LTA verweigert , daher Wunschberuf ausgeschlossen!

von
Chriss 66

Hallo Internetgemeinde,
seit 2 Jahren bin ich jetzt auf Grund einer affektiven Störung krank geschrieben und eine Möglichkeit der "Heilung ist der Medizin bis heute nicht bekannt. Also riet mir der psych. soziale Dienst der Rehaklinik dazu eine LTA zu beantragen. In diese hätte ich gerne eine Ausbildung zum Rettungsassistenten gemacht ,weil ich die Arbeit im Sanitätsdienst aus meiner Ehrenamtlichen Tätigkeit im Rettungsdienst kenne und weiß was in diesem Beruf auf mich zu kommt. Von der DRV kam nach Monaten eine Ablehnung bei der sich die DVR rein auf ein durch ihren med. Dienst gestütztes Gutachten beruft, ohne unterlagen bei meinen Ärzten oder der Reha Klinik angefordert zu haben( Beweise durch Rückfragen bei diesen). Dagegen habe ich natürlich Fristgerecht Wiederspruch eingelegt und bin in diesem detailliert auf die Einwände eingegangen. Zeitgleich habe ich meine Anwältin mit der Verfolgung meiner Interessen beauftragt. Diese hat dann Akteneinsicht gefordert die ihr bis Heute verweigert wird. Natürlich hat die DVR meinen Wiederspruch abgelehnt, aber ohne auf die von mir angeführten Argumente einzugehen, sondern hat viel mehr den gesamten Katalog der Ablehnungsgründe gegen eine LTA aufgeführt. Mittlerweile liegt das ganze beim SG , auch ohne das wir Akteneinsicht bekommen haben. Die DRV ignoriert weiterhin alle Schreiben meiner Anwältin.
Da die DRV keinerlei co operations bereitschaft zeigt wird auch wahrscheinlich das SG nicht viel für mich tun können . Ich für meinen Teil habe alles menschenmögliche unternommen um eine Lösung zu finden. Deshalb werde ich jetzt auch in letzter Konsequenz mein Bestreben nur noch Richtung einer EMR weiter betreiben. Schön das ich mich dabei auf deren eigenene Begründung berufen kann, denn ein Leidensgerechter Arbeitsplatz ist im Fall einer Psych. Affektiven Störung auf jeden fall nur einer mit dem ich mich identifizieren kann. Und die Rückkehr in meinen alten Beruf oder einen Beruf in dieser Richtung ist laut Gutachten des AMD nicht möglich.
Traurig wie man in Deutschland nach über 30 Jahren einzahlen verarscht wird.
Ein Grund mehr sich auf der EMR auszuruhen,da sich dann der Staat auch um die finanzielle Abscherung meiner Exfrau und meiner Kinder kümmern darf .
Ob die LTA da nicht billiger gewesen wäre ?

Experten-Antwort

Umfassende Einzelfälle können in diesem Forum leider nicht gelöst werden.

Nach Ihren eigenen Angaben werden Sie im laufenden Streitverfahren anwaltlich vertreten. Ihre Anwältin sollte in der Lage sein, Akteneinsicht beim zuständigen Sozialgericht zu beantragen und Ihnen anschließend die Gründe für die Ablehnung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu erläutern.

von
Rihanna

Da der Vorgang nun beim SG liegt, kann Ihre Anwältin auch keine Akteneinsicht mehr von der DRV bekommen, sondern nur vom Gericht.
Warum der Akteneinsicht zuvor nicht stattgegeben wurde, kann hier keiner beurteilen.
Zur Sache an sich lässt sich ohne genaue Kenntnis des Sachverhalts auch nur schwerlich etwas sagen, allerdings finde ich den Beruf des Rettungsassistenten für eine Person, die an einer affektiven Störung (Heilung ist der Medizin bis heute nicht bekannt) erkrankt ist, nicht geeignet !!!

von
Schade

Der Richter wird so oder so entscheiden.....

Ob Ihre Argumentation:

"wenn ich meinen Wunschberuf nicht finanziert bekomme, dann bin ich halt so krank, dass ich gar nichts arbeiten kann und deshalb EM rente bekommen muss"

wirklich stichhaltig ist?
Aber darums scheint es auch nicht wirklich zu gehen.....

von
Herz1952

Hallo Chriss,

sehr wahrscheinlich hält die RV den Arbeitsmarkt für Sie wegen Ihrer Krankheit für verschlossen. Deswegen ist es für die RV nicht möglich eine LTA zu finanzieren.

Ich kann Ihnen nur raten - natürlich ohne Gewähr - so bald als möglich die EM-Rente zu beantragen, bevor Sie Zeiten haben, die die EM-Rente drücken. Vielleicht können Sie es auch bis zum 1.7.2014 rausziehen, weil Neurentner von der geplanten Gesetzgebung bzw. Verbesserung dieser Renten profitieren.

Seien Sie ruhig "egoistisch" und denken Sie an Ihre finanzielle Absicherung. Meine ehrliche Meinung ist, dass Sie mit dieser heimtückischen Erkrankung leider keine Chance auf einen Arbeitsplatz haben.

Es ist natürlich auch eine hohe finanzielle Einbuße damit verbunden. Aber vielleicht können sie noch einen Minijob annehmen (aber Vorsicht, weniger als 3 Std./täglich und weniger als 15 Std./Woche.)

Stören Sie sich nicht am Gerede der Leute, die kennen die Krankheit nicht, die Sie - zumindest bei entsprechender Belastung - auch in Ihrem Privatleben erheblich stören könnte.

Fragen Sie mich bitte nicht, woher ich das alles weis.

Ich wünsche Ihnen aufrichtig alles Gute und dass Sie nicht zu sehr darunter leiden müssen.

Aber diesen Rat kann ich Ihnen selbstverständlich nur unverbindlich geben.

herz1952

von
Chriss 66

@ Rihanna,
diese Auffassung das Menschen mit Affektiven Störungen (in meinem Fall Bipolare St.) generell auf keinen Fall für bestimmte Berufe in Frage kommen steht im wiederspruch zum geltenden Recht auf freie Berufswahl und Gleichstellung. Es bedarf daher einer Prüfung ob es nicht doch so sein könnte. Und unsere Rettungsassistenten bescheinigen mir eine überdurchschnittliche psychische Belastbarkeit. Auch ein von mir in Auftrag gegebenes psych. Gutachten bescheinigt mir dieses. Die DRV denkt hier wieder einmal nur daran wie man einen Kostenfaktor an den nächsten abschieben kann. Bester Beweis dafür war das nicht nur die Umschulung zum RettAss abgelehnt worde, sondern eine LTA als solche. Deshalb sollte sich die Arge um mich kümmern,die erklärte mich aber von vorne herein für unvermittelbar.

Die Akteneinsicht wurde auch bisher nur von SG gewährt. Aus diesen ist zu entnehmen das der AMD der DRV selbst zu der Überzeugung kam, das eine LTA notwendig ist.

Das die DRV es nicht so mit der Einhaltung des Versicherungsrecht nach Vorschrift der Reichsversicherungsordnung hat ist ja auch aus Zahllosen Fällen bekannt. Generell wird der wirtschaftliche Aspekt dem persönlichen Wohl des Versicherten vorgezogen.
Zudem steht bei der DVR die Wahrung der eigenen Interessen vor dem der Versicherten.
Hier sollte der Gesetzgeber endlich einmal ein klares Wort reden.

von
GroKo

Zitiert von: Chriss 66

Hallo Internetgemeinde,
seit 2 Jahren bin ich jetzt auf Grund einer affektiven Störung krank geschrieben und eine Möglichkeit der "Heilung ist der Medizin bis heute nicht bekannt. Also riet mir der psych. soziale Dienst der Rehaklinik dazu eine LTA zu beantragen. In diese hätte ich gerne eine Ausbildung zum Rettungsassistenten gemacht ,weil ich die Arbeit im Sanitätsdienst aus meiner Ehrenamtlichen Tätigkeit im Rettungsdienst kenne und weiß was in diesem Beruf auf mich zu kommt. Von der DRV kam nach Monaten eine Ablehnung bei der sich die DVR rein auf ein durch ihren med. Dienst gestütztes Gutachten beruft, ohne unterlagen bei meinen Ärzten oder der Reha Klinik angefordert zu haben( Beweise durch Rückfragen bei diesen). Dagegen habe ich natürlich Fristgerecht Wiederspruch eingelegt und bin in diesem detailliert auf die Einwände eingegangen. Zeitgleich habe ich meine Anwältin mit der Verfolgung meiner Interessen beauftragt. Diese hat dann Akteneinsicht gefordert die ihr bis Heute verweigert wird. Natürlich hat die DVR meinen Wiederspruch abgelehnt, aber ohne auf die von mir angeführten Argumente einzugehen, sondern hat viel mehr den gesamten Katalog der Ablehnungsgründe gegen eine LTA aufgeführt. Mittlerweile liegt das ganze beim SG , auch ohne das wir Akteneinsicht bekommen haben. Die DRV ignoriert weiterhin alle Schreiben meiner Anwältin.
Da die DRV keinerlei co operations bereitschaft zeigt wird auch wahrscheinlich das SG nicht viel für mich tun können . Ich für meinen Teil habe alles menschenmögliche unternommen um eine Lösung zu finden. Deshalb werde ich jetzt auch in letzter Konsequenz mein Bestreben nur noch Richtung einer EMR weiter betreiben. Schön das ich mich dabei auf deren eigenene Begründung berufen kann, denn ein Leidensgerechter Arbeitsplatz ist im Fall einer Psych. Affektiven Störung auf jeden fall nur einer mit dem ich mich identifizieren kann. Und die Rückkehr in meinen alten Beruf oder einen Beruf in dieser Richtung ist laut Gutachten des AMD nicht möglich.
Traurig wie man in Deutschland nach über 30 Jahren einzahlen verarscht wird.
Ein Grund mehr sich auf der EMR auszuruhen,da sich dann der Staat auch um die finanzielle Abscherung meiner Exfrau und meiner Kinder kümmern darf .
Ob die LTA da nicht billiger gewesen wäre ?


Wozu braucht man die Rentenversicherung um einen Beruf zu erlernen?

von
???

"... das nicht nur die Umschulung zum RettAss abgelehnt worde, sondern eine LTA als solche."

Das bedeutet, dass die DRV der Meinung ist, das Sie in Ihrem bisherigen Beruf weiterarbeiten können. Da Sie ja nach Ihren Angaben psychisch belastbar sind, ist das für mich nachvollziehbar.

von
Chriss 66

[/quote]
Wozu braucht man die Rentenversicherung um einen Beruf zu erlernen?
[/quote]
Weil mir sonst dir Rückkehr ins Arbeitsleben nicht gelingen wird.

von
Herz1952

Wenn er von der ARGE als unvermittelbar abgelehnt wurde, heiß das, dass er auch in seiner bisherigen Tätigkeit nicht keine Chance hat, weiterzuarbeiten, aus welchem Grund auch immer (gesundheitlich oder Arbeitsmarkttechnisch)

Deshalb wird auch die ARGE eine Weiterbildung/Ausbildung ablehnen.

Es stimmt auch, dass es um die Kosten geht. Eine Ausbildung oder auch Weiterbildung kostet viel Geld und wenn schon die Arge sagt er sei nicht vermittelbar will natürlich niemand das Risiko eingehen.

Es ist ja lobenswert, wenn er diesen Beruf erlernen will. Nur hier wird auch gespart. Und über die Bewerbung bestimmen nicht Rettungsassistenten, sondern die Personalchefs dieser Institutionen. Schon vor sehr langer Zeit hat mal ein Personalchef gesagt, das er eigentlich solche Personen einstellen würde, nur wenn es schief geht, geht es um seinen Kopf.

Ich kenne auch Menschen, die sagen, ich will nicht dem Staat auf der Tasche liegen und halten sich im besten Fall mit Minijobs über Wasser (auch behinderte) ohne zu bedenken dass es hieraus so gut wie keine Rente gibt. Und für die EM-Rente ist es dann zu spät, da diese immer weiter "absackt" auf nicht nennenswerte Beträge. Dann bleibt wieder nur das Sozialamt mit "Hilfe zum Lebensunterhalt".

Tut mir leid für Sie, Chriss, und Ihren Idealismus, aber wie Sie Ihren Fall geschildert haben, sollten Sie Ihre Einstellung nochmal überdenken.

Sie können auch mal zur Rentenberatungsstelle der DRV-Bund gehen und sich Rat holen. Die hängen sich natürlich nicht in Ihre Krankengeschichte rein, können Ihnen aber auch sagen, was das beste für Sie sein könnte.

Ob das jetzt den Mitlesern passt oder nicht, aber ich habe als ehemaliger Personalsachbearbeiter und eigener Erfahrung mit der Rente schon einiges erlebt.

Es haben schon 45-jährige mit sehr guter Aus- und Weiterbildung und 400 Bewerbungen resigniert. Wenn jemand sagt: "Wer Arbeit sucht, findet welche". Entgegne ich meistens: "Ja, das stimmt, aber bringen sie bitte noch Geld mit".

Es lebt sich seeehr guuut mit Harz IV bzw.Sozialhilfe. Zum Essen für den ganzen Tag haben Sie 4,-- €. Ich glaube einem Polizeihund steht mehr zu.

Es steht Ihnen allerdings frei, sich bei der Rettung zu bewerben - ggfs. mit ihrem Tauglichkeitsattest - muss ja nicht gleich als ausgebildeter Assistent sein. Ihre Erfahrung im Ehrenamt hilft Ihnen vielleicht auch.

Wünsche Ihn viel Erfolg.

Herz1952

von
GroKo

Zitiert von: Herz1952

Hallo Chriss,

sehr wahrscheinlich hält die RV den Arbeitsmarkt für Sie wegen Ihrer Krankheit für verschlossen. Deswegen ist es für die RV nicht möglich eine LTA zu finanzieren.

Ich kann Ihnen nur raten - natürlich ohne Gewähr - so bald als möglich die EM-Rente zu beantragen, bevor Sie Zeiten haben, die die EM-Rente drücken. Vielleicht können Sie es auch bis zum 1.7.2014 rausziehen, weil Neurentner von der geplanten Gesetzgebung bzw. Verbesserung dieser Renten profitieren.

Seien Sie ruhig "egoistisch" und denken Sie an Ihre finanzielle Absicherung. Meine ehrliche Meinung ist, dass Sie mit dieser heimtückischen Erkrankung leider keine Chance auf einen Arbeitsplatz haben.

Es ist natürlich auch eine hohe finanzielle Einbuße damit verbunden. Aber vielleicht können sie noch einen Minijob annehmen (aber Vorsicht, weniger als 3 Std./täglich und weniger als 15 Std./Woche.)

Stören Sie sich nicht am Gerede der Leute, die kennen die Krankheit nicht, die Sie - zumindest bei entsprechender Belastung - auch in Ihrem Privatleben erheblich stören könnte.

Fragen Sie mich bitte nicht, woher ich das alles weis.

Ich wünsche Ihnen aufrichtig alles Gute und dass Sie nicht zu sehr darunter leiden müssen.

Aber diesen Rat kann ich Ihnen selbstverständlich nur unverbindlich geben.

herz1952


Herz das ist doch alles Kokolores was Du schreibst.

von
Chriss 66

Zitiert von: ???

"... das nicht nur die Umschulung zum RettAss abgelehnt worde, sondern eine LTA als solche."

Das bedeutet, dass die DRV der Meinung ist, das Sie in Ihrem bisherigen Beruf weiterarbeiten können. Da Sie ja nach Ihren Angaben psychisch belastbar sind, ist das für mich nachvollziehbar.


Für die AA und die BG ist das aber nicht nachvollziehbar. Wenn die DVR aber schriftlich erklärt das keine gesundheitlichen und versicherungstechnichen Bedenken bestehen wird die BG bestimmt ihre Auffassung ändern. Vlt sollte ich auch einfach die Medikamente absetzen damit ich dem Arbeitsmarkt wieder zur verfügung stehe. Der Arge kann´s dann ja auch egal sein.

von
Chriss 66

Zitiert von: ???

Umfassende Einzelfälle können in diesem Forum leider nicht gelöst werden.

Nach Ihren eigenen Angaben werden Sie im laufenden Streitverfahren anwaltlich vertreten. Ihre Anwältin sollte in der Lage sein, Akteneinsicht beim zuständigen Sozialgericht zu beantragen und Ihnen anschließend die Gründe für die Ablehnung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu erläutern.


Umfassende Antworten seitens der DRV wird wohl niemand erwarten können, da die DRV lieber an ihre Kosten denkt anstatt an da Wohl ihrer Versicherten. Dem Sozialgerich lagen zum Ende der Abgabefrist auch nur unvollständige Unterlagen der DVR vor. Das SG hat uns diese aber zur verfügung gestellt.

von
Rihanna

@Chris66: wenn Sie die -bescheinigte- psych.Stärke haben, den Beruf als Rettungsassistent auszuüben, dann sollte es Ihnen auch möglich sein, in vielen anderen Berufen zu arbeiten.
Wird die LTA abgeleht, wird ofensichtlich kein Bedarg für Sie gesehen.
Dann nehmen Sie ihr Glück doch bitte selber in die Hand, anstatt hier rumzujammern.
Es werden überall Pflegekräfte o.ä. gesucht.

von
peterlustig

Hallo Chriss 66,

bipolare Störung hin oder her, vor und zurück. Wenn Sie sich so sehr für die Ausbildung im Rettungsdienst interessieren würden und es so sehr Ihr Wunsch wäre im Rettungsdienst zu arbeiten, dann wäre Ihnen warscheinlich aufgefallen, das der Rettungsassistent zum 31.12.2013 abgeschafft wurde und am 01.01.2014 durch den Notfallsanitäter abgelöst wurde.
Dem entsprechend ist es nicht mehr möglich eine Umschulung zum Rettungsassistenten zu beginnen... und es wäre auch völlig Sinnlos.

Von daher kann es auch einfach daran liegen das Ihre Umschulung abgelehnt wurde.