Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben, Chef macht Probleme

von
Gast692

Ich hatte zunächst nach einer Reha mit Verlängerung eine Wiedereingliederung angefangen, die ich aber aus gesundheitlichen Gründen wieder abbrechen musste. Mein Ziel in der Reha war auch immer die WE, deswegen habe ich sie auch verlängert. Der Chefarzt war zwar skeptisch, was einen Erfolg der WE betraf, meinte aber ich sollte es probieren. Leider hat es nicht funtioniert und ich habe dann nach Rücksprache mit meinem Chef und meinem Arzt die WE abgebrochen.
Während ich dann von der RV informiert wurde, was ich nun machen könnte und ich auch mit dem Arbeitsamt über mögliche Berufe zur Umschulung sprach, rief mich dann mein Chef an. ein Kollege von mir aus einer Abteilung in unserer Hauptfiliale brauchte dringend Hilfe und hat den Vorschlag gemacht, dass ich ihm helfen könnte. Er hat meinem Chef auch erzählt, dass die nötige Weiterbildung und "Umsetzung" am Arbeitsplatz von der RV unterstützt wird. Mein Chef fand die Idee gut und hat mir daher den Vorschlag gemacht.
Schließlich habe ich bei der RV einen Antrag auf Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben gestellt, der auch bewilligt wurde. Der Sachbearbeiter meinte auch, es wäre natürlich die beste und einfachste Lösung so.
Jetzt sollte der erste Teil der Weiterbildung am nächsten Montag losgehen und ich sollte ab Oktober mit 1 Stunde pro Tag anfangen in unserem Hauptgeschäft zu arbeiten.
Allerdings hat mich Montag meine Filialleiterin aus der alten Filiale angerufen und gesagt, dass mein Chef sich das ganze noch einmal überlegt hätte. Ich könnte ja 3 Stunden pro Tag arbeiten. Deswegen sollte ich doch lieber einen Antrag auf Erwerbsminderunsrente stellen und auf 400€ Basis in meinem alten Job arbeiten. Mein Chef selber ist seit letztem Freitag in Urlaub und telefonisch nicht mehr zu erreichen. Ein persönliches Gespräch hat er wohl nicht für nötig gehalten. Außer einer Mitarbeiterin aus der Buchhaltung wusste auch nur die Filialleiterin von seiner Meinungsänderung. Ich meine ich kann nicht einfach mit Mitte 20 Rente beantragen, dafür bin ich erstens noch zu jung und außerdem kann ich ja nur nicht in meinem alten Beruf nicht mehr Vollzeit arbeiten. In anderen Tätigkeiten ist es ja gar nicht gesagt und wird wahrscheinlich auch gehen.
Bei der RV vor Ort hab ich mich gleich gemeldet, die haben so etwas auch noch nie gehört. Die eine Sachbearbeiterin meinte, die Weiterbildung kann ich auf jeden Fall machen, da sie mir auch bei einer der von mir ausgesuchten Umschulungen weiterhelfen würde. Der andere Sachbearbeiter meinte es ginge auf gar keinen Fall. Sie wollten sich dann bei der Hauptverwaltung erkundigen, doch von dort ist bis jetzt keine Antwort gekommen.

von
???

Das ist natürlich sehr ärgerlich für Sie, aber welche Frage haben Sie denn?

von
maxundmoritz

So wird man Leute los und entzieht sich der Verantwortung!

Aber kommt natürlich auch darauf an ob Sie in der Privatwirtschaft oder eben im öffentlichen Dienst beschäftigt sind und selbst da läuft der Hase nicht anders!

Wenden Sie sich an den VdK der kann sich Ihrem Fall annehmen und hat dann auch Akteneinsicht und kann Ihnen bei der Lösung Ihres Problems eben vor Ort auch besser helfen!

Max

von
Schade

Haben Sie etwas schriftliches von Ihrem Chef bezüglich der Weiterbildung/Umsetzung.
Wenn nein haben Sie da sicher schlechte Karten; wenn der Chef nicht will, kann ihn weder die DRV noch der VdK dazu zwingen einen Mitarbeiter an einem bestimmten Platz einzusetzen.

Mit Mitte 20 müssen Sie sich dann Alternativen überlegen, Sie haben die LTA bewilligt bekommen, dass die für "alle einfachste Lösung" nun nicht klappt ist zwar ärgerlich - in Ihrem Alter werden Sie hoffentlich noch so flexibel sein, sich ein neues Berufsziel zu überlegen. Zu alt für eine Neuausrichtung sind Sie garantiert nicht.

Mit einer Rente wird es kaum klappen, sofern Ihre eigene Einschätzung halbwegs zutrifft, nach der Sie grundsätzlich arbeiten können.

Wichtig ist bezüglich der LTA am Ball zu bleiben.

von
Gast962

@Schade: Ja,etwas schriftliches von meinem Chef habe ich. Sein Schreiben lag auch meinem Antrag bei der RV teil.
@???: Meine Frage ist, ob ich denn nun zumindestens die Weiterbildung, die nächste Woche beginnen sollte, antereten kann. Die wurde ja auch von der RV genehmigt und die Sachbearbeiter hier vor Ort sind sich da nicht einig. Auf eine Antwort von der Hauptverwaltung warten wir immer noch. Die Sachbearbeiterin hier hat heute extra noch mal angerufen, wurde aber wieder vertöstet.

Experten-Antwort

Hallo Gast692,

die Weiterbildungsmaßnahme wird wohl auf den angedachten neuen Arbeitsplatz bei Ihrem Arbeitgeber abgestelt sein. Es stellt sich natürlich die Frage, ob dies noch sinnvoll ist, wenn der Chef die Absprache mit Ihnen nicht mehr einhält. Vielleicht könnte die angestrebte Weiterbildungsmaßnahme zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden. Davor wäre es dann zweckmäßig an einem "Runden Tisch " Ihre berufliche Situation zu erörtern. An diesem Gespräch sollte natürlich Ihr Chef, Sie und Ihr zuständige(r) Rehaberater/Rehaberaterin und falls vorhanden ein Vertreter der Personalvertretung teiilnehmen.