Lohnt sich das eigentlich?

von
Versichrungsvertreter

Ich mache auf Versicherungen. Von der Gesetzlichen verstehe ich nur so viel, dass es für eine Altersrente für langjährig oder sogar besonders langjährig Versicherte gut ist, möglichst viele Beiträge zu zahlen. Deshalb zahle ich auch schon seit 14 Jahren immer Mindestbeiträge.

Jetzt hat mir ein Kollege erzählt, ich solle jedenfalls für ein Jahr mal Höchstbeiträge zahlen. Das sei wegen der Flexirente. Ist da was dran?

von
chi

Das kann sinnvoll sein, wenn Sie vorhaben, in den nächsten 15 Jahren eine vorgezogene Rente zu beziehen und parallel dazu weiter Geld zu verdienen. Die Grenze, ab der ein Hinzuverdienst auf die Rente angerechnet wird, bestimmt sich nämlich nach der höchsten Entgeltpunktezahl aus den vorangegangenen 15 Jahren.

Das gilt nur für eine vorgezogene Rente; sobald Sie die Regelaltersgrenze erreicht haben, können Sie immer unbegrenzt hinzuverdienen.

Natürlich kommt es auf die individuellen Umstände an, ob das was bringt. Eventuell „reicht“ auch weniger als ein Jahr Höchstbeiträge.

Experten-Antwort

Hallo Versichrungsvertreter,

der Kollege meinte wohl den sogenannten Hinzuverdienstdeckel:

Damit aufgrund von Rente und Hinzuverdienst kein höheres Einkommen als vor dem Rentenbezug erzielt wird, gibt es eine Höchstgrenze: den Hinzuverdienstdeckel. Für die
Berechnung Ihres Hinzuverdienstdeckels werden Ihre Einkommensverhältnisse in den letzten 15 Kalenderjahren vor dem Beginn Ihrer ersten Altersrente betrachtet. Von diesen 15 Jahren ist das Kalenderjahr mit den meisten
Entgeltpunkten maßgebend. Wenn Ihre verminderte Monatsrente und ein Zwölftel des Hinzuverdienstes zusammen höher sind als der Hinzuverdienstdeckel, wird der darüber liegende Betrag vollständig von Ihrer Monatsrente abgezogen (siehe auch Beitrag von "chi").

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