< content="">

Lohnt sich ein Gang zum Familiengericht für eine nachträgliche Abänderung des Versorgungsausgleichs

von
Groels

Offizielle Ehezeit ca. 8 Jahre, Scheidung 1985. Er: kleiner Beamter, vorher 4 Jahre Angestellter. Sie: Krankenschwester, 1 Kind. Sie wird später Pharmareferentin m. 20.000 DM/Monat. Ob Sie in Rente ist keine Ahnung, aber wiederverheiratet.
Er geht 2007 in den vorz.Ruhestand (A9 g.D.) und hat einen Vers.abschlag von ca. 100 €. In der Rentenauskunft der Deutschen Rentenvers. steht nun dieser Satz, dass man ab dem 55. Lebensjahr bei Bezug einer Rente, auf die sich der Versorgungsausgleich auswirkt, auch nach der rechtskräftigen Entscheidung über den Versorgungsausgleich eine Abänderung dieser Entscheidung durch das Familiengericht beantragen kann. Und dann der Satz: "Voraussetzung ist z.B., dass sich die Versorgungsanrechte der Ehegatten wesentlich verändert haben." Erstens, was heißt eigentlich z.B.? Gibt es noch andere Gründe? Zu diesem Zeitpunkt, also 1985, sprach noch keiner davon, dass Bea. kein Weihnachts- und Urlaubsgeld mehr bekamen! Ist das eine wesentliche Veränderung? Ihm ist irgendwie klar, dass die spätere berufliche Tätigkeit , also 20.000 im Monat keine Rolle spielt, weil nur die Ehezeit zählt (1977-1985). Aber ca. 100 € Vers.ausgleich ist viel Geld bei 1600 € Pension. Damals hatte ER noch nicht mal das Geld für einen eig. Anwalt. Lohnt sich der Weg zum Fam.gericht???

Experten-Antwort

Es können verschiedene Gründe vorliegen, aufgrund derer sich die Höhe der Anwartschaften, die Sie in dem jeweiligen Versorgungssystem während der Ehe erwirtschaftet haben, ändern. Dies kann daran liegen, dass nun zusätzliche Tatbestände berücksichtigt werden können, die in die Ehezeit fallen und die zum Zeitpunkt des Scheidungsverfahrens nicht ausreichend nachgewiesen oder gar noch nicht bekannt waren, nun aber jedoch berücksichtigt werden könnten.
Es kann sich aber auch eine Änderung dadurch ergeben, dass nun in der Ehezeit liegende Tatbestände bei der Berechnung der Versorgungsanwartschaften aufgrund Rechtsänderungen anders bewertet werden.

Eine Änderung der Versorungsanrechte aufgrund nachträglich vorliegender Dokumente bzw. Nachweise oder durch Rechtsänderung geänderter Bewertungen geht aus dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt nicht hervor.

Sofern sich an Ihren Anwartschaften bzw. an den Anwartschaften des von Ihnen genannten Ehemannes etwas geändert haben sollte, würde ich eine Prüfung durch die Versorgungsdienstelle, die für die Berechnung und Zahlung der Pension zuständig ist, veranlassen.

Ergänzend siehe auch Bl. 37 bis 39 der Broschüre der Deutschen Rentenversicherung bezieht sich auf die Abänderung eines durchgeführten Versorgungsausgleiches:

http://www.deutsche-rentenversicherung-bund.de/cae/servlet/contentblob/88420/publicationFile/30022/geschiedene_ausgleich_rente.pdf