Leistung zur medizinischen Rehabilitation

von
Maja

Hallo liebe Experten.
Ich war beim MDK der Krankenkasse zu Begutachtung.

Kurz zu mir.
Erhalte Teil EMR seit 05/13.
Bin seit 04/15 durchweg krank. Auslauf Krankengeld 10/16
Habe 03/16 einen Antrag auf volle EMR gestellt.
Nächste Woche Gutachtertermin.

Heute Schreiben von der Krankenkasse, das MDK meine Erwerbsfähigkeit als erheblich gefährdet bzw gemindert einschätzt. Aber eine Leistung zur medizinischen Rehabilitation meine Situation verbessern könnte.

Ich soll binnen 10 Wochen den Reha Antrag bei der DRV stellen. Sonst......!!!

Ferner soll ich innerhalb 14 Tagen bei Krankenkasse anrufen, Sachbearbeiter möchte meine Einschätzung zum MDK wissen.

Bereits die eingereichten Unterlagen bei DRV: ärztliche Befundberichte: ist eine Besserung Leistungsfähigkeit möglich?, wurde von den Ärzten klar verneint.

Wie muss ich jetzt am besten vorgehen?

1. Bei DRV anrufen? Denen das erzählen?
2. Bei Krankenkasse anrufen wie gewünscht und was soll ich da dann sagen? Einsicht Gutachten von MDK? Und nein, eine Reha nutzt mir nichts?
Ich habe den Rentenantrag bzgl voll EMR bereits eingereicht. Das weiß die Krankenkasse doch auch.
3. Vdk einschalten?

Ich bin damit überfordert, weiß nicht wie ich mich verhalten soll.

Vielen Dank im voraus.

von
Nahla

Bitte schriftlich an die Krankenkasse wenden und dort auf den bereits laufenden Antrag zur Erwerbsminderungsrente hinweisen (da dieser bereits läuft, ist eine Beantragung für eine Reha-Maßnahme unnötig, da die DRV sowieso prüft, ob vor Zahlung der EM-Rente eine mögliche Reha diese vermeiden könnte) und Widerspruch gegen das heute eingetroffene Schreiben einlegen mit genau dieser Begründung.

Dieses Schreiben können Sie gern noch 5 - 6 Wochen herausziehen, so dass Sie zuerst einmal den Gutachtertermin der DRV hinter sich bringen können (damit sind Sie immer noch innerhalb des gesetzten Zeitraumes zur Beantragung der Reha). Dann bitte aber unbedingt per Einschreiben schicken!

In keinem Fall dort anrufen und sich mit dem Sachbearbeiter der Krankenkasse auf irgendwelche Diskussionen einlassen! Sie sind nicht verpflichtet, Ihre gesundheitliche Situation mit einem Sachbearbeiter zu diskutieren.

Ihre Erwerbsfähigkeit ist bereits bei der DRV in Prüfung, die Krankenkasse versucht nur, um die Krankengeldzahlung herum zu kommen, in dem Sie Ihnen jetzt noch eine Reha "verordnet" (am allerliebsten hätten die es, wenn Sie den Antrag über die Kasse laufen lassen, damit diese einen Eilantrag draus machen können).

Die DRV brauchen Sie über das Schreiben der KK nicht zu informieren, das hat sowieso keinen Einfluss auf deren Entscheidung. Den Vdk brauchen Sie zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht.

Wie gesagt, befindet sich Ihr Antrag auf EM-Rente grade in Prüfung, weder die KK noch der Vdk können diesen zum jetzigen Zeitpunkt beschleunigen.

von
Maja

Vielen Dank für die ausführliche Hilfe, danke.
Kurz noch, der Mitarbeiter der Krankenkasse hat mich aber gebeten innerhalb 14 Tagen zu melden und meine Einschätzung zum MDK mitzuteilen. Ich habe nicht mal das Gutachten vorliegen. Wie soll ich da reagieren?
Liebe Grüße Silvana

Zitiert von: Nahla

Bitte schriftlich an die Krankenkasse wenden und dort auf den bereits laufenden Antrag zur Erwerbsminderungsrente hinweisen (da dieser bereits läuft, ist eine Beantragung für eine Reha-Maßnahme unnötig, da die DRV sowieso prüft, ob vor Zahlung der EM-Rente eine mögliche Reha diese vermeiden könnte) und Widerspruch gegen das heute eingetroffene Schreiben einlegen mit genau dieser Begründung.

Dieses Schreiben können Sie gern noch 5 - 6 Wochen herausziehen, so dass Sie zuerst einmal den Gutachtertermin der DRV hinter sich bringen können (damit sind Sie immer noch innerhalb des gesetzten Zeitraumes zur Beantragung der Reha). Dann bitte aber unbedingt per Einschreiben schicken!

In keinem Fall dort anrufen und sich mit dem Sachbearbeiter der Krankenkasse auf irgendwelche Diskussionen einlassen! Sie sind nicht verpflichtet, Ihre gesundheitliche Situation mit einem Sachbearbeiter zu diskutieren.

Ihre Erwerbsfähigkeit ist bereits bei der DRV in Prüfung, die Krankenkasse versucht nur, um die Krankengeldzahlung herum zu kommen, in dem Sie Ihnen jetzt noch eine Reha "verordnet" (am allerliebsten hätten die es, wenn Sie den Antrag über die Kasse laufen lassen, damit diese einen Eilantrag draus machen können).

Die DRV brauchen Sie über das Schreiben der KK nicht zu informieren, das hat sowieso keinen Einfluss auf deren Entscheidung. Den Vdk brauchen Sie zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht.

Wie gesagt, befindet sich Ihr Antrag auf EM-Rente grade in Prüfung, weder die KK noch der Vdk können diesen zum jetzigen Zeitpunkt beschleunigen.

von
Nahla

Einer Bitte müssen Sie nicht nachkommen, Sie können es, wenn Sie es wollen, aber Sie müssen es nicht. Und wie schon geschrieben, bloß nicht mit einem Sachbearbeiter Ihre gesundheitliche Situation diskutieren - schon gar nicht am Telefon.

Mal angenommen, Sie stimmen der Einschätzung des MDK gegenüber der KK zu, dann wird Ihnen der freundliche Sachbearbeiter sicher anbieten, für Sie den Reha-Antrag weiterzuleiten (so kann er dann einen Eilantrag draus machen). Im anderen Fall, Sie teilen die Einschätzung des MDK nicht, so wären Sie der Ansicht, die Erwerbsminderung wäre nicht gefährdet bzw. nicht gemindert. Dann würden Sie Ihrem bereits gestellten EM-Renten-Antrag bereits im Vorfeld quasi widersprechen und könnten diesen dann auch wieder zurücknehmen.

Ignorieren Sie die Bitte des Sachbearbeiters. Er ist nicht Ihr Freund, sondern nur daran interessiert, Sie schnellstmöglich aus der Krankengeldzahlung zu bekommen. Entweder mit einer Reha (da würde die DRV Übergangsgeld zahlen) oder mit der vollen EM-Rente. In beiden Fällen würde keine Krankengeldzahlung mehr erfolgen.

Das Gutachten des MDK können Sie zum jetzigen Zeitpunkt auch vernachlässigen, da Sie bereits einen Termin zur Begutachtung über die DRV haben. Nehmen Sie diesen wahr und warten Sie dann das Ergebnis ab. Ansonsten gegen die Aufforderung, eine Reha zu beantragen mit dem Hinweis auf das laufende Rentenverfahren Widerspruch innerhalb der 10-Wochen-Frist einlegen und nicht mehr telefonisch für die Krankenkasse zur Verfügung stehen.

von
Maja

@ Nahla:

Jetzt muss ich doch nochmal lden genauen Wortlaut der KK wiedergeben:

Bevor ich eine Entscheidung treffe, hätte ich gerne Ihre Meinung zu der Einschätzung des MDK erfahren. Bitte informieren Sie mich innerhalb der nächsten zwei Wochen schriftl., falls Sie mit der Einschätzung des MDK nicht einverstanden sind.

Sollte ich keine Nachricht von Ihnen erhalten, muss ich allein anhand der mir vorliegenden Unterlagen entscheiden, ob wir Sie zu einem Reha-Antrag auffordern.

Das verwirrt mich jetzt doch! Einerseits habe ich die 10 Wochenfrist gesetzt bekommen.
Andererseits soll ich mich innerhalb 14 Tagen melden, sonst entscheidet die KK.

Entschuldigung im Voraus, aber total verwirrt. Ablauf, richtig??? :-(

1. Am Dienstag werde ich das Gutachten/DRV durchführen.

2. 14 Tage Frist: ein Schreiben an KK aufsetzen, mit dem Vermerk, dass bereits laufenden
Antrag zur Erwerbsminderungsrente läuft... (mehr nicht?), die KK wollte doch die
Einschätzung/MDK wissen, ob ich einverstanden bin!
und ein "zweites Schreiben"? aufsetzen und Widerspruch einlegen, gegen das Anschreiben
der KK, oder Widerspruch erst ...

3. ...in 5-6 Wochen (10 Wochen Frist)?

Sorry, steh auf dem Schlauch, vielleicht hören sich die Fragen blöd an, ich möchte aber keinen
Fehler machen.

Herzlichen Dank im Voraus.

Zitiert von: Nahla

Einer Bitte müssen Sie nicht nachkommen, Sie können es, wenn Sie es wollen, aber Sie müssen es nicht. Und wie schon geschrieben, bloß nicht mit einem Sachbearbeiter Ihre gesundheitliche Situation diskutieren - schon gar nicht am Telefon.

Mal angenommen, Sie stimmen der Einschätzung des MDK gegenüber der KK zu, dann wird Ihnen der freundliche Sachbearbeiter sicher anbieten, für Sie den Reha-Antrag weiterzuleiten (so kann er dann einen Eilantrag draus machen). Im anderen Fall, Sie teilen die Einschätzung des MDK nicht, so wären Sie der Ansicht, die Erwerbsminderung wäre nicht gefährdet bzw. nicht gemindert. Dann würden Sie Ihrem bereits gestellten EM-Renten-Antrag bereits im Vorfeld quasi widersprechen und könnten diesen dann auch wieder zurücknehmen.

Ignorieren Sie die Bitte des Sachbearbeiters. Er ist nicht Ihr Freund, sondern nur daran interessiert, Sie schnellstmöglich aus der Krankengeldzahlung zu bekommen. Entweder mit einer Reha (da würde die DRV Übergangsgeld zahlen) oder mit der vollen EM-Rente. In beiden Fällen würde keine Krankengeldzahlung mehr erfolgen.

Das Gutachten des MDK können Sie zum jetzigen Zeitpunkt auch vernachlässigen, da Sie bereits einen Termin zur Begutachtung über die DRV haben. Nehmen Sie diesen wahr und warten Sie dann das Ergebnis ab. Ansonsten gegen die Aufforderung, eine Reha zu beantragen mit dem Hinweis auf das laufende Rentenverfahren Widerspruch innerhalb der 10-Wochen-Frist einlegen und nicht mehr telefonisch für die Krankenkasse zur Verfügung stehen.

von
Nahla

Sie machen am Dienstag erst mal Ihren DRV-Gutachtertermin.

Was die KK will, ist Sie möglichst schnell aus der Krankengeldzahlung zu bringen. Teilen Sie die Einschätzung des MDK, dann könnten Sie ja in eine Reha geschickt werden und die KK braucht kein Krankengeld mehr zu zahlen (weil Sie nach der Reha ja wieder arbeitsfähig sind).

Sie haben nun zum einen eine Mitteilung, dass Sie den Sachbearbeiter innerhalb von 14 Tagen schriftlich mitteilen sollen, ob Sie mit der Einschätzung des MDK einverstanden sind, damit der dann entscheidet, ob er Sie zur Reha-Antragstellung auffordert?!? - Sind Sie nicht, sonst hätte Sie ja keinen Antrag auf EM-Rente stellen müssen. Das müssen Sie dem Sachbearbeiter aber nicht mitteilen.

Gleichzeitig haben Sie bereits ein Schreiben mit der Aufforderung, binnen 10 Wochen eine Reha zu beantragen?!? Wenn ja, ignorieren Sie die Mitteilung wegen der Einschätzung des MDK einfach. Rufen Sie nicht an und schreiben Sie auch nichts. Der Sachbearbeiter kann dann ruhig seine Entscheidung treffen und Sie nochmal zur Beantragung einer Reha auffordern.

Sie richten sich dann bitte nach dem 1. Schreiben (mit der Aufforderung eine Reha zu beantragen) und legen innerhalb dieser 10-Wochen-Frist (ca. 5 - 8 Wochen, also ca. 2 - 3 Wochen vor Ablauf) Widerspruch gegen diese Aufforderung ein mit dem Hinweis, dass das Verfahren auf EM-Rente bereits läuft.

Sie könnten sich auch darauf berufen, dass der MDK die erhebliche Gefährdung
oder Minderung Ihres Gesundheitszustandes nicht richtig beurteilt hat, da Ihre Erwerbsminderung nach Ihrer Ansicht und der Ansicht Ihrer Ärzte so gravierend ist, dass sie nicht durch eine Reha verbessert oder behoben werden kann.

von
Herz1952

Hallo Maja,

ich würde Ihnen Punkt 2 empfehlen, wahrscheinlich Nahla auch. Dann dürfte nämlich die Krankenkasse zunächst zufrieden sein und abwarten, wie das Gutachten der RV lautet.

Der MDK ist dann zunächst außen vor, es dürfte die Kasse auch nicht mehr interessieren, wie Sie zu dem Gutachten stehen.

Werden Sie von der RV nicht zur Reha aufgefordert, sondern die "Rente in die Wege" geleitet, muss Ihnen die Krankenkasse das Krankengeld weiter gewähren. Auch falls Reha vor Rente geht, hat die Krankenkasse zunächst nichts mehr zu melden, sondern freut sich, dass für diese Zeit die RV die Kosten einschließlich Übergangsgeld zahlt.

Scheitert die Reha, so muss die Krankenkasse weiter Krankengeld zahlen, falls Sie danach noch AU sind. Der Rentenantrag müsste dann weiterlaufen und das Krankengeld auch, bis über diesen entschieden ist, natürlich nur bis zur Aussteuerung. Aber zunächst heißt es, abwarten.
Bei den Kassen weis mitunter die rechte Hand nicht, was die Linke tut, bzw. in Ihrem Fall weis wohl die Kasse auch nicht, dass Sie bereits einen Rentenantrag gestellt haben und die "Arbeit der Krankenkasse" abgenommen wurde.

Der Krankenkasse geht es in erster Linie darum, möglichst schnell Krankengeld zu sparen. Durch Ihren Rentenantrag haben Sie die Kasse unterstützt, und sparen Ihr Kosten und Krankengeld, falls Sie noch vor Ablauf der KG-Zahlung verrentet werden.

Auf keinen Fall dürfte im Moment die Kasse die KG-Zahlung einstellen, solange Sie noch AU sind.
Bei "Drohung" nehmen Sie sich einen Rechtsbeistand.

von
Maja

Vielen lieben

von
Maja

Vielen lieben Dank an Nahla und Herz1952.
Jetzt habe auch ich verstanden!

von
Maja

Vielen lieben Dank an Nahla und Herz1952.
Jetzt habe auch ich verstanden!

Experten-Antwort

Hallo Maja,

Nahla und Herz1952 haben in Ihren Ausführungen schon alles dargelegt.

von
Maja

Hallo liebe Experten, Nahla und Herz1952,
jetzt muss ich mich diesbezüglich doch nochmal melden.

Es geht nochmal darum, siehe obigen Verlauf von Nahla und Herz1952!

Ich war heute beim Vdk und habe dort das Schreiben der Krankenkasse vorgelegt. Dort meinte man aber, ich sollte auf die bitte des Sacharbeiters, meine Einschätzung des MDK, ein Schreiben fertig machen mit folgendem Text :
Aufgrund der ihnen, mir mitgeteilten Kriterien, hinsichtlich meines Antrages auf volle EMR, bitte ich um Hinausschiebung ihres mir mitgeteilten Zeitraumes, da ich glaube kurzfristig von der DRV, einen abschließenden Bescheid zu erhalten.

Gefährde ich damit nicht die Krankengeldzahlung?
Besteht dadurch die 10 Wochen Frist (Reha Antrag stellen) weiterhin?

Der Vdk meinte dazu, das jetzt abzuwarten wäre, was der Sacharbeiter zurück schreibt.

Danke für eure Hilfe.