Länger arbeiten für mehr Rente (Magazin)

von
oder so

Stimmt, aber...

angenommen Herr X, Jahrgang 1950, könnte 2015 mit 65 Jahren und 4 Monaten mit 44 Jahren Durchschnittsverdienst seine Regelaltersrente von brutto 1258,84 (44 x 28,61 EUR x RAF 1,0 x ZF 1,0) / netto 1126,03 EUR beziehen.
Diese Rente nimmt er nicht, sondern arbeitet 2 Jahre mit Durchschnittsverdienst weiter und geht mit 67 Jahren und 4 Monaten verspätet in Rente: brutto 1473,99 EUR (46 x 28,61 EUR x RAF 1,0 x ZF 1,12) / netto 1318,48 EUR.

Herr X hat also 192,45 EUR netto mehr – im Gegenzug hat er jedoch 24 x 1126,03 EUR nicht genommen, also auf 27024,72 EUR verzichtet, neben denen er ohne Einkommensgrenze hätte hinzuverdienen können. Er braucht die höhere Rente gut 140 Monate (er muss also fast 80 Jahre alt werden), um die nicht in Anspruch genommene Rentenleistung erreicht zu haben! Zudem hat sich der Besteuerungsanteil dann von 70 auf 74 v.H. erhöht.
Und: als Altersvollrentner wäre sein Netto-Verdienst aus der Weiterarbeit höher, da er keine Beiträge zur RV und zur Arbeitsagentur leisten würde...!

(Zinseffekt und Rentendynamik aus Gründen der besseren Lesbarkeit weg gelassen...!)

von
zoran

Warum sollte er, wenn nicht nur aus Langweile

von
Gertrud

Die Dummen sterben nie aus, dann mit 70 J. in die Kiste.

von
***

man kann aber auch wie folgt rechnen.
Beispiel wie oben und angenommene durchschnittl. Lebenserwartung für Männer in D lt. Statistik = 78 J
Rentenbezug ab 65 +4 für 13 Jahre = 156 Monate x 1126.- = 175656.-Euro
+ Netto EK vom Rt-Beginn bis 67J + 4 Mo.= X, abzuglich der Steuernachzahlung für den Rentenbezug neben dem Lohnsteuerpflichtigen EK minus ca. 2500.- Euro
= 173156.- Euro + X.

Bei Rentenbezug ab 67+4 Mo für 11 J = 132 Mo. x 1318.- Euro = 173976.-Euro + Netto EK von 65+4 bis 67+4 = X,
keine Steuernachzahlung, da ja keine Rente neben dem EK.
Ergibt 173976.- Euro + X
Ergibt ein Plus von sage und schreibe 820.- Euro + X ( Netto EK von 65+4 bis 67+4)
Ich müßte ja mit dem Klammerbeutel gepudert werden, wenn ich dafür bis 67 + 4 Mo. weiter arbeiten würde.

von
W*lfgang

Hallo von oder so,

alles sehr schön und richtig erkannt! Es ist irgendwo ein Nullsummenspiel, weil es auf die mittlere Lebenserwartung ohne Mehrgewinn/Verlust bis dahin für beide Seiten abstellt. Alles, was 'Renditen' von jenseits 10 Jahren _in dem Alter_ ergibt, halte ich für bedenklich ...bisher hat es bei mir noch kein Versicherte je anders gesehen.

Allerdings hatte ich eine Versicherte, die demnächst einen ZF von 1,975 für Ihre beantragte Regelaltersrente erhalten wird - aber die (gewollten) Ursachen dafür für über 16 Jahre Rentenverzicht gehören in die Rubrik "Fälle, die es eigentlich nicht gibt".

Aktuell und vergleichbar ja auch die Situation, nach Ende ATZ auf die ungekürzte Altersrente für besonders langjährig Versicherte zu warten, statt mit 63 und Abschlag in die Rente zu gehen.

Gruß
w.

von
Spassvogel

Und nun der Sieger!!!
Herr X arbeitet nur bis 63+4 Monate, geht mit 7,2% Kürzung in Rente und arbeitet als Minijobber von 63 + 4 bis 67 +4 Mo. weiter EK 450.-mtl.
42EP -7,2% = 38,976 x 28,61=1115,10 Brutto
minus 10,5% KV/PV= 998,00 Nettorente.

Rentenbezug 15 J=180 Mo x 998.-Netto
=179640,00 Nettorente
+ 21600,00 aus Minijob(keine Anrechnung bei der Steuer)
ges. 201240.- Euro
gewinn ca 28000.- plus 2- 4 Jahre mehr Freizeit.
tätätätä