Maßnahmen zur Teilhabe am Arbeitsleben

von
Dora

Sehr geehrte Experten,

ich habe vor 2 Monaten eine 6-monatige Maßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben erfplgreich beendet und beziehe momentan Anschlussübergangsgeld.

Zu meiner physischen Situation: Ich bin durch die DRV als Rehabilitand anerkannt, bin jedoch nicht behindert oder schwerbehindert.

In den letzten 2 Monaten habe ich eine
eine extreme Bewerbungsphase gestartet, leider jedoch bis jetzt ohne einen sozialversicherungspflichtigen Job in Aussicht zu haben und bin der Meinung, dass noch eine weitere Weiterbildung notwendig ist, um das mit der DRV gesteckte Berufsziel zu erreichen.

In den letzten 10 Jahren vor Beginn der genannten Maßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben bin ich selbständig gewesen und habe Pflichtbeiträge zur DRV gezahlt.

Gestern habe ich meine Rehaberaterin kontaktiert: Sie möchte mir keine weitere Weiterbildung bewilligen. Allerdings, sollte ich nach ca. 5 Monaten nach Beendigung
der absolvierten Weiterbildung immer noch keinen Job im Bereich vereinbartes Berufsziel haben, könnte ich an einer Maßnahme 'Arbeitsmarkt und Rehabilitation'
teilnehmen.

Hier stellt sich für mich folgendes Problem: Das Anschlussübergangsgeld endet nach 3 Monaten. Ich werde sofern ich dann nicht den beschriebenen Job habe, wieder meine alte selbständige berufliche Tätigkeit aufnehmen, die lt. Gutachter DRV, wenn ich sie ausübe, meine Erwerbsfähigkeit gefährdet.

Aber ich werde dies ggfs. tun, denn ich möchte wieder Einkommen erzielen.

Kann ich bzw. sollte ich diese nach einigen Monaten wieder unterbrechen um dann an der Maßnahme 'Arbeitsmarkt und Rehabilitation' teilzunehmen und erhöhte Chancen haben, um eine Festanstellung zu finden, die ich ohne Gefährdung der Erwerbsfähigkeit ausüben kann?

Mit freundlichen Grüßen - Katrin

von
Sachbearbeiter DRV Bereich Reha

Einer Tätigkeit nachzugehen, die laut Gutachten nicht leidensgerecht ist, ist sicherlich nicht förderlich für weitere Leistungen zur Teilhabe.

Dies würde womöglich zu einer Aufhebung des Bescheides führen, mit welchem Ihnen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben dem Grunde nach bewilligt wurden.

Thematisieren Sie diese Problematik explizit bei Ihrem zuständigen Rehafachberater, alternativ melden Sie für die angegebenen zwei Monate Arbeitslosengeld II an.

von
Dora

Hallo,

ich kann und möchte nicht Hartz IV beziehen..

Grüße Katrin

Experten-Antwort

Wenden Sie sich bitte erneut an die für Sie zuständige Reha-Fachberaterin. Sie wird Ihnen die Konsequenzen der Wiederaufnahme der selbständigen Tätigkeit aufzeigen.

von
Dora

Zitiert von: Sachbearbeiter DRV Bereich Reha

Einer Tätigkeit nachzugehen, die laut Gutachten nicht leidensgerecht ist, ist sicherlich nicht förderlich für weitere Leistungen zur Teilhabe.

Dies würde womöglich zu einer Aufhebung des Bescheides führen, mit welchem Ihnen Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben dem Grunde nach bewilligt wurden.

Was bedeutet die Aufhebung des Bescheides KONKRET? Das ich einen Anspruch auf den Eingliederungszuschuss verliere?
Das der Anspruch auf Leistungen zur Teilhabe abgebrochen wird, bzw. die Akte geschlossen ist?

Ich bin ja bereit an der Maßnahme 'Rehabilitation und Arbeitsmarkt' teilzunehmen...

Im übrigen kann ich nichts dafür, wenn die Maßnahme zur Teilhabe am Arbeitsleben nicht ausreichend ist, um in einem neuen
Berufsbild zu arbeiten....
Davon mal abgesehen, muss ich der DRV Bund mitteilen, dass ich nach den 3 Monaten Anschlussübergangsgeld wieder in meinem alten Beruf arbeite?

Ich frage dies alles um möglichen Ärger aus dem Wege zu gehen...

Grüße - Katrin

von
Sachbearbeiter DRV Bereich Reha

Solange Sie noch an weiteren Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben interessiert sind (hier 'Rehabilitation und Arbeitsmarkt'), sind Sie verpflichtet jedwede Änderung in Ihren Verhältnissen mitzuteilen.

Die Aufhebung des Bescheides hätte zur Folge, dass Sie keinerlei Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben mehr in Anspruch nehmen könnten.

von
???

" ... bin der Meinung, dass noch eine weitere Weiterbildung notwendig ist, um das mit der DRV gesteckte Berufsziel zu erreichen."
Können Sie das belegen? Nur dann haben Sie eine Chance, dass Sie eine weitere Schulung bekommen. Alternativ können Sie auch eine Einstellungszusage eines AG vorlegen. Darin soll er sich bereit erklären, Ihnen einen Arbeitsplatz zu geben, wenn Sie die Kurse/ Fortbildung xy absolviert haben.

Über die Aufnahme einer Arbeit (gleich welcher Art), müssen Sie bei einem laufenden LTA-Verfahren immer die DRV benachrichtigen. Weisen Sie aber ausdrücklich darauf hin, dass Sie Ihre alte Arbeit nur übergangsweise aufnehmen, um Ihren Lebensunterhalt zu sichern. Dann sollte das Verfahren eigentlich nicht beendet werden.

von
Dora

Können Sie mir bitte die Rechtsgrundlage mitteilen, aus der hervorgeht, dass ich die Aufnahme meiner alten selbständigen Tätigkeit im Anschluss an LTA der DRV Bund mitteilen muss, wenn ich keinerlei Leistungen mehr beziehe, mir aber welche allein mündlich in Aussicht gestellt worden sind?

Ich bin der Meinung, dass solange mir kein schriftlicher Bescheid über die konkrete Leistung vorliegt, ich nicht dazu verpflichtet bin.

von
???

§ 60 SGB I:
Angabe von Tatsachen
(1) Wer Sozialleistungen beantragt oder erhält, hat
1. alle Tatsachen anzugeben, die für die Leistung erheblich sind...
Bei LTA geht es darum, dass Sie wieder arbeiten sollen. Eine Arbeitsaufnahme ist daher wohl schon erheblich. Oder sehen Sie das anders?!

von
Dora

Grundsätzlich nicht.

Ich habe aber bis zum Tag vor Beginn der Weiterbildung gearbeitet und danach hat keiner gefragt, bzw. wie ich meinen Lebensunterhalt finanziere.

Das ich mich nach der Weiterbildung arbeitslos gemeldet habe und Anschlussübergangsgeld beziehe hat den Grund, dass ich mich full-time bewerbe.

Leider sieht es so aus, das ich bis jetzt nur Absagen erhalten habe. Auf meine Nachfrage hin (Fragen Sie sich mal, wie man sich dann fühlt?) habe ich immer wieder die Antwort erhalten, dass mir über meine gerade erhaltene Weiterbildung hinaus noch ein Abschluss als xxx(IHK) und gewisse Computerkenntnisse fehlen.

Dies habe ich auch mit meiner Rehaberaterin erörtert: Es gibt keine weiteren Weiterbildungen für mich, allenfalls nach 5 Monaten erfolglosen Bewerbens eine Maßnahme, die sich 'Arbeitsmarkt und Rehabilitation' nennt.

Woher soll ich wissen, dass dies nicht nur ein leere Worte sind?
Ich habe lediglich eine Zusage für einen Eingliederungszuschuss, der mir so auch nichts bringt.

Zu § 60 SGB I:
Angabe von Tatsachen
(1) Wer Sozialleistungen beantragt oder erhält, hat
1. alle Tatsachen anzugeben, die für die Leistung erheblich sind...

Der Erhalt von Sozialleistungen sind mit Beendigung des Bezugs des Anschlussübergangsgeldes abgeschlossen.

Erst wenn ich einen Arbeitgeber finde, der mich einsteltt und den Eingliederungszuschuss kassieren will, habe ich den Rehaberater darüber zu informieren.

Oder?

von
???

"Der Erhalt von Sozialleistungen sind mit Beendigung des Bezugs des Anschlussübergangsgeldes abgeschlossen."

Nein, solange Sie nicht eine gesundheitlich passende Arbeit haben, ist das Verfahren nicht automatisch beendet. Sonst müssten Sie ja für jede Maßnahme die kompletten Anträge (G100, G130) neu ausfüllen.
Es geht ja auch nicht darum, dass Sie Ihre alte Arbeit nicht aufnehmen dürfen, Sie müssen es nur mitteilen, und das bitte mit der passenden Begründung (siehe mein erstes Posting). Oder wie würden Sie es sehen, wenn Sie jemanden eine Schulung zahlen und der dann nach nur 2 Monaten Bewerbungschreiben (solange ist das nämlich noch nicht) kommentarlos seine alte Arbeit wieder aufnimmt? Da kommt leicht der Verdacht auf, dass wohl doch nicht das nötige Interesse besteht. Und sich dem auszusetzen, haben Sie doch nicht nötig! Warum nicht gleich mit offenen Karten spielen?

"habe ich immer wieder die Antwort erhalten, dass mir über meine gerade erhaltene Weiterbildung hinaus noch ein Abschluss als xxx(IHK) und gewisse Computerkenntnisse fehlen."
Bitten Sie doch die Arbeitgeber, Ihnen das schriftlich zu bestätigen. Dann können Sie belegen, dass Ihre Wunsch-Fortbildung wirklich nötig ist. Damit bringen Sie die DRV in Zugzwang.

von
Dora

Vielen Dank für die Antwort.

Ich habe mir die ganze Sache noch einmal durch den Kopf gehen lassen und ich werde die DRV ggfs. benachrichtigen, wenn ich meine alte selbständige Arbeit nach 3 Monaten Übergangsgeld wieder aufnehme.

Mit dem vorübergehend ist das nicht so einfach, denn wenn ich Aufträge annehme sind die nicht in wenigen Wochen beendet.
In jedem Fall wird diese selbständige Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen eingeschränkt ausgeübt, wie vor der bisherigen Weiterbildung aus.

Mir von Arbeitgebern bestätigen lassen, welche Kenntnisse gefordert sind in meinem speziellen Fall....
Das macht kein Arbeitgeber, bzw. der Personalchef...
Allerdings habe ich nicht nur alle Bewerbungen und Absagen gesammelt,
sondern auch die Stellenanzeigen.

von
???

"Mir von Arbeitgebern bestätigen lassen, welche Kenntnisse gefordert sind in meinem speziellen Fall....
Das macht kein Arbeitgeber, bzw. der Personalchef..."
Ich kann Ihren speziellen Fall nicht beurteilen, aber Sie kennen doch sicher den Spruch "Probieren geht vor Studieren". Mehr als ein "Nein" kann nicht passieren. Ohne diese Nachweise steht immer im Raum, dass die Arbeitgeber Sie aus anderen Gründen abgelehnt haben. Und realistisch betrachtet sagen sie gerade bei Frauen häufig nicht den wahren Ablehnnugsgrund. Nach der "drohenden Familienphase" wechselt man nahtlos in die Schublade "zu alt". Und beides wird nicht offen ausgesprochen.