med. Reha abgelehnt, weil berufliche Reha sinnvoll

von
Marcel Röttgen

Ich habe bei der Rentenversicherung einen Antrag auf medizinische Rehabilitation gestellt. Bin jetzt 6 Monate AU. Die DAK hat mich aufgefordert den Antrag zu stellen. Jetzt schreibt die Rentenversicherung, das mein Antrag auf med. Reha abgelehnt wurde, mit der Begründung, das eine berufliche Reha, statt einer medizinischen Reha für mich sinnvoller erscheint. Was bedeutet das jetzt für mich? Mein Arzt schreibt mich weiterhin krank. Er ist der Meinung, das evtl. eine Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell für mich in etwa 3 Monaten in Frage kommt. Bis dahin soll ich noch genesen. Kann die Krankenkasse aus dem Ablehnungsbescheid der Rentenversicherung die AU an sich in frage stellen? Dann müsste ich zum Arbeitsamt, wenn die Krankenkasse mich deswegen jetzt "rausschmeisst". Die vom Arbeitsamt würden dann aufgrund der AU sagen, das diese nicht zuständig sind. Letzteres sind nur Vermutungen. Bis jetzt hat sich die Krankenkasse noch nicht bei mir gemeldet. Vielleicht ist auch alles Gut und die zahlen weiter. Ich will nur wissen, was da so alles auf mich zukommen könnte.

von
Herz1952

Warten Sie am besten mal die Entscheidung der DAK ab. Es könnte sein, dass das Krankengeld weitergezahlt wird. Vielleicht nimmt die DAK auch vorher noch Rücksprache mit dem Arzt.

Solange Sie noch für Ihren letzten Job arbeitsunfähig sind, darf die Krankenkasse in aller Regel die KG-Zahlung nicht einstellen. Es sei denn, Sie müssten zum MDK und dieser stellt die volle Arbeitsfähigkeit fest.

Dann müssten Sie Widerspruch einlegen und notfalls einen Anwalt nehmen.

Es könnte aber genau so gut sein, dass Ihr Arzt der Krankenkasse auf Anfrage mitteilt, dass Sie in Kürze wieder arbeitsfähig sind und sich die Krankenkasse erst einmal zurückhält.

Die Krankenkasse kann eigentlich immer die AU in frage stellen. Manche "arbeiten" sogar mit nicht legalen Mitteln, bzw. versuchen die Krankengeldbezieher zu überreden, doch zum Arbeitsamt zu gehen, nur damit sie nicht weiter KG zahlen müssen. Manche sollen sogar erzählen, dass das ALG I doch höher wäre.

Sollten Sie vorher sich wieder fit fühlen, können Sie das mit Ihrem Arzt auch besprechen.

Mehr kann ich dazu nicht sagen.

von
Herz1952

Hallo Marcel Röttgen,

Hier eine Kurzinformation über das "Hamburger Model". Es gibt auch noch Mischformen. Schauen Sie mal nach, ob das Ihrer Meinung überhaupt für Sie zutreffen könnte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Lohnkostenzuschuss

von Experte/in Experten-Antwort

Ihre beantragte medizinische Reha wurde vermutlich aufgrund fehlender Erfolgsaussichten in eine berufliche Reha umgewandelt. Diese hat als Ziel, Sie dauerhaft am Arbeitsleben teilhaben zu lassen. Es bleibt abzuwarten, mit welchen Maßnahmen man dies in Ihrem Fall versuchen wird. Sie sind Ihren Mitwirkungspflichten in Bezug des Antrags auf Leistungen zur Teilhabe nachgekommen und die Krankenkasse sollte bis zum Beginn der Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben (berufliche Reha) weiterhin an Sie Krankengeld zahlen. Die Agentur für Arbeit kommt erst ins Spiel, wenn Sie von der Krankenkasse ausgesteuert werden.