrag draufgeht oder ich von meiner Rente noch dazulegen muss.
Lohnt sich in diesem Fall der Rentenantrag überhaupt oder ist es besser darauf zu verzichten?
Mit freundlichen Grüßen
FMeinders

von
DSF

Warum wollen sie auf die rente verzichten.

Der KV/PV-Beitrag beträgt doch keine 100% der Rente

von Experte/in Experten-Antwort

Bei einem Rentenantrag wird geprüft, ob Ihre Frau in der Krankenversicherung der Rentner Pflichtversichert ist. Eine Pflichtversicherung liegt vor, wenn Ihre Frau in der zweiten Hälfte Ihres Versicherungslebens 90 % der Zeit bei einer gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert, freiwillig oder familienversichert war. Diese Prüfung erfolgt über die Krankenkasse. Wird Sie als Rentnerin pflichtversichert, werden über Ihre Rente die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge abgezogen und Sie ist eigenständig versichert. In welchem Rahmen trotz Vorliegen einer Pflichtversicherung eine Familienversicherung möglich ist erfragen Sie bitte bei Ihrer Krankenkasse. Diese teilt dem gesetzlichen Rentenversicherungsträger den Versicherungsstatus mit.

von
Schiko.

Könnten sie mir laien er-
klären für was der betrag
von €. 816,67 mindest-
einkommen steht.

Herlichen dank.

von
Fmeinders

Im Merkblatt R815zur KVdR steht unter Punkt 12: Bei der Beitragsberechnung gilt das vom Gesetzgeber vorgegebene monatl. Mindesteinkommen (2007 = 816,67 EU), auch wenn die tatsächlichen Einkünfte geringer sind. Daraus entnehme ich , dass meine Frau, obwohl der Rentenanspruch nur EUR 220 beträgt, für EUR 816,67 KV-Beiträge zahlen müsste. Deshalb die Frage, ob ein Rentenantrag überhaupt Sinn macht?

von
Selina II

Das gilt nur für die Dauer zwischen Rentenantrag und Rentenbescheid. Wenn die Rente nachher geringer ausfällt dann werden die zuviel bezahlten Beiträge wieder erstattet. Ab Rentenbeginn ist immer der prozentuale Beitragssatz zu tragen. Die Hälfte des KV-Beitrags (nicht die Pflege) trägt der Renten Versicherungsträger.

von
Rese

Der Betrag von 816,67 EUR gilt als beitragspflichtige Einnahme von freiwillig in der GKV versicherten Mitgliedern (§ 240 Abs. 4 SGB V). Danach gilt als tägliche beitragspflichtige Einnahme mindestens der neunzigste Teil der Bezugsgröße.
2450:90 = 27,2222 EUR x 30 Tage = 816,67 EUR.
Die Regelung ist auch für Rentenantragsteller relevant, da sich § 239 SGB V auf § 240 SGB V bezieht.
Bisher familienversicherte Rentenantragsteller brauchen allerdings nach § 225 Satz 1 Nr. 3 SGB V auch für die Zeit vom Rentenantrag bis zum Rentenbeginn keine Beiträge entrichten.

von
FMeinders

als Initiator des Beitrags bedanke ich mich für die Erläuterungen. Jetzt habe ich es verstanden. Es lohnt sich also auf jeden Fall auch die kleinste Rente zu beantragen, da nur ca. 15 % davon für die KV abgezogen werden und die DRV 50% davon übernimmt (bis auf die 0,9%). Durch Zusammanveranlagung sind vermutlich leider auch noch Steuern fällig.

von Experte/in Experten-Antwort

Sofern ein Versicherter bei der Krankenkasse freiwilliges Mitglied ist, wird der Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag nach dem Einkommen ermittelt. Hierfür ist aktuell der Betrag von 816,67 Euro die Mindestbeitragsberechnungsgrundlage. Hat also ein freiwilliges Mitglied Einkommen, dass unter diesem Betrag liegt wird der Beitrag mindestens von einem Einkommen von 816,67 Euro berechnet.
Liegt das Einkommen über diesem Betrag wird der Beitrag vom tatsächlichen Einkommen berechnet.

von Experte/in Experten-Antwort

Generell ist es nicht günstiger keinen Rentenantrag zu stellen.
Als Pflichtversicherter Rentner werden von der Rentenhöhe je nach Beitragssatz der Krankenkasse die Beiträge abgezogen.
Erfolgt eine freiwillige Versicherung bei einer Rentenhöhe von 220 Euro wird der Beitrag von einem Betrag in Höhe von 816,67 Euro berechnet. Der dann zu zahlenden Beitrag an die Krankenkasse wird auf Antrag von der gesetzlichen Rentenversicherung bezuschusst. In welchem Rahmen allerdings eine beitragsfreie Familienversicherung weiterhin mögich ist erfragen Sie bitte bei Ihrer Krankenkasse.