LTA Umschulung/Weiterbildung auch in Teilzeit

von
Hanna

Seit zwei Jahren bin ich wegen einer sehr seltenen Erkrankung arbeitsunfähig. Unter anderem mußte ich mich einer risikoreichen OP in Berlin unterziehen mit anschließender med. Rehabilitation. Dort wurde ich arbeitsunfähig und berufsunfähig entlassen. Meine allg. Erwerbsfähigkeit wurde mit 3- unter 6 Std. täglich. bewertet. Derweil beträgt mein Grad der Behinderung 40.Im April 2019 wurde ich von der Krankenkasse ausgesteuert und erhalte seitdem ALG 1. Der ÄD der Agentur für Arbeit hat mich begutachtet und meine Erwerbsfähigkeit ebenso eingeschätzt. Ein Antrag auf LTA wurde bei der DRV Bund gestellt und dem Grunde nach bewilligt. Ich bin Physiotherapeutin.
Sehr gerne möchte ich eine Weiterbildung zum Fachwirt im Gesundheitswesen und Soziales machen, was mein Rehaberater im Erstgespräch auch sofort befürwortet hat. Die DRV ist in allen Punkten dem sozialmedizinischen Reha Gutachten gefolgt mit Ausnahme der Einschätzung der Erwerbsfähigkeit, hier bewertet Sie diese mit 6-8 Std. nach Aktenlage.
Jegliche Weiterbildung/ Umschulung soll generell in Vollzeit stattfinden, wozu ich mit meinen Einschränkungen und als Schmerzpatientin nicht in der Lage bin. Ich selbst hatte im Vorfeld Teilzeitangebote herausgesucht.
Meine Frage gibt es die Möglichkeit ganz generell eine Weiterbildung als LTA in Teilzeit zu bekommen, im Rahmen ggf einer Einzelfallentscheidung? §49 abs. 2,4 schließt das doch im Grunde nicht aus?
Vielen Dank im Vorfeld für Ihre Hilfe.

von
???

Grundsätzlich ist das möglich. Allerdings hat man da nicht die freie Wahl, weil Maßnahmen in Teilzeit zum einen häufig länger dauern als in Vollzeit, zum anderen gibt es einfach kein Teilzeit-Übergangsgeld. Sie brauchen daher einen triftigen Grund. Wenn die DRV Sie als vollschichtig leistungsfähig auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt einschätzt, fällt das Argument der verminderten Belastbarkeit weg.

Experten-Antwort

Hallo Hanna,

die Rentenversicherung ist gehalten mit den Versichertengelder sparsam umzugehen und somit sollten Leistungen zur beruflichen Weiterbildung innerhalb von 24 Monaten nach § 53 Abs. 2 SGB IX durchgeführt werden.
Liegen jedoch triftige Gründe vor, die eine längere Dauer erforderlich machen, um das Teilhabeziel zu erreichen kann auch eine Weiterbildungsmaßnahme in Teilzeit geförderte werden.
Bitten klären sie dies nochmals mit ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger ab.