Lehre

von
August

Sehr geehrte Rentenexperten,

ich wäre Euch sehr dankbar, wenn ich hier eine Auskunft erhalten könnte. Ich habe im Jahr 1980 eine 3-jährige Lehre im elterlichen Betrieb als Bauer absolviert, allerdings leben meine Eltern nicht mehr, mir liegt aber von der Schule ein Ausbildungszeugnis vor, dass ich im elterlichen Betrieb eine Lehre als Bauer abgeschlossen habe. Ich habe damals 50,-- DM von meinem Vater erhalten, allerdings hat er diese sicherlich nirgends gemeldet bzw. Rentenbeiträge entrichtet.
Bekannte haben mir nun am Wochenende erzählt, dass ich v.g. Ausbildungszeit noch bei der LVA unter Vorlage des Ausbildungszeugnisses in meinem Rentenversicherungsverlauf auf Antrag anerkannt bekomme. Bei der Landwirtschaftlichen Alterskasse wurden seitens meines Vaters nie für mich separate Rentenbeiträge entrichtet, hier war ich nach meiner Lehre ca. 3 Jahre mithelfender Familienangehöriger.
Ich wäre sehr dankbar, für eine Rückantwort.

Hochachtungsvoll

August

von
-_-

:P

Zitiert von: August

Ich habe im Jahr 1980 eine 3-jährige Lehre im elterlichen Betrieb als Bauer absolviert, allerdings leben meine Eltern nicht mehr, mir liegt aber von der Schule ein Ausbildungszeugnis vor, dass ich im elterlichen Betrieb eine Lehre als Bauer abgeschlossen habe. Ich habe damals 50,- DM von meinem Vater erhalten, allerdings hat er diese sicherlich nirgends gemeldet bzw. Rentenbeiträge entrichtet. Bekannte haben mir nun am Wochenende erzählt, dass ich v.g. Ausbildungszeit noch bei der LVA unter Vorlage des Ausbildungszeugnisses in meinem Rentenversicherungsverlauf auf Antrag anerkannt bekomme. Bei der Landwirtschaftlichen Alterskasse wurden seitens meines Vaters nie für mich separate Rentenbeiträge entrichtet, hier war ich nach meiner Lehre ca. 3 Jahre mithelfender Familienangehöriger.

Vorab: Im Jahre 1980 waren die nachfolgenden Ausführungen nicht mehr relevant. Möglicherweise war die Landwirtschaftslehre im elterlichen Betrieb bei Ihren Bekannten zeitlich viel früher. Beantragen Sie dennoch die Anerkennung bei dem zuständigen Rentenversicherungsträger und fügen Sie die Ihnen vorliegenden Nachweise bei. Geben Sie an, bei welcher Krankenkasse Sie während der Zeit krankenversichert waren. Die erforderlichen Ermittlungen führt der Rentenversicherungsträger. Sie erhalten einen schriftlichen Bescheid mit Begründung, falls die Berücksichtigung nicht möglich sein sollte.

§ 247 Abs. 2a SGB 6:
Pflichtbeitragszeiten aufgrund einer versicherten Beschäftigung sind auch Zeiten, in denen in der Zeit vom 1. Juni 1945 bis 30. Juni 1965 Personen als Lehrling oder sonst zu ihrer Berufsausbildung beschäftigt waren und grundsätzlich Versicherungspflicht bestand, eine Zahlung von Pflichtbeiträgen für diese Zeiten jedoch nicht erfolgte (Zeiten einer beruflichen Ausbildung).
http://bundesrecht.juris.de/sgb_6/__247.html

Für ab dem 01.06.1949 zurückgelegte Zeiten der Ausbildung in der elterlichen Landwirtschaft im Beitrittsgebiet können nur dann fiktive Pflichtbeitragszeiten bis zum 30.06.1965 berücksichtigt werden, wenn die von den Eltern bewirtschaftete landwirtschaftliche Nutzfläche 20 ha und mehr umfasste (hierzu zählt auch Pachtland) bzw. der Auszubildende das 21. Lebensjahr vollendet hatte (§ 2 der Anordnung über die Sozialpflichtversicherung in der Landwirtschaft vom 25.05.1949 - ZVOBL. S. 445). Nur für diesen Personenkreis bestand auch bei Abschluss eines Lehrvertrages Versicherungspflicht in der Sozialversicherung. Diese Regelung galt bis zum Jahre 1957. Danach bestand für alle Lehrlinge in der Landwirtschaft der Eltern Versicherungspflicht. Für alle anderen in Ausbildung befindlichen mitarbeitenden Kinder in der Land- und Forstwirtschaft ist zu prüfen, ob die Anerkennung einer Anrechnungszeit gem. § 252 Abs. 1 Nr. 3 SGB 6 in Betracht kommt (vgl. § 252 Abs. 1 Nr. 3 SGB 6). Hinweis: Unter welchen Voraussetzungen Versicherungspflicht vorlag, ist umstritten. Die weitere Rechtsprechung ist abzuwarten.
http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_247ABS2AR4.1

Für fiktive Pflichtbeitragszeiten i. S. von § 247 Abs. 2a SGB 6 werden nach § 256 Abs. 1 SGB 6 i. d. F. des WFG für jeden Kalendermonat 0,025 Entgeltpunkte zugrunde gelegt. Die Höhe einer evtl. Ausbildungsvergütung ist ohne Bedeutung. Gleichzeitig gelten die Zeiten der Berufsausbildung nach § 54 Abs. 3 S. 2 SGB 6 als beitragsgeminderte Zeiten, so dass sich ggf. zusätzliche Entgeltpunkte aus der Bewertung als beitragsgeminderte Monate ergeben können.
http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_247ABS2AR6.9

Der Nachweis i. S. von § 247 Abs. 2a SGB 6 erfolgt in der Regel durch geeignete Urkunden und Unterlagen wie Lehrvertrag, Lehrbrief, Lehrzeugnis, Lehranzeige oder durch eine Eintragung über die Ableistung der Elternlehre in den Akten der zuständigen Schule.
http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_247ABS2AR2.2

von Experte/in Experten-Antwort

Der § 247 Abs. 2a SGB VI ist für Sie nicht anwendbar, da Sie nicht in dem Zeitraum die Lehre machten. Da Ihr Vater Sie nicht sozialversicherungspflichtig angemeldet hat, haben Sie erstens gar keine rentenrechtliche Zeit und zweitens kann man diese dann auch nicht zur Lehrzeit ansehen! Wenn Sie dies schwarz auf weiß haben wollen, geben Sie diese Zeit in einem Kontenklärungsfall an und die Entscheidung folgt sofort!